Kreuz aus Altar gerissen und entwendet: Neues Hassverbrechen gegen Christen in Israel?

Ein Altar über dem versetzten Felsstück und der Darstellung des Mosaiks aus dem 5. Jahrhundert mit Brot und Fischen in der Kirche
Foto: Berthold Werner / Wikimedia (CC0)

Ubekannte Täter haben ein Kreuz von der Kirche der Brotvermehrung am See Genezareth aus einem Altar gerissen und mitgenommen. Die Kirche befindet sich an dem Ort, wo die in der Bibel vom Evangelisten Matthäus beschriebene Brot- und Fischvermehrung bei der Speisung der Fünftausend stattfand. 

Wie die Nachrichtenagentur AFP und die Times of Israel berichteten, bestätigte Pater Georg Roewekamp, Leiter des deutschen Vereins Heiliges Land, dem die Kirche angehört, den Diebstahl, der am Donnerstag, den 19. August, verübt wurde.

Es wird vermutet, dass die Täter gezielt die Kirche ins Visier nahmen: Sie kamen offenbar mit einem Boot und rissen das etwa 15 Zentimeter lange Eisenkreuz heraus, das sich außerhalb der Kirche in einem Altar aus Basaltgestein befand, der für das Gebet unter freiem Himmel gedacht war.

"Das Kreuz war sehr gut im Basaltgestein verankert, so dass es nicht durch Zufall herausgerissen wurde", so Pater Roewekamp.

"Das zeigt, dass Menschen in unser Eigentum eindringen und es entweihen können", sagte er und bezeichnete den Diebstahl als "antichristlichen" Akt.

In den letzten zehn Jahren ist im Heiligen Land die Zahl christenfeindlicher Übergriffe durch radikalisierte Juden, bis hin zur gezielten Verdrängung von Christen, deutlich gestiegen. Regelmäßig wenden sich die Repräsentanten der im Heiligen Land vertretenen christlichen Gemeinschaften an die öffentlichen Behörden, um die anti-christlichen Übergriffe zu verurteilen und Konsequenzen zu fordern. Dabei muss auch der im Schulunterricht gezielt gegen Nicht-Juden geschürte Hass ein Ende finden, appellieren Kirchenvertreter

Nach der Anzeige des jüngsten Verbrechens wurde von der Polizeistation Tiberias eine Untersuchung eingeleitet. Nach Angaben der Times of Israel wurde die Kirche im Jahr 2015 mutwillig zerstört. Drei jüdische Extremisten setzten die Kirche in Brand, verursachten schwere Schäden und schrieben Graffiti in hebräischer Sprache an ihre Wände.

Der Anschlag wurde als Hassverbrechen gegen die christliche Gemeinschaft, die in Israel eine Minderheit darstellt, betrachtet, und einer der Täter wurde verurteilt.

In Israel leben Schätzungen zufolge heute noch rund 200.000 Christen, das sind etwa 2 Prozent der Bevölkerung. Ihre Zahl schrumpft weiter. Sie sind meist arabischstämmige Bürger Israels und leben vor allem im Norden des Landes.sgsgd

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Übersetzt und redigiert aus dem spanischen Original.