Oster-Lockdown: Was entscheiden die deutschen Bistümer? Eine Übersicht (UPDATE)

Symbolbild
Foto: Rudolf Gehrig / CNA Deutsch

Der Unmut war groß: Am Morgen des vergangenen Dienstags wurde bekannt, dass die Ministerpräsidentenrunde nach nächtlichen Beratungen die "Bitte" an die Katholische Kirche richtete, heilige Messen sowie andere Gottesdienste abzusagen: Diese sollten stattdessen virtuell gefeiert werden, so die überraschende Aufforderung der Regierung (CNA Deutsch hat berichtet).

Gleichzeitig bezeichneten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs die Maßnahme zu diesem Zeitpunkt  noch wörtlich als "Erweiterte Ruhezeit zu Ostern", während der am Gründonnerstag und Karsamstag zudem laut dem Beschluss – hier der volle Wortlaut – als "Ruhetage festgelegt werden" sollten. 

Mittlerweile haben nicht nur Merkel und andere Politiker zurückgerudert – mehrere Bischöfe in Deutschland haben ihre "Verwunderung" über die Äußerungen der Politiker geäußert; der Augsburger Bischof nannte den Vorgang gar "eine eiskalte Dusche".

Nach Medienberichten beraten die Ministerpräsidenten gemeinsam mit der Kanzlerin am heutigen Mittwoch erneut, offenbar um die Frage politisher Forderungen zu "Präsenzgottesdiensten" endlich auszuräumen.

CNA Deutsch hat am Mittwoch mit allen 27 Bistümern in Deutschland Kontakt aufgenommen und veröffentlicht im Folgenden eine Übersicht mit dem aktuellen Stand. Diese Liste wird regelmäßig aktualisiert. (Letzte Aktualisierung: Donnerstag, 25. März 2021, 15:17 Uhr) 

Bistum Aachen

Das Bistum teilte am Donnerstagmittag mit:

"Gottesdienste mit Teilnehmern vor Ort sind im Bistum Aachen auch in der Karwoche und an den Osterfeiertagen erlaubt."

"Dort, wo Pfarreien dies weiterhin ermöglichen können, unter anderem durch Einhalten der bewährten Hygienestandards und der Abstandsregel, sind Präsenzgottesdienste weiterhin erwünscht", so der Generalvikar Andreas Frick. Voraussetzung seien die Vorgaben der Corona-Schutzverordnung. "Wir als Kirche wollen in diesen schwierigen Corona-Zeiten weiterhin persönlich für die Menschen da sein und ihnen Halt bieten.“"

Zugleich soll es Livestreams aus dem Aachener Dom geben. Die Gottesdienste am Gründonnerstag, Karfreitag, in der Osternacht, am Ostersonntag – denen Bischof Helmut Dieser vorstehen wird – und Ostermontag können erneut digital per Video über die Webseite des Bistums sowie über den Youtube-Kanal des Bistums mitgefeiert werden

Gestern erhielt CNA Deutsch bereits eine Stellungnahme des "Katholischen Büros Nordrhein-Westfalen" geben. Das Büro ist die Vertretung der Erzbistümer Köln und Paderborn sowie der Bistümer Aachen, Essen und Münster im Land zwischen Rhein und Weser. Es wurde 1958 als erstes der katholischen Länderbüros eingerichtet und vertritt nach eigenen Angaben die Interessen der genannten Bistümer im Austausch mit der Landesregierung.

Der dortige Leiter, Antonius Hamers, sagte am Mittwoch gegenüber CNA Deutsch:

"Die gestrige Ankündigung der Bundeskanzlerin, die Kirchen zu bitten, an den Kar- und Ostertagen auf Gottesdienste in Präsenz zu verzichten, hat uns überrascht. Dass zuvor nicht das Gespräch mit uns gesucht worden ist, ist ärgerlich und kein Ausdruck eines vertrauensvollen Umgangs miteinander. Das haben wir deutlich artikuliert."

Hamers habe stellvertretend für die fünf NRW-Bistümer mitgeteilt, dass ein genereller Verzicht auf Gottesdienste in Präsenz "gerade in der heiligen Woche und zu Ostern nicht in Frage komme". 

Es sei jedoch nicht zu erwarten, dass es in Nordrhein-Westfalen zu einem generellen Gottesdienstverbot kommt, so Hamers weiter, da das Land bislang keine Gottesdienste verboten hatte und der Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz "ja auch nur eine Bitte enthält". Hamers sagte gegenüber CNA Deutsch wörtlich:

"Wir gehen davon aus, dass wir zu Ostern unter den gleichen Maßgaben Gottesdienste in Präsenz feiern wie zu Weihnachten. Diese Regeln und Konzepte haben sich bewährt, und wir haben in dem Jahr unter Pandemiebedingungen eine gute Praxis entwickelt, um verantwortungsvoll, gefahrlos und zugleich würdig in Präsenz Liturgie zu feiern. Das werden wir auch am höchsten Fest der Christenheit tun."

Zeitgleich sollen aber auch Alternativen wie Übertragungen im Internet angeboten werden.

(Letzter Stand: Donnerstag, 25. März 2021, 13:50 Uhr)

Bistum Augsburg

Das Bistum Augsburg hat am Mittwochabend auf die Anfrage von CNA Deutsch reagiert. Derzeit sei "alles im Fluss", deswegen werde man sich "derzeit zu diesem Thema nicht öffentlich äußern".

Nach Informationen von CNA Deutsch soll es aber aktuell Gespräche zwischen den bayerischen Bistümern und der dortigen Landesregierung geben. 

Am Donnerstagmittag folgte schließlich aus Augsburg die Bestätigung: Präsenzgottesdienste dürfen auch an Ostern stattfinden. Die Osternacht im Dom wird wegen der voraussichtlich dann noch geltenden Ausgangssperre bereits um 19.30 Uhr gefeiert.

Bischof Bertram Meier zeigte sich in einer ersten Reaktion erfreut darüber, "dass die Politik die Bitte nach rein virtuellen Oster-Gottesdiensten zurückgezogen hat". 

Bereits am Dienstag hatte der Augsburger Bischof deutliche Worte gewählt: "Wie vor Weihnachten, so jetzt für Ostern. Die Drehbücher ähneln sich. Kurz vor den Festen wird an die Kirchen appelliert, auf Präsenzgottesdienste zu verzichten und sich auf virtuelle Angebote zu konzentrieren." 

Und weiter:

"Diese Initiative hat mich überrascht wie eine kalte Dusche. Ich weiß, wie viel Zeit und Mühe die Priester, in der Seelsorge Tätige und ehrenamtliche Frauen und Männer seit Wochen investieren, um die Gottesdienste trotz aller Einschränkungen würdig und froh zu feiern. Unsere ausgefeilten Hygienekonzepte haben dazu beigetragen, dass mir kein Fall im Bistum bekannt ist, der als Corona-Infektionsherd identifiziert wurde". 

(Letzter Stand: Donnerstag, 25. März 2021, 13:02 Uhr)

Erzbistum Bamberg

Der Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick, teilte CNA Deutsch am Mittwoch in einem persönlichen Schreiben mit, dass es am Abend ein Gespräch mit der bayerischen Landesregierung gebe. Danach werde eine Entscheidung gefällt. Der Erzbischof wörtlich:

"Wir werden nach Abschluss der Konsultationen eine Stellungnahme herausgeben. Unser Hygienekonzept in den Kirchen war und ist erprobt und sicher. Daran muss nichts geändert werden:1,5 m Abstand, Desinfizieren, keine Berührungen, FFP 2 Masken und so weiter. Viele Gläubige kommen zum Gottesdiest und sehnen sich danach. Andere bleiben zu Hause und feiern die Gottesdienste per Livestream mit. Die Wahlfreiheit der Einzelnen muss respektiert werden."

Die Pressestelle des Erzbistums ergänzte, dass man am Dienstag von der Nachrichtenlage "zunächst überrascht" gewesen sei. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder habe am Mittag in seiner Pressekonferenz aber schließlich "sehr deutlich gemacht, dass auf die Kirchen kein Druck ausgeübt werden soll".

(Letzter Stand: Mittwoch, 24. März 2021, 16:30 Uhr)

Erzbistum Berlin

Der Pressesprecher des Erzbistums Berlin, Stefan Förner, verwies in seiner Antwort am Mittwoch auf ein aktuelles Interview mit dem Berliner Erzbischof Heiner Koch. Darin wird Koch wie folgt zitiert:

"Die Sorge um die Gesundheit nehmen wir sehr ernst. Wie stellen uns der Verantwortung (...) Wir werden Online-Gottesdienst halten, wir werden auch die anderen Möglichkeiten aufnehmen, das heißt zum Beispiel Gottesdienste im Freien, und es wird wahrscheinlich die Möglichkeit geben, unter sehr begrenzten Bedingungen auch Gottesdienste live zu halten."

Dies sei, so der Bistumssprecher weiter, "ein Zwischenstand aus Gesprächen mit den drei Landesregierungen – Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern – die das Erzbistum Berlin betreffen, und die noch nicht abgeschlossen sind".

Die Dringlichkeit sei allen Beteiligten bewusst, erklärte Förner, man werde sich jedoch erst äußern, "wenn wir uns abgestimmt haben".

(Letzter Stand: Mittwoch, 24. März 2021, 16.30 Uhr)

Bistum Dresden-Meißen

Das Bistum hat am Donnerstag auf die Anfrage von CNA Deutsch reagiert. Wörtlich heißt es in der Mitteilung:

"Ein Gottesdienstbesuch in einer Kirche über die Kar- und Ostertage im Bistum Dresden-Meißen ist möglich. Das haben Gespräche mit der Sächsischen Staatskanzlei ergeben. Auch aus Thüringen liegt die Zustimmung dazu vor. Bereits zu Weihnachten haben die Pfarreien bewiesen, dass sie sehr verantwortungsbewusst mit ihren Schutz- und Hygienekonzepten umgehen. Dieser Verantwortung werden sie auch an den anstehenden Osterfeiertagen gerecht werden. Die Gottesdienste werden wir mit den etablierten Hygienekonzepten unter größter Vorsicht gefeiert. Eine Vorab-Anmeldung der Gottesdienstteilnehmer in den Pfarreien ist in aller Regel nötig."

Bischof Heinrich Timmerevers wird außerdem mit den Worten zitiert:

"Wir freuen uns über die Freiräume, die wir verantwortlich nutzen werden. Ich möchte aber auch allen Gläubigen sagen, dass es in diesen Zeiten eine legitime Form ist, einen Gottesdienst von zu Hause aus mitzufeiern. Niemand ist ein besserer oder schlechterer Christ, ob er in der Kirche oder vom Küchentisch aus teilnimmt."

Das Bistum empfiehlt nachdrücklich, dass alle Gottesdienstbesucher an den Kar- und Ostertagen zu Hause Selbsttests durchführen oder sich im Rahmen der staatlichen Angebote in einem Schelltestzentrum kostenlos testen lassen.

(Letzter Stand: Donnerstag, 25. März 2021, 15:10 Uhr)

Bistum Eichstätt

Aus dem Bistum Eichstätt gibt es bislang keine Antwort auf die Anfrage von CNA Deutsch.

(Letzter Stand: Mittwoch, 24. März 2021, 16.30 Uhr)

Bistum Erfurt

Das Bistum hat bislang nicht auf die Anfrage von CNA Deutsch reagiert.

Am Mittwochabend veröffentlichte die Pressestelle jedoch eine Mitteilung, in der bekanntgegeben wurde, dass Präsenzgottesdienste stattfinden werden mit begrenzten Teilnehmerzahlen – je nach den Inzidenzzahlen in den Landkreisen und kreisfreien Städten.

Jedoch empfiehlt die Bistumsleitung den Gläubigen "in Eigenverantwortung gut abzuwägen, ob sie sich für den Besuch von Gottesdiensten anmelden", wie es in einem Schreiben von Generalvikar Raimund Beck an die Seelsorger des Bistums Erfurt heißt. Die vergangenen Monate hätten gezeigt, dass die Infektionsschutzkonzepte für Gottesdienste wirksam sind. Doch über die Gottesdienste in den Kirchen hinaus sollten Möglichkeiten geprüft werden, "die Kar- und Ostertage auf andere Weise geistlich zu begehen oder digitale Gottesdienstangebote wahrzunehmen", so der Generalvikar.

(Letzter Stand: Mittwoch, 24. März 2021, 21.38 Uhr)

Bistum Essen

Ein Sprecher des Bistums Essen teilte am Montagvormittag telefonisch mit, dass aktuell noch Gespräche mit der Landesregierung stattfinden. Der Bistumssprecher verwies dabei auf das Statement des Leiters des Katholischen Büros in Düsseldorf. (Siehe auch: Antwort des Katholischen Büros NRW unter "Bistum Aachen")

(Letzter Stand: Mittwoch, 24. März 2021, 16.30 Uhr)

Erzbistum Freiburg

Die Pressestelle des Erzbistums Freiburg antwortete auf die CNA-Deutsch-Anfrage, dass die Entscheidung, ob an Ostern Präsenzgottesdienste stattfinden werden, davon abhängen, "ob und in welcher Weise die Landesregierung den Beschluss für Baden-Württemberg umsetzt".

Das Erzbistum befinde sich deshalb in Gesprächen mit der Landesregierung sowie der Diözese Rottenburg-Stuttgart und den Evangelischen Landeskirchen in Baden beziehungsweise Württemberg. Sobald es Ergebnisse aus diesen Gesprächen und Regelungen für die Ostergottesdienste gibt, werden diese unter www.ebfr.de/corona veröffentlicht.

(Letzter Stand: Mittwoch, 24. März 2021, 16.30 Uhr)

Bistum Fulda

Das Bistum Fulda reagierte bislang nicht auf die Anfrage von CNA Deutsch.

(Letzter Stand: Mittwoch, 24. März 2021, 16.30 Uhr)

Bistum Görlitz

Der Bischof von Görlitz, Wolfgang Ipolt, teilte CNA Deutsch mit:

"Wir werden auf jeden Fall Präsenzgottesdienste halten."

Der Wunsch der Bundeskanzlerin sei "sehr verwunderlich" gewesen, so Ipolt weiter. "Es ist nicht zu vermitteln, dass man nach Mallorca reisen kann, aber nicht zu Ostern in eine Kirche gehen soll. Inzwischen habe ja einige Politiker das auch eingesehen."

Ipolt erklärte, dass Gläubige aus seinem Bistum "bereits mehrfach" darum gebeten hätten, die Gottesdienste zu feiern. Diesem Wunsch werde er nachkommen. Wörtlich sagte er:

"Wir haben ein gut erprobtes Schutzkonzept, das auch in der Regel eingehalten wird. Das werden wir nach jetzigem Stand weiter befolgen. Der Gemeindegesang muss durch Vorsänger oder Musik ersetzt werden – aber auch daran haben sich viele bereits gewöhnt."

Nach Informationen von CNA Deutsch werden die Ministerpräsidenten von Sachsen und Brandenburg spätestens am morgigen Donnerstag dazu weitere Informationen bekanntgeben.

(Letzter Stand: Mittwoch, 24. März 2021, 16.30 Uhr)

Erzbistum Hamburg

Der Pressesprecher des Erzbistums Hamburg teilte CNA Deutsch am Mittwoch mit, dass noch keine Entscheidung getroffen sei. "In der Folge dieses Wunsches sind wir auf Länderebene mit den Regierungen gut im Gespräch", so der Sprecher weiter.

Er wies darauf hin, dass es "unterschiedliche Meinungen" dazu gebe. Das Spektrum reiche von "Es müssen unbedingt Präsenzgottesdienste gefeiert werden" bis zu "Wir müssen jetzt auf Präsenzgottesdienste verzichten".

Das Schutz- und Hygienekonzept sei regelmäßig "verbessert und angepasst" worden und umfasse 47 Nummern.

Am Donnerstag teilte das Erzbistum schließlich mit, dass Präsenzgottesdienste "eingeschränkt möglich" sein werden. Taufen sollen in der Osternacht jedoch nicht gestattet werden.

Allerdings: "Die dringende Empfehlung lautet, den eigenen Gottesdienstbesuch gut abzuwägen. Es können alternativ die vorhandenen Angebote des öffentlich-rechtlichen TV- und Radioprogramms oder die vorhandenen Onlineangebote genutzt werden" - so lautet die "Empfehlung" des Generalvikars Ansgar Thim.

Beschränkungen gibt es aber sowohl bei der Teilnehmerzahl wie auch bei der Dauer der Gottesdienste:

"Die Zahl der Gottesdienste soll reduziert werden. Das Triduum sollte in jeder Pfarrei nur einmal gefeiert werden. Taufen sind zu verschieben. Die Gottesdienste sollen nicht länger als eine Stunde dauern, wo immer dies möglich ist."

Dem Schreiben des Generalvikars waren Gespräche mit den Landesregierungen Hamburgs, Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns sowie der Nordkirche und Beratungen in der Pfarrerkonferenz des Erzbistums vorausgegangen.

(Letzter Stand: Donnerstag, 25. März 2021, 10:52 Uhr)

Bistum Hildesheim

Am Mittwoch teilte die Pressestelle des Bistums Hildesheim mit, dass es noch am heutigen Mittwochabend Gespräche mit den Dechanten und dem Vorstand des Diözesanrats über die Ostergottesdienste geben soll, "um zu einer gemeinsamen Lösung für das Bistum zu kommen". Diese werde den Bistumsmitarbeitern "am morgigen Donnerstagvormittag in Form einer diözesanen Empfehlung bzw. einer Handreichung zur Feier der Gottesdienste mitgeteilt werden".

Sowohl auf Bistumsebene, als auch zwischen den niedersächsischen Bischöfen finden Gespräche statt, so das Bistum weiter. "Dabei wird geklärt werden, wie der gesellschaftliche Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie geleistet werden kann und gleichzeitig die Gottesdienste in diesen besonders geprägten Tagen gefeiert werden können". Gegenüber CNA Deutsch teilte der Sprecher wörtlich mit:

"Seit Beginn der Pandemie steht das Bistum Hildesheim zu seiner gesamtgesellschaftlichen Verantwortung zur Vermeidung von Infektionen und der Reduktion von Ansteckungen. Vor dem Hintergrund des aktuellen dynamischen Infektionsgeschehens, das durch die erhöhte Ansteckungsmöglichkeit der britischen Mutante verursacht wird, gilt diese Verantwortung nun besonders für die Feier der Gottesdienste der Kar- und Osterwochen."

(Letzter Stand: Mittwoch, 24. März 2021, 16.45 Uhr)

Erzbistum Köln

Der Newsdesk des Erzbistums teilte am Mittwochabend mit, dass die Gemeinden des Erzbistums "auch an den Ostertagen die Osterliturgien unter den bekannten Bedingungen abhalten können".

Die Kirchen hätten bereits im letzten Jahr mit ihren Hygienekonzepten, "dass sichere Gottesdienste in Präsenz während der Corona-Pandemie möglich sind". Weiter: "Nachdem die Bundeskanzlerin die gestern verkündeten Beschlüsse heute zurückgezogen hat, gehen wir davon aus, dass wir unter den jetzigen Beschränkungen das Osterfest feiern können."

Das Erzbistum zitiert auf Anfrage von CNA Deutsch auch den Kölner Generalvikar Markus Hofmann mit den Worten:

"Schon an Weihnachten haben wir das Ziel verfolgt, die Gesundheit der Gläubigen zu schützen und ihnen gleichzeitig die für ihre Religionsausübung zentrale Mitfeier von öffentlichen Gottesdiensten zu ermöglichen."

Weiter heißt es in der Stellungnahme:

"Die Gemeinden im Erzbistum Köln werden daher auch an den Ostertagen die Osterliturgien unter den bekannten Bedingungen abhalten können und werden ermutigt, dies entsprechend ihrer Möglichkeiten zu tun. Es gilt auch weiterhin eine generelle Dispens vom Sonntagsgebot."

Die Möglichkeit der Teilnahme an Gottesdiensten, insbesondere an Ostern, dem größten Fest im Christentum, sei ein wichtiger Ausdruck positiver Religionsfreiheit. Das Erzbistum Köln sei daher "gemeinsam mit den anderen Bistümern in Nordrhein-Westfalen froh, dass dieses Grundrecht von der Bundes- und Landesregierung auch in diesen Zeiten geschützt wird".

Generalvikar Hofmann bekräftigte: "Daher leisten wir von Seiten der Kirche alles Notwendige, um den Gläubigen die Ausübung dieser Freiheit zu ermöglichen, ohne ihre Gesundheit oder die anderer zu gefährden."

Für die Ostertage gelten daher weiterhin die Hygienebestimmungen (medizinische Masken während des gesamten Gottesdienstes, Datenerhebung zur Nachverfolgung, Desinfektion der Hände, Mindestabstände von mind. 1,5 Metern, Verzicht auf Gemeindegesang, Friedensgruß, etc.).

(Letzter Stand: Mittwoch, 24. März 2021, 17:50 Uhr)

Bistum Limburg

Aus dem Bistum Limburg gibt es noch keine offizielle Antwort auf die Anfrage von CNA Deutsch.

(Letzter Stand: Mittwoch, 24. März 2021, 16.30 Uhr)

Bistum Magdeburg

Das Bistum hat bislang nicht auf die Anfrage von CNA Deutsch reagiert.

(Letzter Stand: Mittwoch, 24. März 2021, 16.30 Uhr)

Bistum Mainz

Das Bistum hat am Donnerstagnachmittag auf die Anfrage von CNA Deutsch reagiert. Wörtlich heißt es in der Meldung:

"Bei den anstehenden Gottesdiensten der Kar- und Osterwoche im Bistum Mainz wird es keine weitergehenden Einschränkungen geben. Für die Durchführung von Präsenzgottesdiensten gelten nach wie vor die strengen Regelungen, die sich bereits bei der Feier der Weihnachtsgottesdienste bewährt haben."

Bischof Peter Kohlgraf bittet derweil "um Toleranz für alle Beteiligten in der Frage von Präsenzgottesdiensten". Für die einen sei der Gottesdienst in Präsenz "ein wirkliches Lebenselixier (...), wie auch für die, die eine andere Form, meist digital wählen". "Vor allem scheint mir in dieser Debatte häufig eine Mäßigung und Abrüstung im Tonfall notwendig", so der Bischof weiter. Es gebe "für beide Positionen Argumente", am Ende müsse jeder selbst eine "eigene, verantwortungsvolle Entscheidung treffen". 

(Letzter Stand: Donnerstag, 25. März 2021, 15:17 Uhr)

Erzbistum München und Freising

Auf Anfrage von CNA Deutsch teilte ein Sprecher der Erzdiözese mit, dass man vorerst die Gespräche mit der Landesregierung abwarten möchte.

Bereits am Dienstag antwortete das Erzbistum auf dem Kurznachrichtendienst "Twitter" auf die Frage, ob Präsenzgottesdienste an Ostern stattfinden können:

"Wir sind dazu aktuell noch nicht sprechfähig. Wir werden uns mit der Landesregierung austauschen und in den Leitungsgremien abstimmen. Sobald es Klarheit gibt, erfahren Sie auf allen Kanälen davon."

Am Donnerstag erhielt CNA Deutsch die Nachricht, dass es auch im Erzbistum München und Freising Präsenzgottesdienste in der Karwoche und Osterzeit geben wird.

"Nach Gesprächen zwischen der Bayerischen Staatsregierung und den christlichen Kirchen sowie dem Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinde besteht Einvernehmen, dass Präsenzgottesdienste im Rahmen der Vorgaben der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung weiterhin uneingeschränkt zulässig bleiben", so lautet die Mitteilung.

Gleichzeitig sollen "digitale Gottesdienstformate verstärkt angeboten werden".

Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, äußerte sich erleichtert über die Einigung:

"Ich bin froh und dankbar, dass wir an Ostern, unserem wichtigsten Fest und Kern unseres Glaubens, in diesem Jahr auch wieder gemeinsam Gottesdienste in Präsenz feiern können, wenn auch unter Einschränkungen. Es ist selbstverständlich, dass wir mit unseren bewährten Schutzkonzepten das Infektionsrisiko weiterhin so gering wie möglich halten."

(Letzter Stand: Donnerstag, 25. März 2021, 11:03 Uhr)

Bistum Münster

Das Bistum Münster antwortete auf Anfrage, dass derzeit die Gespräche zwischen den Religionsgemeinschaften und der Politik laufen, "um zu schauen, ob und gegebenenfalls unter welchen Bedingungen Präsenzgottesdienste an den Kar- und Ostertagen gefeiert werden können". (Siehe auch: Antwort des Katholischen Büros NRW unter "Bistum Aachen") 

(Letzter Stand: Mittwoch, 24. März 2021, 16.30 Uhr)

Bistum Osnabrück

Ein Sprecher des Bistums Osnabrück verwies auf Anfrage von CNA Deutsch auf die gestern veröffentlichte Erklärung der niedersächsischen Bischöfe zu den Ostergottesdiensten.

In der Erklärung, die sowohl die katholischen wie auch die evangelischen Bischöfe Niedersachens unterzeichnet haben, heißt es:

"Ostern ist das älteste und zugleich das zentrale Fest der christlichen Kirchen, das für die Kultur unserer Gesellschaft prägend ist. Karfreitag und Ostern bringen die tiefgreifenden Erfahrungen menschlichen Lebens zur Sprache: Leiden, Sterben und Tod ebenso die Hoffnung auf ein Leben, das stärker ist als der Tod, ist die christliche Botschaft."

Deshalb sei man "irritiert darüber, aus den Medien erfahren zu müssen, dass die Kirchen gebeten sind, von Gründonnerstag bis Ostermontag ausschließlich digitale Gottesdienste zu halten". Die Kirchen seien sich ihrer "gesellschaftlichen Verantwortung sehr bewusst und leisten an vielen Stellen dazu selbstverständlich gerade in dieser Situation" ihren Beitrag, heißt es weiter in dem Schreiben.

Die Bischöfe betonen aber auch, dass die Freiheit der Religionsausübung "ein hohes Gut" sei. Präsenzgottesdienste sollten daher weiter ermöglicht werden. Wörtlich:

"Für viele Menschen kommt sie im persönlichen Erleben des Gottesdienstes und der Atmosphäre des Kirchenraumes zum Ausdruck. Im Sinne der Eigenverantwortlichkeit der Kirchen ist es unser Ziel, im Rahmen der bisherigen Regelungen der niedersächsischen Corona-Verordnung auch über Ostern Gottesdienste sowohl präsentisch als auch digital zu feiern."

Die Landesregierung hatte zudem ein Gespräch angeboten, an das auch die Vertreter des Katholischen Büros in Niedersachen teilnehmen. Dabei wolle man nach einer "einvernehmlichen Lösung" suchen. 

(Letzter Stand: Mittwoch, 24. März 2021, 16.30 Uhr)

Erzbistum Paderborn

Die Pressestelle des Erzbistums Paderborn teilte CNA Deutsch mit, dass es bislang "keine Neuigkeiten" gebe und verwies "auf den tagesaktuellen Corona-Ticker". Dort veröffentlicht das Erzbistum die neuesten Informationen.

(Letzter Stand: Mittwoch, 24. März 2021, 16.30 Uhr)

Bistum Passau

Die Pressesprecherin des Bistums Passau teilte CNA Deutsch am Mittwoch mit, dass die nötigen Gespräche für "spruchreife Ergebnisse" noch anstehen.

Am Donnerstag vermeldete die Pressestelle schließlich, dass Präsenzgottesdienste im Rahmen der Vorgaben der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung "weiterhin uneingeschränkt zulässig" bleiben. Nach weiteren Beratungen mit der Staatskanzlei bestehe auch das "Einvernehmen, dass zwar virtuelle beziehungsweise digitale Gottesdienstformate verstärkt angeboten werden sollen", jedoch soll es kein Verbot von Präsenzgottesdiensten geben.

Eine Änderung der bestehenden Regelung in der Verordnung sei nicht vorgesehen, heißt es weiter. Und: "Die gegebenenfalls bestehenden nächtlichen Ausgangsbeschränkungen (22:00 bis 5:00 Uhr) bei einer Inzidenz über 100 werden für die Feier der Osternacht nicht geändert werden."

Der Passauer Bischof Stefan Oster wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert:

"Ich bin sehr dankbar, dass Präsenzgottesdienst gefeiert werden können. Gerade Ostern ist das Hoffnungsfest schlechthin. Wir feiern den Sieg des Lebens über das Leiden und den Tod. Das ist doch gerade in dieser Pandemie-Zeit so herausragend wichtig – vor allem für einen gläubigen Menschen. Und wir haben spätestens an Weihnachten gezeigt, dass von unseren Gottesdiensten keine Gefahr ausgeht, vielmehr können sie Trost und Heilung für die Seele schenken. Daher freue mich über die jetzt gefundene Lösung."

(Letzter Stand: Donnerstag, 25. März 2021, 10:07 Uhr)

Bistum Regensburg

"Die Gespräche in Bayern sind noch nicht abgeschlossen", so ein Sprecher des Bistums am Mittwochnachmittag auf Nachfrage von CNA Deutsch. Eine Entscheidung steht demnach noch aus.

Über das bislang praktizierte Schutz- und Hygienekonzept äußerte sich der Bistumssprecher ebenfalls:

"Gründe, warum das Hygienekonzept der Diözese jetzt zum Osterfest nicht mehr seinen Schutzdienst erfüllen soll, sind mir bisher nicht bekannt geworden. In den vergangenen Monaten hat es sich jedenfalls hervorragend bewährt. Infektionsfälle aufgrund eines Kirchbesuchs sind mir unbekannt."

(Letzter Stand: Mittwoch, 24. März 2021, 16.30 Uhr)

Bistum Rottenburg-Stuttgart

Die Pressestelle des Bistums Rottenburg-Stuttgart hat auf die Anfrage von CNA Deutsch bislang nicht reagiert.

Auf der Homepage des Bistums heißt es in einer Meldung vom gestrigen Dienstag, dass "der Vorschlag, auf Präsenzgottesdienste zu verzichten" die Diözese "überrascht" habe.

"Bereits jetzt" habe man den einzelnen Kirchengemeinden empfohlen, "Gottesdienste im Internet zu überragen und digitale Angebote zu unterbreiten".

Gleichzeitig weist das Bistum auf die "bewährten und eingeübten Regelungen der Diözese" hin, die sich an den regionalen Inzidenzen orientieren (CNA Deutsch hat berichtet).

"Mit diesen Erfahrungen werden die Bischöfe in die Gespräche mit Ministerpräsident Kretschmann und der Landesregierung gehen", heißt es weiter.

(Letzter Stand: Mittwoch, 24. März 2021, 16.30 Uhr)

Bistum Speyer

Der Pressesprecher des Bistums teilte am Mittwoch auf Anfrage von CNA Deutsch mit, dass die Bistümer sich aktuell im Gespräch mit der Bundes- und den Landesregierungen befinden. Ergebnisse dieser Gespräche lägen bislang nicht vor.

(Letzter Stand: Mittwoch, 24. März 2021, 16.30 Uhr)

Bistum Trier

Das Bistum hat bislang nicht auf die Anfrage von CNA Deutsch reagiert.

(Letzter Stand: Mittwoch, 24. März 2021, 16.30 Uhr)

Bistum Würzburg

Das Bistum antwortete schließlich am späten Mittwochabend auf die Anfrage von CNA Deutsch.

Aus dem beigefügten Schreiben des Generalvikars Jürgen Vorndran geht hervor, dass Präsenzgottesdienste an Ostern zwar theoretisch möglich sind, allerdings nur unter strengen Auflagen.

"Öffentliche Gottesdienste einschließlich der Messfeiern können gefeiert werden, wenn sie nach staatlichem Recht gestattet sind", heißt es in der Verordnung des Generalvikars. Wörtlich:

"Wenn sich die staatlichen Vorgaben sowie die Rahmenbedingungen zur Feier öffentlicher Gottesdienste nicht einhalten lassen, muss auf die Feier von öffentlichen Gottesdiensten im Zeitraum vom 29. März 2021 bis 18. April 2021 verzichtet werden."

Die vom Bistum Würzburg bevorzugte Art, den Gottesdienst mitzufeiern, ist laut der Verordnung jedoch weiterhin die Übertragung. Paragraph 1 Abschnitt 3 lautet:

"Es wird darum gebeten, wo immer möglich, Gottesdienste zu streamen."

Weiter weist der Generalvikar daraufhin, dass mögliche Ausgangssperren berücksichtigt werden müssen. Die Gottesdienste seien im Fall von derartigen Regelungen "zeitlich so anzusetzen, dass die Gottesdienstbesucher bis 22:00 Uhr zurück in ihren Wohnungen sein können und sie nicht vor 5:00 Uhr verlassen müssen." Und: "Dies gilt auch für die Feier der Osternacht.

Das Schutzkonzept für die Präsenzgottesdienste sieht folgende Regelungen vor:

  • FFP2-Maskenpflicht für Personen ab 15 Jahren, generelle Maskenpflicht
  • Sitzabstand mindestens von 1,5 Meter
  • Kein Gemeindegesang
  • Händedesinfektion beim Betreten des Gotteshauses
  • Händedesinfektion der Kommunionspender

(Letzter Stand: Mittwoch, 24. März 2021, 22.15 Uhr)

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