Papst-Botschafter Eterovic feiert mit Eichstätter Domkapitel 200-jähriges Jubiläum

Bischof Hanke bei Feier nicht anwesend: "Auswärtige Verpflichtungen"

Erzbischof Nikola Eterovic
Foto: Roberta F / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
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Es sind zwei Jahrhunderte der Tradition, die auch der Botschafter des Papstes persönlich würdigt: Mit einer heiligen Messe begeht am Donnerstag das Eichstätter Domkapitel das 200-jährige Jubiläum seiner Wiedererrichtung. Zelebrant und Prediger ist der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterović.

Zuvor hält der Münchner Domdekan und prominente Prälat Lorenz Wolf einen Festvortrag im Priesterseminar Eichstätt.

Bischof Gregor Maria Hanke beglückwünschte das Gremium: „Ich gratuliere dem Domkapitel zu seinem Jubiläum und danke ihm für die Zusammenarbeit und seinen wertvollen Dienst in der Diözese Eichstätt.“

Das Bistum teilte gleichhzeitg mit, der Bischof bedauere, dass er an den Feierlichkeiten nicht teilnehmen könne: "Er ist durch auswärtige Verpflichtungen gebunden", so die offizielle Begründung.

Stichwort: Das Eichstätter Domkapitel

Vor genau 200 Jahren, am 25. November 1821, ist das Domkapitel nach seiner Aufhebung durch die Säkularisation auf der Grundlage des Konkordats zwischen dem Apostolischen Stuhl und dem Königreich Bayern feierlich wiedererrichtet worden.

2018 wurden die Strukturen der Diözese neuorganisiert: Das Domkapitel nimmt seither die Aufgaben des beratenden "Konsultorenkollegiums" wahr, die nach dem Kirchenrecht – wie es in Deutschland durch Beschluss der Bischofskonferenz 1983 geschehen ist – ihm zugewiesen werden können.

Alle Mitglieder des Domkapitels sind zudem mit pfarr-pastoralen Aufgaben betraut. 

Im Konkordat von 1817 hatte sich das Königreich Bayern verpflichtet, die Diözesen und Domkapitel mit weltlichen Gütern auszustatten, von deren Erträgnissen der Lebensunterhalt des Bischofs und der Kapitelsmitglieder und auch die Sachausgaben bestritten werden sollten. Da der bayerische Staat diese – im Konkordat von 1924 wiederum zugesagte – Dotation bis heute nicht geleistet hat, werden Bischöfe, Domkapitulare und Domvikare vom Staat "besoldet".

Seit dem Konkordat von 1924 wechseln sich Bischof und Kapitel bei der Bestellung eines neuen Mitglieds des Domkapitels ab: Einmal ernennt der Bischof den neuen Domkapitular nach Anhörung des Kapitels. Beim nächsten Mal wählt das Kapitel. Die Wahl bedarf der Bestätigung durch den Bischof. 

Die Entstehung des Kapitels geht zurück auf das Benediktinerkloster, das der heilige Willibald als erster Bischof der Diözese Eichstätt im Jahre 740 gründete. Zu Beginn des 9. Jahrhunderts wurde das „Kathedralkapitel“ in ein weltliches Chorherrenstift umgewandelt. Aus diesem entstand im Laufe des 11. Jahrhunderts das Domkapitel von Eichstätt.

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