Papst fordert in Thailand geordnete Migration, würdigt Vielfalt

Die Rede von Papst Franziskus in Bangkok war die erste seiner Thailandreise.
Foto: Vatican Media
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In seiner ersten offiziellen Rede in Thailand hat Papst Franziskus zu einer weltweiten Lösung der Migrationskrise aufgerufen. Diese sei nur durch eine "sichere, geordnete und geregelte" Vorgehensweise möglich.  

Als "multikulturelle, durch Vielfalt geprägte Nation", so Franziskus, erkenne Thailand seit langem, wie wichtig es sei "das friedliche Zusammenleben zwischen seinen zahlreichen ethnischen Gruppen aufzubauen" und den verschiedenen Religionsgruppen "Achtung und Hochschätzung entgegenzubringen".

Thailand ist ein bis heute zutiefst vom Theravada, der ältesten Tradition des Buddhismus, geprägtes Land: Rund 95 Prozent der Bevölkerung sind Anhänger der Religion, die von den – in Thailand ausschließlich männlichen – Ordensstrukturen im Land geprägt ist..

Katholiken machen weniger als 0,5 Prozent der Bevölkerung aus. Somit dominiert heute auch ein örtliches Erdbeben die Schlagzeilen der Nation, nicht der Besuch aus Rom.

"Ich möchte Ihnen persönlich versichern, dass die kleine, doch lebendige katholische Gemeinschaft alle Bemühungen unternimmt, die so typischen Eigenschaften der Thai zu erhalten und zu fördern, die in Ihrer Nationalhymne erwähnt werden: friedliebend und freundlich, aber nicht feige", sagte der Pontifex.

Der gestern in Bangkok gelandete Papst hat am heutigen Donnerstag unter anderem auch den Besuch eines buddhistischen Tempels sowie ein Treffen mit Vertretern des diplomatischen Korps und der Zivilgesellschaft auf dem Programm.

Seine Reise fällt mit dem 350. Jahrestag des Apostolischen Vikariats von Siam zusammen. Diese 1669 gegründete Präsenz im Land war der erste formale Schritte, den Katholizismus im Land einzuführen.

Im Government House in Bangkok sprach der Papst am heutigen 21. November über Probleme, die heute "globaler Natur" seien und "die ganze Menschheitsfamilie" beträfen.

Diese "erfordern ein entschiedenes Engagement für internationale Gerechtigkeit und Solidarität zwischen den Völkern". Thailand leiste dazu einen wichtigen Beitrag, fuhr Franziskus fort. Als Beispiel nannte er eine "Ethik- und Sozialkommission" im Land. 

Als besonderes Beispiel nannte der Papst das Phänomen der Massenmigration

"Einmal mehr verleihe ich meiner Hoffnung Ausdruck, dass die internationale Gemeinschaft in verantwortungsvoller Weise und mit Weitblick agiere, um (...) eine sichere, geordnete und geregelte Migration zu fördern", sagte der Papst den Vertretern der Regierung, der Zivilgesellschaft und des Diplomatischen Korps.

Nur so sei auch der Ausbeutung und Versklavung beizukommen, die vor allem Frauen und Kinder beträfe, sagte der Papst.

"Dieses Jahr, in dem der dreißigste Jahrestag der Kinderrechtskonvention begangen wird, sind wir eingeladen, über den notwendigen Schutz des Wohls unserer Kinder, über ihre soziale und intellektuelle Entwicklung, ihren Zugang zu Bildung wie auch ihr körperliches, seelisches und geistiges Wachstum nachzudenken."

Während seines dreitägigen Aufenthaltes in Thailand hat Franziskus seine Kusine zweiten Grades zur Seite. Wie CNA Deutsch berichtete, ist die Salesianerin seit Jahrzehnten in Thailand tätig.

Am Samstag, 23. November bricht der Pontifex nach Japan auf. Diese nächste Etappe ist zugleich die letzte seiner 32. Auslandsreise.

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