Papst Franziskus an UN-Sicherheitsrat: Brauchen "ganzheitliche Lösung" für Nahost

Papst Franziskus bei der Jubiläumsaudienz auf dem Petersplatz zu Ehren der Sicherheits- und Einsatzkräfte am 30. April 2016.
Foto: CNA/Alexey Gotovskiy

Papst Franziskus ist besorgt über die sich verschlechternde Lage im Nahen Osten und drängt auf ein anhaltendes Engagement für Dialog in der Region. Das hat ein hochrangiger Diplomat des Vatikans vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen betont. 

Wie die "Catholic News Agency" (CNA) berichtet, übermittelte Monsignore Fredrik Hansen, Chargé d'Affaires der Ständigen Beobachtermission des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in New York, den Appell des Papstes am 22. Januar an den UN-Sicherheitsrat.  

Mit Blick auf die Krisen in Syrien, im Jemen und dem Heiligen Land habe der Papst betont – so Hansen – dass es "von größter Wichtigkeit" sie, "das Engagement der internationalen Gemeinschaft für die Flamme des Dialogs" am Leben zu erhalten, und "dass diese Herausforderungen mit einem ganzheitlichen Ansatz angegangen werden".

"Schleier des Schweigens"

Papst Franziskus habe zu "unerschütterlichem und effektivem Engagement" aufgerufen, sagte Hansen, um dem entgegenzuwirken, dass ein "Schleier des Schweigens über den Krieg fällt, der Syrien im letzten Jahrzehnt verwüstet hat".

Syrien bedürfe "geeigneter und weitsichtiger Lösungen", um dem "geliebten syrischen Volk" beim Wiederaufbau zu helfen und wieder Frieden zu erfahren.

Nach Angaben des vatikanischen Diplomaten ist Papst Franziskus besorgt über das anhaltende "Schweigen und die Gleichgültigkeit" im Jemen, "eine der schwersten humanitären Krisen der jüngsten Geschichte", und sagte, dass ein Mangel an internationaler Aufmerksamkeit weiteres Leid und den Verlust von Menschenleben ermöglichen könnte.

Hansen teilte auch mit, dass der Heilige Stuhl weiterhin für die "Status-quo-Politik" Jerusalems eintrete, was religiöse Stätten christlicher Konfessionen wie auch des Islam und Judentums betreffe.

Papst Franziskus wünsche sich ein Jerusalem als Stadt des Frieden und Ort der fortwährenden Begegnung, fuhr Monsignore Hansen fort.

Der Diplomat und Priester betonte, dass Papst Franziskus Anfang des Monats die internationale Gemeinschaft aufgefordert habe, sich erneut für einen Friedensprozess zwischen Israel und Palästina zu engagieren.

"Was Papst Franziskus kürzlich in Bezug auf Israel und Palästina gesagt hat, könnte auf die gesamte Region und sogar auf die ganze Welt abezogen werden", sagte Hansen.

Mit Blick auf den nahenden 75. Jahrestag der Gründung der Vereinten Nationen erklärte der trotz ihrer Ziele bleiben Frieden und Sicherheit ein weltweites Anliegen.

Der Heilige Stuhl stehe für ein "unerschütterliches Engagement für den Frieden und die Unterstützung aller Initiativen, die sich um die Vermittlung von Verhandlungslösungen bemühen".

"Zu diesem Zweck ermutigt der Heilige Stuhl alle Parteien, einen offenen und konstruktiven Dialog zu fördern, der auf den Prinzipien basiert, auf denen diese Organisation vor 75 Jahren aufgebaut wurde", so Hansen.

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