Papst Franziskus: "Barbarei des Krieges" muss Sehnsucht nach Einheit der Christen nähren

Papst Franziskus
Foto: CNA/Daniel Ibanez

Bei einer Audienz für Teilnehmer an der Vollversammlung des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen am Freitag hat Papst Franziskus betont, angesichts der "Barbabei des Krieges" in der Ukraine müsse die "Sehnsucht nach Einheit neu genährt werden".

"Wer aus Gewohnheit oder Resignation die Spaltungen zwischen den Christen ignoriert, duldet die Verunreinigung der Herzen, die einen fruchtbaren Boden für Konflikte bildet", erklärte der Heilige Vater. Das Evangelium des Friedens werde "nur dann glaubwürdiger sein, wenn es von Christen verkündet wird, die in Jesus, dem Friedensfürsten, endgültig versöhnt sind".

Gleichzeitig stelle der Ukraine-Krieg die Frage: "Was haben die Kirchen getan und was können sie tun, um die "Entwicklung einer weltweiten Gemeinschaft zu ermöglichen, in der eine Geschwisterlichkeit unter den die soziale Freundschaft lebenden Völkern und Nationen herrscht" (Fratelli tutti, 154)? Das ist eine Frage, über die wir gemeinsam nachdenken müssen."

Coronavirus-Krise

Die Coronavirus-Krise habe einerseits die Notwendigkeit mit sich gebracht, "Abstand voneinander zu halten", andererseits aber deutlich gemacht, "wie nahe wir einander wirklich sind und wie verantwortlich wir füreinander sind", fuhr Papst Franziskus fort. "Es ist wichtig, dass wir dieses Bewusstsein weiter pflegen und dass daraus Initiativen entstehen, die dieses Gefühl der Brüderlichkeit deutlich machen und verstärken."

Der Heilige Vater sagte:

Es ist heute nicht möglich, es ist nicht praktikabel, dass ein Christ mit seinem eigenen Bekenntnis allein geht. Entweder wir gehen gemeinsam, alle brüderlichen Konfessionen, oder wir gehen nicht. Heute ist das Bewusstsein für die Ökumene so ausgeprägt, dass man sich nicht mehr vorstellen kann, den Weg des Glaubens ohne die Begleitung von Brüdern und Schwestern anderer Kirchen oder kirchlicher Gemeinschaften zu gehen. Und das ist eine großartige Sache. Allein, niemals. Das können wir nicht.

Man könne "nicht warten, bis die Theologen sich einig sind, um den Weg der Einheit einzuschlagen", auch wenn die theologische Arbeit wichtig sei: "Geht als Brüder, im gemeinsamen Gebet, in Werken der Nächstenliebe, in der Suche nach der Wahrheit. Als Brüder. Und diese Brüderlichkeit gilt für uns alle."

Konzil von Nizäa und Synodalität

Gegen Ende seiner Ansprache verwies der Pontifex auf das Konzil von Nizäa, das sich 2025 zum 1700. Mal jährt und Überlegungen des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen ökumenisch gefeiert werden soll.

"Der Stil und die Beschlüsse des Konzils von Nizäa sollten den heutigen ökumenischen Weg erhellen und zu neuen konkreten Schritten in Richtung auf das Ziel der vollständigen Wiederherstellung der christlichen Einheit führen", forderte Franziskus.

Beim der noch bis 2023 laufenden Weltsynode der katholischen Kirche sei es sinnvoll nach Wegen zu suchen, um "auch die Stimmen der Brüder und Schwestern anderer Konfessionen zu Fragen zu hören, die den Glauben und die Diakonie in der heutigen Welt herausfordern."

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