Papst Franziskus: Fürbitte und Dienen ist nicht nur "Frauensache"

Papst Franziskus
Foto: CNA Deutsch / Daniel Ibáñez
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Bei der heutigen Generalaudienz hat Papst Franziskus seine Katechesereihe über den Sinn und Wert des Alters fortgesetzt. Anhand der Evangeliumsstelle über die Heilung der Schwiegermutter des Apostels Petrus zeigte der Pontifex auf, dass der Dienst der Fürbitte und des Dienstes an Bedürftigen nicht alleine "Frauensache" sei.

Am Ende der Generalaudienz rief der Heilige Vater die Gläubigen außerdem dazu auf, den Krieg in der Ukraine nicht zu vergessen.

"Nicht nur Frauensache"

Es sei in der betreffenden Bibelstelle nicht eindeutig klar, ob es sich bei der Krankheit der Schwiegermutter des Heiligen Petrus lediglich um eine leichte Krankheit handle, sagte Papst Franziskus.

"Wenn man alt ist, hat man keine Kontrolle mehr über seinen Körper. Man muss lernen, sich zu entscheiden, was man tun und was man lassen will. Die Kraft des Körpers lässt nach und verlässt uns, auch wenn unser Herz nicht aufhört, sich zu sehnen. Dann muss man lernen, das Verlangen zu läutern: geduldig sein, wählen, was man vom Körper, vom Leben verlangt", so der Pontifex.

Krankheit – so der in einem Rollstuhl seine Termine wahrnehmende Papst – sei eine Belastung für ältere Menschen, da sie den Tod zu "beschleunigen" scheine und das Leben verkürze. Häufig sei Bitterkeit die Folge, die es alten Menschen unmöglich mache, vor lauter Trauer über den Verlust so vieler Dinge aus der Vergangenheit die "Ankunft des Neuen" zu genießen.

In einer Zeit, in der die Zahl der älteren Menschen massiv zugenommen habe, sei es wichtig, die Alten zu besuchen und sich um sie zu kümmern, erneuerte der Pontifex seinen Appell. "Wir müssen uns verpflichtet fühlen, die alten Menschen, die oft allein sind, zu besuchen und sie mit unseren Gebeten dem Herrn vorzustellen. Jesus selbst wird uns lehren, wie wir sie lieben können", sagte Franziskus wörtlich. Und weiter:

"Es ist gut, dass die Älteren noch die Verantwortung des Dienens pflegen und der Versuchung widerstehen, sich zurückzuziehen. Der Herr wirft sie nicht weg, im Gegenteil, er gibt ihnen die Kraft zu dienen. Und ich möchte anmerken, dass die Evangelisten in diesem Bericht keinen besonderen Akzent setzen: Es geht um die Normalität der Nachfolge, die die Jünger auf dem Ausbildungsweg, den sie in der Schule Jesu durchlaufen, in vollem Umfang lernen werden. Die Ältesten, die sich die Bereitschaft zur Heilung, zum Trost, zur Fürsprache für ihre Brüder und Schwestern bewahren – seien es Jünger, seien es Hauptmänner der römischen Armee, von bösen Geistern heimgesuchte Menschen, Ausgestoßene... – sind vielleicht das beste Zeugnis für die Reinheit dieser Dankbarkeit, die den Glauben begleitet."

Der Papst fügte hinzu, dass man lernen müsse, dass der Geist der Fürbitte und des Dienens, den Jesus allen seinen Jüngern vorschreibt, nicht nur eine "Frauensache" sei. Männer und Frauen könnten in ihrem gemeinsamen Dienst für da Evangelium voneinander lernen.

"Vergessen wir nicht das geplagte Volk der Ukraine"

In seiner Ansprache nach der Katechese erinnerte Papst Franziskus einmal mehr an den Krieg in der Ukraine. "Bitte vergessen wir nicht das geplagte Volk der Ukraine, das immer noch den Krieg erleiden muss", so der Heilige Vater, "gewöhnen wir uns nicht daran, als ob der Krieg etwas ist, das fern ist." 

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