Papst Franziskus: Armen Ländern muss mit Impfstoffen geholfen werden

Papst Franziskus begrüßt die Mitglieder der Stiftung der Biomedizinischen Universität bei ihrem Termin im Vatikan am 18. Oktober 2021
Foto: Vatican Media / CNA Deutsch

Am Fest des Schutzpatrons der Ärzte hat Papst Franziskus gegenüber Mitgliedern der Universität Campus Bio-Medico einer medizinischen Fakultät, die dem Opus Dei angeschlossen ist, über die Rolle der Medizin inmitten einer "Wegwerfkultur" gesprochen und betont: "Es gibt kein Leben, das unwürdig ist oder weggeworfen werden muss, weil es nicht dem Kriterium der Nützlichkeit oder den Anforderungen des Profits entspricht".

Papst Franziskus betonte am heutigen 18. Oktober in der Sala Clementina im Vatikan: "Wir erleben eine wahre Wegwerfkultur; das ist ein bisschen wie die Luft, die wir atmen, und wir müssen gegen diese Wegwerfkultur vorgehen."

In seiner Audienz mit Medizinern am Fest des heiligen Lukas, des Schutzpatrons der Ärzte, sagte der Papst, dass jede Gesundheitseinrichtung, besonders jene mit christlicher Grundlage, ein Ort sein sollte, an dem man sagen kann: "Hier kannst du die heilende Wirkung der Menschenwürde erfahren".

Papst Franziskus traf sich mit der Stiftung, die das Universitätskrankenhaus Campus Bio-Medico in Rom unterstützt, ein Krankenhaus der medizinischen Fakultät, das der katholischen Personalprälatur Opus Dei angeschlossen ist.

"Es ist schön, Sie persönlich an dem Tag zu treffen, an dem wir den heiligen Lukas feiern, den der Apostel Paulus 'den geliebten Arzt' nennt", sagte Papst Franziskus. "Den Patienten vor die Krankheit zu stellen, ist in jedem Bereich der Medizin wesentlich; es ist grundlegend für eine wirklich umfassende, wirklich menschliche Behandlung", so der Pontifex weiter.

Papst Franziskus lobte eine Vision der Medizin, in der "die Zentralität der Person" die Grundlage der Patientenversorgung, der Lehre und der Forschung sei.

Diese Sichtweise stelle "nicht Ideen, Techniken und Projekte an die erste Stelle, sondern die eigentliche Person, den Patienten, um den man sich kümmert, indem man seine Geschichte versteht und freundschaftliche Beziehungen aufbaut, die das Herz heilen."

"Die Liebe zum Menschen, vor allem in seinem Zustand der Zerbrechlichkeit, in dem das Bild des gekreuzigten Jesus durchscheint, ist spezifisch für eine christliche Wirklichkeit und darf niemals verloren gehen", sagte der Papst.

In seiner Ansprache am Montag sagte Papst Franziskus, die Pandemie habe gezeigt, wie wichtig es sei, sich zu vernetzen und zusammenzuarbeiten, um gemeinsame Probleme in der Medizin zu lösen.

"Nächstenliebe erfordert ein Geschenk: Wissen muss geteilt werden, Kompetenz muss geteilt werden, Wissenschaft muss geteilt werden", sagte er. Länder mit weniger Ressourcen beispielsweise sollten mit Impfstoffen unterstützt werden. "Medikamente müssen mit Würde verteilt werden, nicht als klägliche Almosen", betonte er gleichzeitig gegenüber seinen Zuhörern im Vatikan.

"Medizin ist eine Kunst, eine Kunst, die Kopf und Herz einbezieht, die Wissen und Mitgefühl, Professionalität und Frömmigkeit, Kompetenz und Empathie verbindet", so Papst Franziskus.

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Übersetzt und redigiert aus dem englischen Original.