Papst Franziskus ruft zum Gebet gegen Verfolgung und Diskriminierung auf

Papst Franziskus betet am Kirchplatz in Mossul (Irak) am 7. März 2021
Foto: Vatican Media

Angesichts neuer Berichte über wachsende Verfolgung von Christen hat Papst Franziskus für den ersten Monat des Jahres 2022 die Katholiken gebeten, für alle Menschen zu beten, die religiöser Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt sind.

In einem Videoaufruf, der am 4. Januar veröffentlicht wurde, nannte der Papst religiöse Verfolgung "unmenschlich".

Das Video, das Szenen von zerstörten Kirchen und Ausschnitte von der Irak-Reise von Papst Franziskus im März 2021 zeigt, wird vom Weltweiten Gebetsnetzwerk des Papstes gefördert, das auf die monatlichen päpstlichen Gebetsanliegen aufmerksam macht.

Der Appell von Papst Franziskus kam inmitten von Berichten über die zunehmende Verfolgung von Christen in der ganzen Welt.

Die Organisation Open Doors listete im vergangenen Jahr Nordkorea, Afghanistan, Somalia und Nigeria auf ihrer jährlichen Weltbeobachtungsliste unter den zehn schlimmsten Ländern, in denen Christen unterdrückt werden.

Irak und Syrien, die als Länder mit "extremer" Christenverfolgung beschrieben werden, stehen auf Platz 11 bzw. 12 der Liste.

Insgesamt sind schätzungsweise 340 Millionen Christen weltweit von Verfolgung betroffen, so der Bericht von Open Doors für das Jahr 2021, ein Anstieg um 30 Millionen im Vergleich zum Vorjahr.

Der Vatikan meldete vergangenen Monat, dass 22 katholische Missionare im Jahr 2021 getötet wurden – die Hälfte von ihnen in Afrika.

"Wie können wir zulassen, dass in dieser so zivilisierten Gesellschaft Menschen verfolgt werden, nur weil sie sich öffentlich zu ihrem Glauben bekennen? Das ist nicht nur inakzeptabel, sondern auch unmenschlich und wahnsinnig", sagte Papst Franziskus.

Der Außenminister der Vereinigten Staaten, Antony Blinken, wurde letztes Jahr kritisiert, nachdem Nigeria von der Beobachtungsliste für Verfolgung gestrichen worden war.

Die Gewalt gegen Christen in Nigeria hat nach Ansicht einiger christlicher Führer das Ausmaß eines Völkermords erreicht, da die Christen von militanten Fulani, der militanten Gruppe Boko Haram und der Provinz Islamischer Staat Westafrika (ISWAP) bedroht werden.

In dem westafrikanischen Land werden durchschnittlich 10 Christen pro Tag getötet. Angriffe auf Dörfer und Gräueltaten an Frauen und Kindern werden oft ungestraft begangen.

Das Gebetsvideo des Papstes für Januar wird vom katholischen Hilfswerk Kirche in Not unterstützt, das verfolgten Christen in mehr als 140 Ländern weltweit hilft.

In dem Video betont Papst Franziskus, dass Religionsfreiheit nicht nur die Freiheit bedeutet, an einem bestimmten Wochentag einen Gottesdienst zu feiern, sondern auch, die Unterschiede der anderen zu schätzen und sie als wahre Geschwister zu akzeptieren.

"Als Menschen haben wir so viele Gemeinsamkeiten, dass wir nebeneinander leben können und unsere Unterschiede mit der Freude, Brüder und Schwestern zu sein, annehmen können", sagte er.

"Lasst uns den Weg der Brüderlichkeit wählen. Denn entweder sind wir Brüder und Schwestern, oder wir verlieren alle", so der Papst.

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Übersetzt und redigiert aus dem Original der CNA Deutsch-Schwesteragentur.