Papst Franziskus warnt vor der Häresie der Gnosis

Papst Franziskus bei der Katechese auf dem Petersplatz.
Foto: CNA Deutsch / Daniel Ibanez
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In der Generalaudienz am heutigen Mittwoch hat Papst Franziskus in seiner Katechese-Reihe über das Altern auch von der Versuchung der Gnosis gewarnt.

Der Pontifexsprach dabei über die biblische Figur des Eleasar, der zur Zeit der Verfolgung durch Antiochus Epiphanes lebte. Seine Gestalt sei ein" Zeugnis für die besondere Beziehung, die zwischen der Treue des Alters und der Ehre des Glaubens besteht", so der Papst. 

Der Glaube ist mehr als ein "anachronistischer Fetisch"

"Die Ehre des Glaubens gerät von Zeit zu Zeit unter Druck, sogar unter gewalttätigen Druck seitens der Kultur der Herrschenden, die versuchen, ihn zu entwerten, indem sie ihn als archäologischen Fund, als alten Aberglauben, als anachronistischen Fetisch behandeln", klagte Franziskus.

Eleasars standhafte Weigerung, das Götzenopferfleisch nicht zu essen, sei vorbildhaft, da er "ein ganzes Leben lang in der Kohärenz seines Glaubens gelebt" habe. "Den Glauben im Alter zu entehren, um ein paar Tage zu gewinnen, steht in keinem Verhältnis zu dem Vermächtnis, das er den jungen Menschen für ganze Generationen hinterlassen muss", so der Pontifex. "Ein solches Verhalten macht dem Glauben keine Ehre, nicht einmal vor Gott. Und die Auswirkungen dieser äußeren Trivialisierung werden sich verheerend auf das Innenleben der jungen Menschen auswirken." Franziskus wörtlich:

"Gerade das Alter erscheint hier als der entscheidende, unersetzliche Ort für dieses Zeugnis. Ein älterer Mensch, der aufgrund seiner Verletzlichkeit akzeptiert, dass die Ausübung des Glaubens irrelevant ist, würde junge Menschen glauben machen, dass der Glaube keine echte Beziehung zum Leben hat. Sie erscheint ihnen von Anfang an als eine Reihe von Verhaltensweisen, die bei Bedarf simuliert oder verheimlicht werden können, weil keine von ihnen so wichtig für das Leben ist."

Die Häresie der Gnosis

Die antike Mode-Religiosität der "Gnosis" sei eine "mächtige und sehr verführerische Falle für das Christentum der ersten Jahrhunderte" gewesen, weil dort ebenfalls behauptet worden sei, dass der Glaube lediglich eine "Spiritualität" sei und nicht eine Praxis.

Auch heute sei diese "Häresie" noch in Mode, unterstrich Franziskus. "Das Problem ist, dass die gnostische Radikalisierung dieser Wahrheit den Realismus des christlichen Glaubens zunichte macht, der immer durch die Inkarnation gehen muss." 

Der Papst sagte wörtlich:

"Natürlich wissen wir, dass die Ausübung des Glaubens zu einem seelenlosen Äußeren werden kann. Aber an sich ist sie nicht seelenlos. Vielleicht ist es an uns Älteren, dem Glauben seine Ehre zurückzugeben. Die Praxis des Glaubens ist nicht das Symbol unserer Schwäche, sondern vielmehr das Zeichen unserer Stärke. Wir sind keine Jungen mehr. Wir haben nicht gescherzt, als wir uns auf den Weg des Herrn gemacht haben (...) Wir werden unseren Glauben nicht für eine Handvoll ruhiger Tage eintauschen. Wir werden in aller Bescheidenheit und Festigkeit bis ins hohe Alter zeigen, dass der Glaube nichts "für alte Männer" ist. Und der Heilige Geist, der alles neu macht, wird uns gerne helfen. "

Weiterhin Kniebeschwerden

Am Ende der Generalaudienz grüßte der Pontifex die anwesenden Gläubigen noch in verschiedenen Landessprachen und bat erneut um Verständnis dafür, dass er sich im Sitzen verabschieden müsse, weil seine Knie noch immer schmerzen.

Wie CNA Deutsch berichtete, leidet Papst Franziskus unter Kniebeschwerden, sodass er in jüngster Zeit bereits wiederholt Termine absagen musste – und Empfänge im Sitzen absolviert.

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