Papst Franziskus will „Leidenschaft für die Neuevangelisierung“ entfachen

Papst Franziskus, Generalaudienz, 11. Januar 2023
Foto: screenshot / YouTube / Vatican News

Um die „Leidenschaft für die Neuevangelisierung“ zu entfachen, hat Papst Franziskus am Mittwochmorgen bei der Generalaudienz eine neue Katechesenreihe begonnen, die sich dem „apostolischen Eifer“ widmen soll. „Ohne apostolischen Eifer verdorrt der Glaube“, mahnte das Oberhaupt der katholischen Kirche.

Der apostolische Eifer sei „eine lebenswichtige Dimension für die Kirche“, hob der Pontifex hervor, denn die „Gemeinschaft der Jünger Jesu“ war „apostolisch und missionarisch“: „Der Heilige Geist formt sie nach außen, so dass sie nicht in sich selbst verschlossen ist, sondern sich nach außen wendet, ein ansteckendes Zeugnis Jesu, das sich ausstreckt, um sein Licht bis an die Enden der Erde auszustrahlen.“

Bei der Katechese am Mittwoch in der vatikanischen Audienzhalle beschäftigte sich Franziskus mit der Berufung des Matthäus, wie sie im Evangelium geschildert wird. Man könne sich die Verachtung des Volkes für ihn, den Zöllner, vorstellen, so der Papst. „Aber in den Augen Jesu ist Matthäus ein Mensch, sowohl mit seinem Elend als auch mit seiner Größe. Und während zwischen Matthäus und seinem Volk Distanz besteht, nähert sich Jesus ihm, denn jeder Mensch ist von Gott geliebt.“

Jener Blick, „der den anderen, wer auch immer er sein mag, als Empfänger der Liebe sieht, ist der Beginn der evangelisierenden Leidenschaft“, sagte der Pontifex. „Alles geht von diesem Blick aus, den wir von Jesus lernen.“

In einem zweiten Schritt komme es zu einer „Bewegung“. Nach der Aufforderung Christi, ihm nachzufolgen Matthäus, stand dieser auf und wurde sein Jünger.

Das Aufstehen des Matthäus sei wichtig, denn damals hatte derjenige, der saß, Macht, erläuterte Papst Franziskus. Zunächst habe Christus ihn also von seiner Macht befreit. „Sitzen wir Jünger Jesu, wir, die Kirche, herum und warten darauf, dass die Menschen kommen, oder wissen wir, wie man aufsteht, um sich mit anderen auf den Weg zu machen, um andere zu suchen?“, fragte der Papst.

Nach dem Blick Jesu und dem Aufstehen des Matthäus gebe es schließlich aber noch ein Ziel, betonte der Pontifex: „Matthäus kehrt in seine Umgebung zurück, aber er kehrt verändert und mit Jesus zurück. Sein apostolischer Eifer beginnt nicht an einem neuen, reinen und idealen Ort, sondern dort, wo er lebt, bei den Menschen, die er kennt.“

Analog gelte für die Christen heute: „Wir müssen nicht warten, bis wir perfekt sind und einen langen Weg in der Nachfolge Jesu zurückgelegt haben, um ihn zu bezeugen; unsere Verkündigung beginnt heute, dort, wo wir leben. Und sie beginnt nicht damit, dass wir versuchen, andere zu überzeugen, sondern damit, dass wir jeden Tag die Schönheit der Liebe bezeugen, die uns angeschaut und emporgehoben hat.“

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