Papst würdigt das Zeugnis eines 2011 ermordeten pakistanischen Katholiken

Papst Franziskus trifft die "Shabaz Bhatti Mission" am 30. November 2018
Foto: Vatican Media
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Der Diener Gottes Shahbaz Bhatti, ein katholischer Politiker aus Pakistan, der 2011 von radikalen Muslimen ermordet wurde, ist ein Zeuge dafür, wie man als Christ aus Liebe handelt, auch angesichts des Hasses. 

Das sagte Papst Franziskus am heutigen Freitag einer pakistanischen Vereinigung, die den Namen Bhatti trägt.

Der Pontifex betonte am 30. November, man müsse ein leuchtendes Zeugnis des christlichen Glaubens sein, so wie der Märtyrer Shahbaz Bhatti und viele andere Blutzeugen unserer Zeit: "Der demütige und mutige Glaube an den Herrn Jesus und die Fähigkeit, Liebe statt Hass zu bringen".

Papst Franziskus lobte das Zeugnis des Namensgebers des Vereins "Shahbaz Bhatti Mission", dessen Heiligtum im März 2016 von der Diözese Islamabad-Rawalpindi eröffnet wurde.

"Ich freue mich zu wissen, dass [Bhatti] heute von vielen in Pakistan geliebt und geschätzt wird und dass sein Opfer reiche Früchte der Hoffnung trägt", sagte er.

"Die Worte Jesu gelten auch für ihn: "Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es nur ein einziges Korn; aber wenn es stirbt, bringt es viel Frucht.""

Diese Frucht, so fuhr er fort, findet sich "im Dialog, im Verständnis und in der Versöhnung; Frucht in Stärke, Mut und Sanftmut".

Bhatti, der von 2008 bis zu seiner Ermordung im März 2011 im Alter von 42 Jahren als pakistanischer Bundesminister für Minderheitenangelegenheiten tätig war, war damals das einzige christliche Mitglied im pakistanischen Kabinett.

Pakistan ist offiziell eine Islamische Republik, und wie weite Teile der muslimischen Welt ringt das Land mit zunehmend radikalen Strömungen. 

Die Taliban reklamierten damals die Ermordung Bhattis für sich - sie erklärten ihn wegen seines christlichen Glaubens zum "Gotteslästerer von Mohammed".

Als er sein Amt als Bundesminister für Minderheitenangelegenheiten antrat, sagte Bhatti, dass er sein Leben dem "Kampf für menschliche Gleichheit, soziale Gerechtigkeit, Religionsfreiheit und für die Stärkung der Gemeinschaften der religiösen Minderheiten" gewidmet habe und dass er das Amt im Namen der "Unterdrückten, niedergeschlagenen und marginalisierten" angenommen habe.

"Jesus ist der Kern meines Lebens und ich möchte sein wahrer Nachfolger sein, indem ich die Liebe Gottes mit den Armen, Unterdrückten, Opferlosen, Bedürftigen und Leidenden in Pakistan teile", sagte er.

Bhatti versprach, dass er als Bundesminister "Gesetzesreformen zur Förderung und zum Schutz der Rechte von Minderheiten vorschlagen" und "die Bemühungen um Einheit und Verständnis beschleunigen werde, um die Probleme Intoleranz, Hass, Vorurteile und Gewalt anzugehen".

Im Jahr 2010 erreichte er die Organisation einer nationalen interreligiösen Konsultation in Pakistan, die zu einer gemeinsamen Erklärung gegen den Terrorismus führte.

Bhatti hatte 2009 begonnen, Morddrohungen von radikalen Muslimen zu erhalten, aber sie nahmen 2010 zu, nachdem er Unterstützung für Asia Bibi zeigte, eine pakistanische Christin, die 2010 wegen Blasphemie zum Tode verurteilt wurde und die bis zu ihrem Freispruch durch den Obersten Gerichtshof Pakistans im Oktober 2018 im Todestrakt inhaftiert war.

Er wurde durch Schüsse getötet, als er am 2. März 2011 mit dem Auto zur Arbeit in Islamabad unterwegs war.

In einem Video, das er vor seinem Tod aufgenommen hat, sagt Bhatti: "Ich glaube an Jesus Christus, der sein eigenes Leben für uns gegeben hat, und ich bin bereit, für eine Sache zu sterben. Ich lebe für meine Gemeinde... und ich werde sterben, um ihre Rechte zu verteidigen."

Übersetzt und redigiert aus dem englischen Original.

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