Regensburger Generalvikar Roland Batz: Abtreibung ist keine "Gesundheitsversorgung"

Generalvikar Roland Batz
Foto: Bistum Regensburg

Wenn Abtreibung als Teil der "Gesundheitsversorgung" bezeichnet wird, dann verharmlost, ja vertuscht die neue Bundesregierung das tatsächliche Geschehen, nämlich dass einem Menschen sein Leben geraubt wird: Das hat Generalvikar Roland Batz (Bistum Regensburg) gesagt.

Seitdem die neue Bundesregierung aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP am 24. November den Koalitionsvertrag vorgestellt hat, gibt es scharfe Kritik von Lebensschützern: Während die sogenannte "Ampelkoalition" fordert, dass Abtreibung nicht nur zur "Gesundheitsversorgung", sondern auch zur ärztlichen Ausbildung gehören soll und das Werbeverbot für Abtreibungen abschaffen will, warnt etwa die "Aktion Lebensrecht für Alle" (ALfA) davor, dass der Entwurf die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft im Stich lässt.

Auch der Regensburger Generalvikar kritisiert das Vorhaben und ruft dazu auf, ungeborener Kinder nicht abzutreiben.

"Bitte setzen Sie sich aktiv dafür ein, das Leben von Kindern zu schützen, die noch nicht geboren sind. Unterstützen Sie Initiativen für den Lebensschutz oder planen Sie auch eigene Aktionen. Jetzt kommt es darauf an, das christliche Verständnis des Menschen öffentlich zu bekennen", appellierte Batz.

Der Priester betonte, dass es hier um ein grundsätzliches Menschenrecht gehe: Das Recht auf Leben.

Wenn Abtreibung zu einer "Dienstleistung" werde, dann nimmt sie die Form einer normalen Geschäftstätigkeit an. Wie soll unter diesen Bedingungen der Schutzparagraph 218 weiter bestehen können?

Wenn stiller, friedlicher Protest in bester demokratischer Tradition, der sich gegen das Töten ungeborener Kinder richtet, der deutsches Verfassungsrecht verteidigt, als "Gehsteigsbelästigung" verboten wird, dann kriminalisiert die Regelung ihre politischen Gegner und stellt die politische Auseinandersetzung schlechthin in Frage.

In Deutschland werden jährlich rund 100.000 Kinder vor ihrer Geburt getötet, so das Bistum in einer Pressemitteilung. Während die Zahl der Abtreibungen zuletzt sank, weil die "Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter abnimmt", ist die Zahl der späten Abtreibungen "um knapp 20 Prozent gestiegen."

Abtreibungen bis zur 12. Lebenswoche des Kindes gelten in Deutschland "als Straftat, die nicht verfolgt wird, wenn sich die Schwangere hat beraten lassen und danach eine dreitägige Bedenkzeit eingehalten hat." Nach der 12. Woche dürfen Kinder ungestraft getötet werden, wenn ein Arzt bescheinigt, dass die Schwangerschaft unzumutbar ist. Die "Indikation wird fast ausschließlich aufgrund einer vermuteten Behinderung (…) gestellt".

Bischof Rudolf Voderholzer ist der Schutz der ungeborenen Menschen ein großes Anliegen. So nimmt er jedes Jahr am Berliner Marsch für das Leben teil. Der nächste findet im kommenden Jahr am 17. September statt.

In seiner Predigt zum Beginn des Advents betonte der Regensburger Bischof, dass man gerade im Advent "in besonderer Weise auf die Frauen in guter Hoffnung schaut". Sowie auf Maria, die den Mensch-gewordenen Gottessohn unter ihrem Herzen trug. "Gott hat jeden Menschen gewoben im Schoß seiner Mutter und deshalb kommt auch dem ungeborenen Kind das Lebensrecht einer menschlichen Person zu", so Bischof Voderholzer. Es sei ihm bewusst, welche Probleme eine Schwangerschaft für Frauen bedeuten könne. Dabei verwies er auf die Beratungsangebote der Caritas, die "jede nur erdenkliche Hilfe anbieten, nur zur schlechtesten aller Lösungen die Hand nicht reichen kann, weil es gar keine Lösung des Problems ist, sondern seine Beseitigung".

Das Bistum Regensburg bietet allen, die ein Kind erwarten, Rat und Hilfe. Das gilt für Mütter und für Väter. Ganz gleich ob es um Notlagen, Schwangerschaftskonflikte oder um eine der vielen Fragen geht, die das neue Kind mit sich bringen kann. Sie sind herzlich willkommen.

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