Wachsende Kritik an Petition von Erzbischof Vigano und Unterzeichnern

Erzbischof Carlo Maria Viganò
Foto: Edward Pentin / National Catholic Register

Mehrere deutsche Bischöfe haben den Aufruf "Veritas Liberavit Vos" von Erzbischof Carlo Maria Vigano kritisiert, den – neben anderen – Kardinal Gerhard Ludwig Müller unterschrieben hat. 

Bischof Rudolf Voderholzer von Regensburg teilte mit, er mache sich die Worte des Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, ausdrücklich zu eigen.

Bätzing hatte am 7. Mai gesagt, die Bischofskonferenz kommentiere zwar grundsätzlich keine Aufrufe einzelner Bischöfe außerhalb Deutschlands.

"Allerdings füge ich hinzu, dass sich die Bewertung der Corona-Pandemie durch die Deutsche Bischofskonferenz grundlegend von dem gestern veröffentlichten Aufruf unterscheidet", so Bätzing weiter. 

Auch Bischof Gebhard Fürst von Rottenburg-Stuttgart distanzierte am 11. Mai auf Twitter "klar von den gefährlichen Theorien der Gruppe um Erzbischof Viganò. Wer die Bemühungen der Politik, Menschenleben vor dem Corona-Virus zu schützen, in eine dubiose Weltverschwörung umdeutet, spielt mit dem Feuer!"

Das Portal "katholisch.de" der deutschen Bischofskonferenz veröffentlichte zudem eine Reihe kritischer Kommentare. Der Publizist Andreas Püttmann schreibt, das "Raunen" des Manifests "ist nur durch Versektungsdynamiken in Kirchennischen erklärbar, die soziale Korrektur weitgehend ausschalten."

Doch worum geht es? Was steht in dem Dokument, das auf den 8. Mai datiert wurde?

"Eine-Welt-Regierung"

Wie der CNA Deutsch Podcast berichtete, enthält der Aufruf, der ein Ende des Verbotes öffentlicher Gottesdienste fordert,  tatsächlich eine ganze Reihe von Vorwürfen und Theorien, darunter Warnung vor Impfungen sowie die These, dass die Maßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie Teil einer Verschwörung sind – sogar einer "Einmischung von "Kräften" und "fremden Mächten" – um in der Bevölkerung "Panik" zu erzeugen und langfristig eine unkontrollierbare "Eine-Welt-Regierung" zu errichten, in Form einer "technokratischen Tyrannei". 

Im deutschen Text der Website der Petition heißt es auch, die COVID-19-Pandemie dürfe "kein Alibi werden, um die Rechte von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt zu verletzen, geschweige denn, um die Zivilbehörden von ihrer Pflicht zu befreien, klug für das Gemeinwohl zu handeln. Dies gilt umso dringlicher, je mehr Zweifel von verschiedenen Seiten an der tatsächlichen Ansteckungsgefahr, der Gefahr, sowie der Resistenz des Virus laut werden: Viele maßgebliche Stimmen in der Welt der Wissenschaft und Medizin bestätigen, dass dieser Alarmismus seitens der Medien gegenüber Covid-19 in keinster Weise gerechtfertigt zu sein scheint."

Dies wiederum fördere "eine Einmischung von fremden Mächten und hat schwerwiegende soziale und politische Auswirkungen. Diese Formen des 'Social Engineering' müssen von denen, die Regierungsverantwortung tragen, verhindert werden", so der Text weiter.

Die Unterzeichner nennen sich selbst "Hirten, die für die Herde Christi verantwortlich sind". Weiter schreiben sie, dass sie "die Anerkennung unserer uneingeschränkten Autonomie in allen Angelegenheiten fordern, die in unmittelbare Zuständigkeit der kirchlichen Autorität fallen". Der Staat habe "keinerlei Recht, sich aus irgendeinem Grund in die Souveränität der Kirche einzumischen. Kirchliche Autoritäten haben sich nie verweigert, mit dem Staat zusammenzuarbeiten, aber eine solche Zusammenarbeit darf nicht bedeuten, dass seitens der Zivilbehörden, ganz gleich in welcher Form, Verbote oder Einschränkungen des öffentlichen Gottesdienstes und der Seelsorge aufgestellt werden", heißt es in der Petition. 

Neben Kardinal Müller haben auch die Kardinäle Joseph Zen und Janis Pujats, die emeritierten Bischöfe von Hong Kong und Riga, das Manifest unterzeichnet, ebenso wie eine Reihe von Bischöfen, darunter Bischof Joseph Strickland von Tyler (Texas) und die Weihbischöfe Athanasius Schneider (Astana, Kasachstan) und Andreas Laun (Salzburg).

Als weitere "Hauptunterzeichner" werden Ärzte, Journalisten und Rechtsanwälte auf der Webseite aufgeführt.

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