Schweiz: Referendum zu "Ja zu Ehe und Familie, Nein zur Ehe für alle"

Flagge der Schweiz
Foto: Marco Pregnolato / Unsplash (CC0)

Die Bürger in der Schweiz werden demnächst per Volksabstimmung erneut über die "Ehe für alle" abstimmen. Wie mehrere Medien berichten, wurden mehr als 61.000 Unterschriften für ein Referendum eingereicht. Nötig sind laut Gesetz lediglich 50.000 Unterschriften innerhalb von 100 Tagen.

Erst im vergangenen Dezember hatte das Parlament die Eheschließung für gleichgeschlechtliche Paare sowie den Zugang zur Samenspende für lesbische Paare beschlossen und ins Schweizer Zivilgesetzbuch aufgenommen. Am Dienstag teilte die Bundeskanzlei in Bern mit, dass ein überparteiliches Komitee unter dem Slogan "Ja zu Ehe und Familie, Nein zur Ehe für alle" die nötigen Unterschriften einreichen konnte, um eine Volksabstimmung durchzuführen.

Die Initiatoren bemängeln vor allem, dass die damalige Gesetzesänderung ohne Verfassungsänderung eingeführt werden soll. Zudem sei die Samenspende für Lesben-Paare "rechtlich und moralisch bedenklich", weil dabei das Kindeswohl nicht beachtet werde.

Gleichzeitig gibt es jedoch auch eine Intitiative, die sich explizit für die "bedingungslose Öffnung der Ehe" ausspricht. Unter dem Namen "Operation Libero" haben bei der entsprechenden Online-Petition 108.000 Personen unterschrieben.

Katholische Kirche in der Schweiz über "Ehe für alle"

Im Dezember hatten die katholischen Bischöfe in der Schweiz darauf hingewiesen, dass ein Unterschied zwischen "Diskriminierung und Differenzierung" bestehe. Die Bischofskonferenz sprach sich damals gegen die "Ehe für alle" aus. Statt den Ehebegriff "auszudehnen", solle man lieber die aktuelle Gesetzgebung bezüglich der "registrierten Partnerschaft" anpassen, argumentierten die Schweizer Bischöfe.

Eine Zivilehe sei - wie auch die kirchliche Ehe - auf Familiengründung hin ausgerichtet, hieß es in der im Dezember veröffentlichten Erklärung der Schweizer Bischofskonferenz. Homosexuelle Paare müssten daher künstliche Fortpflanzungsmethoden zurückgreifen, was wiederum "heikle und komplexe Fragen" nach sich ziehe. Durch die Praxis der Keimzellenspende würden die Rechte des Kindes verletzt, weshalb die "Ehe für alle" abzulehnen sei.

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