Sieben Jahre Blutvergießen Syrien: "Dieser lange, lange Krieg"

Zerstörung im syrischen Azaz, Gouvernement Aleppo, unweit der türkischen Grenze.
Foto: Christiaan Triebert/Shutterstock
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Vor sieben Jahren, am 15. März 2011, begann der syrische Bürgerkrieg. Seitdem hat der Konflikt in Syrien mehr als 5,4 Millionen Menschen dazu gezwungen, aus ihrem Heimatland in benachbarte Nationen wie die Türkei und den Libanon zu fliehen. Nicht wenige zogen weiter, nach Deutschland und Schweden vor allem. Weitere 6,1 Millionen Syrer sind vermutlich Binnenvertriebene. Und mehr als 400.000 haben ihr Leben verloren.

"Mehr als 11 Millionen Syrer - mehr als New York City Einwohner hat - sind durch diesen langen, langen Krieg auseinandergerissen und aus ihren Häusern geflohen", sagte Tom Price, Kommunikationsoffizier bei Catholic Relief Services Interview mit CNA.

"Kinder, die mehr als die Hälfte der syrischen Flüchtlinge im Nahen Osten ausmachen, zahlen den höchsten Preis. Viele haben Gewalt und den Verlust von Häusern oder geliebten Menschen erlebt; die große Mehrheit ist seit Jahren nicht mehr in der Schule gewesen", fuhr Price fort.

Der Konflikt begann, als im Zuge des "Arabischen Frühlings" Demonstrationen in ganz Syrien gegen die Herrschaft von Bashar al-Assad aufflammten, Syriens Präsident und Führer der Ba'ath-Partei. Im April desselben Jahres begann die syrische Armee, die Aufstände niederzuschlagen und auf Demonstranten zu schießen.

Russland und der Iran haben das syrische Regime unterstützt, während westliche Nationen einige der – untereinander ebenfalls verfeindeten – Rebellengruppen begünstigt haben.

Zu den Rebellen gehören gemäßigte Kräfte wie die "Freie Syrische Armee"; verschiedene Islamisten wie Tahrir al-Sham und der Islamische Staat; aber auch kurdische Separatisten.

Nachbarländer, die Syrien umgeben, haben die meisten Syrer absorbiert, die vor der ständigen Bedrohung durch Tod und Zerstörung fliehen - soviel, dass Syriens Krieg mittlerweile zur schwersten Flüchtlingskrise der Welt geführt hat.

"Seit Jahren haben die Länder des Nahen Ostens die größte Anzahl syrischer Flüchtlinge aufgenommen", erklärte Price. Die meisten von ihnen sind in der Türkei und in Jordanien gelandet, während andere in den Irak und nach Ägypten geflohen sind.

Die Türkei hat im Laufe der Jahre die größte Anzahl von syrischen Flüchtlingen betreten – insgesamt wurden 3,3 Millionen gezählt.

Diejenigen, die sich in den Libanon gerettet haben, haben oft Schwierigkeiten, über die Runden zu kommen: Schätzungsweise 70 Prozent der Flüchtlinge leben dort unterhalb der Armutsgrenze. Es gibt fast 1 Million syrische Flüchtlinge im Land, dessen Bevölkerung wenig mehr als 6 Millionen beträgt.

Flüchtlinge in Jordanien erleben ähnliche Situationen. Rund 93 Prozent der Syrer leben unterhalb der Armutsgrenze, außerhalb der bestehenden Flüchtlingslager. Der Irak beherbergt rund 246.000 syrische Flüchtlinge, und Ägypten hat rund 126.000 aufgenommen.

Während das Leben als Flüchtling mühsam ist, leiden diejenigen, die sich entschlossen haben, in ihrem kriegszerrütteten Land zu bleiben, oftmals schlimmere Not – und Gewalt.

Price stellte jedoch fest, dass CRS sich gemeinsam mit den USA dafür einsetze, die humanitäre Hilfe für syrische Flüchtlinge im Nahen Osten auszuweiten, und dass das Ende des Bürgerkriegs das ultimative Ziel sein sollte.

"Vor allem sollten die Vereinigten Staaten konzertierte diplomatische Anstrengungen unternehmen, um die Kämpfe in Syrien zu beenden", sagte Price.

"Catholic Relief Services unterstützt die Botschaft von Papst Franziskus, der für ein Ende der Gewalt und eine friedliche Lösung der Feindseligkeiten in Syrien plädiert hat", fuhr er fort.

Der Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, UNHCR, und weitere UN-Institutionen haben ebenfalls an die USA appelliert, 8 Milliarden US-Dollar für Flüchtlinge in Syrien und benachbarten Regionen bereitzustellen.

CRS-Kommunikationschefin Kim Pozniak betonte, das Hilfswerk arbeite mit "den Bischöfen und katholischen Wohltätigkeitsorganisationen zusammen daran, diejenigen zu unterstützen, die ihre Heimat verlassen mussten".

Es gehe darum, die Ursachen der Migration in vielen Ländern an der Wurzel zu lösen, so dass weniger Menschen ihre Heimat verlassen.

Leicht gekürzte Übersetzung des englischen Originals.

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