Sieg vor Gericht: Erzbischof Wilson wieder auf freiem Fuß

Erzbischof Philip Wilson
Foto: Erzbistum Adelaide
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Der ehemalige Erzbischof von Adelaide, Philip Wilson, ist wieder ein freier Mann: Der wegen Vertuschung verurteilte Oberhirte hat im Berufungsverfahren gegen seine bahnbrechende Verurteilung einen Sieg vor Gericht errungen.

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft seien nicht zweifelsfrei belegt, so der Richter in seinem Urteil am Donnerstag (Ortszeit).

Ein Gericht in Neusüdwales hatte, wie CNA Deutsch berichtete, den damaligen Oberhirten von Adelaide im Bundestaat Südaustralien am 22. Mai 2018 der Vertuschung sexuellen Missbrauchs für schuldig befunden, den ein - mittlerweile verstorbener - Priester in den 1970er und 1980er Jahren begangen hatte. Zu dieser Zeit war Wilson selber noch ein junger Priester. Doch selbst als der pädophile Täter 2004 angeklagt wurde, schwieg Wilson weiter – und machte sich somit der Vertuschung schuldig, so das nun angefochtene Urteil zu einem Jahr Haftstrafte, die Wilson unter Hausarrest absitzen sollte.

Richter Roy Ellis im Berufungsverfahren gebeten, zu prüfen, ob Staatsanwälte zweifelsfrei bewiesen haben, dass der heute 68 Jahre alte Wilson es versäumt hatte, Anschuldigungen über den Priester Jim Fletcher zwischen 2004 und 2006 offenzulegen, nachdem die Polizei Fletcher in den 90er Jahren wegen sexuellen Missbrauchs eines Jugendlichen angezeigt hatte.

Richter Ellis entschied für Wilson und hob seine Verurteilung auf.

Während des Prozesses hatte der ehemalige Erzbischof ausgesagt, dass er sich nicht an die Vorgänge des Jahres 1976 erinnern könne. 

Der Fall Wilson gilt angesichts der Kirchenkrise nicht nur als wichtiger Präzedenzfall für Australien, sondern auch die strafrechtliche Verfolgung von Fällen in anderen Ländern, in denen Bischöfen vorgeworfen wird, sexuelle Straftäter und Fehlverhalten gedeckt und vertuscht zu haben.

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