Stuttgarter Weihbischof: Energie sparen zur Entlastung von Privathaushalten, Infrastruktur

Symbolbild: Kirche im Schnee der Schweizer Alpen
Foto: Ricardo Gomez Angel / Unsplash

Weihbischof Gerhard Schneider von Rottenburg-Stuttgart hat erklärt, man werde sich im Winter in der Kirche darum bemühen, Energie zu sparen, um so "eine akute Sondersituation, eine Notsituation, in der Energie wohl sehr knapp und dann auch sehr teuer sein wird", zu entschärfen.

Im Kölner Domradio sagte Schneider am Mittwoch: "Es ist für uns als Diözese und als Kirche selbstverständlich, dass wir uns an den gesellschaftlichen Bemühungen beteiligen, Energie zu sparen, damit die Versorgung für Privathaushalte und auch für zentrale Bereiche der kritischen Infrastruktur gewährleistet ist."

Darüber hinaus verwies er auch das Thema Klimaschutz, das die Kirche "schon seit vielen Jahren" kenne.

Nichtsdestotrotz müsse es den Gläubigen möglich sein, zu Gottesdiensten in die Kirche zu kommen, anstatt einfach zu sagen: "Es ist uns zu kalt, wir gehen den Winter über in die wärmeren Gemeindehäuser, in die Säle oder machen einfach wieder alles nur online." Darum gehe es den Verantwortlichen im Bistum, nämlich "sich Gedanken zu machen vor Ort, wie wir Energie sparen können".

Ende Juli hatte sich der Diözesanbischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, in einem Brief ähnlich geäußert. In Kirchen solle eine Mindesttemperatur von fünf Grad zum Schutz von Orgeln und anderem Kircheninventar herrschen. Die Nutztemperatur indes solle bei maximal 13 Grad liegen. Für Messbesucher sollen Wolldecken und Sitzkissen zur Verfügung stehen, um sich warm zu halten.

Die Bundesregierung kann mit ihrer Energiepolitik besonders nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine zumindest derzeit nicht garantieren, dass genug Gas zum Heizen – oder auch für Warmwasser – bis ins nächste Frühjahr hinein vorhanden ist. Verbraucher melden teilweise schon jetzt massive Erhöhungen bei den Energiekosten, darunter auch Strom.

Weihbischof Schneider betonte, "dass eine Eucharistiefeier sehr anpassungsfähig ist. Wir kennen normalerweise eine Länge von einer Stunde ungefähr. Wenn man in anderen Ländern Eucharistiefeiern besucht, sind die oft auch deutlich kürzer. Es gibt wirklich Anpassungsmöglichkeiten, gerade bei der Feier der Eucharistie."

Außerdem verwies er auf die Erfahrungen, die im Zuge der Corona-Einschränkungen gemacht wurden. So könne es "kurze Andachten" geben oder "eucharistische Anbetung, wo die Leute selbst entscheiden können, wann sie hinzutreten, wann sie wieder gehen. Die Kirche als Gebetsort auch für den Einzelnen offen zu halten, mit Fürbittbüchern, mit kurzen, einladenden Gebetszetteln, die die Menschen mitnehmen können."

Es gebe "so viele Möglichkeiten, dass man die Kirchen offen hält und dass die Menschen auch dann einen guten Ort finden, wenn es kalt ist und sie nur kurz dort sein können", sagte der Weihbischof.

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