Neuer islamistischer Terror gegen Christen in Nigeria durch Fulani

Ein Fulani-Hirte in Kamerun.
Foto: Philippe Semanaz via Flickr (CC BY-SA 2.0).
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Über 12.000 ermodete Christen und rund 2.000 zerstörte Kirchen: Das ist die bisherige blutige Bilanz islamistischer Gewalt und Terrors in Nigeria.

Hauptverantwortlicher ist die mit dem Islamischen Staat (IS) verbündete Organisation Boko Haram. Doch seit einiger Zeit macht eine neue islamistische Gruppierung Jagd auf Christen: Kämpfer aus dem nomadischen Hirtenvolk der Fulani, die sich als "Fulani Herdsmen Terrorists" (FHT) bezeichnen.

"In den vergangenen drei Jahren kam es in weiten Teilen des Staates Kaduna zu zahlreichen Anschlägen der terroristischen Organisation", so Bischof Joseph Danlami Bagobiri von Kafanchan (Kaduna) bei einem Besuch des italienischen Büros des Hilfswerks "Kirche in Not".

"In den westlichen Ländern ist diese Bewegung kaum bekannt", so Bischof Bagobiri, der berichtete, dass die Islamisten der FHT allein seit September 53 Dörfer in Brand gesteckt, 808 Menschen getötet und 1.422 Häuser sowie 16 Kirchen verwüstet hätten.

Der Bischof erinnert auch daran, dass von 2006 bis 2014 insgesamt 12.000 nigerianische Christen gewaltsam ums Leben kamen und 2.000 Kirchen bei terroristischen Übergriffen verwüstet wurden. Vor allem sei die fundamentalistische Boko-Haram-Bewegung für die Anschläge verantwortlich, doch nach Angaben von Bischof Bagobiri sind auch andere terroristische Gruppen, darunter Islamisten aus dem Hirtenvolk der Fulani, in dem afrikanischen Land aktiv. Die radikalen Muslime benutzen inzwischen "moderne Waffen (...), die sich zuvor nicht in ihrem Besitz befanden, darunter AK-47, von denen man nicht weiß, woher sie kommen", so Bischof Bagobiri.

Kein Stammeskonflikt, sondern religiöser Hass

Dass es um reine ethnische Rivalitäten oder Stammeskonflikte gehe, wie im Westen manche selbst-ernannten Experten behaupten, sei völlig falsch, sagte der nigerianische Bischof.

Zwar gebe es natürlich die die üblichen sozialen und wirtschaftlichen Faktoren, wie Streit um fruchtbare Weideländer etwa. Doch habe sich die Dimension des Problems grundlegend geändert: "Die Fulani sind Muslime und sie greifen Regionen an, in denen mehrheitlich ethnische Gruppen leben, die Christen sind; der religiöse Hass ist Ursache der Gewalt".

Mit anderen Worten: Die Angriffe der Fulani "sind eine Form religiöser Verfolgung", so Bischof Bagobiri. Selbst bei Angriffen auf Dörfer richte sich der Hass und die Gewalt gezielt auf Kirchen und die Geschäfte von Christen. Die ethnische Zugehörigkeit spiele keine Rolle. 

Tatsächlich sei die Verfolgung und der Terror eine Folge des wachsenden islamistischen Extremismus in Nigeria. In 12 der 36 Staaten des Landes sei mittlerweile die Scharia eingeführt worden. Diese führe zu weiterer "Ungerechtigkeit und Diskriminierung", sagte der Bischof. 

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