US-Erzbischof: Politiker, die für Abtreibung sind, sollten nicht zur Kommunion gehen

Erzbischof Salvatore Joseph Cordileone von San Francisco
Foto: Paul Badde / EWTN.TV

Der Erzbischof von San Francisco, Salvatore J. Cordileone, veröffentlichte am 1. Mai einen Hirtenbrief über die für den Empfang der Heiligen Kommunion erforderliche Würdigkeit, in dem er darauf bestand, jeder Katholik, der mit dem Übel der Abtreibung kooperiert, solle vom Empfang der Eucharistie Abstand nehmen.

"Es ist grundsätzlich eine Frage der Integrität: Das Allerheiligste Sakrament in der katholischen Liturgie zu empfangen bedeutet, sich öffentlich zum Glauben und zur Sittenlehre der katholischen Kirche zu bekennen und danach leben zu wollen", schrieb Cordileone laut Bericht der Catholic News Agency (CNA). "Wir alle versagen auf verschiedene Weise, aber es besteht ein großer Unterschied zwischen dem Bemühen, nach den Lehren der Kirche zu leben, und der Ablehnung dieser Lehren."

Der Brief, der am Fest des heiligen Josef des Arbeiters und zu Beginn des Monats zu Ehren der heiligen Jungfrau Maria veröffentlicht wurde, folgt einer zunehmenden Berichterstattung darüber, ob US-Präsident Joe Biden zur Heiligen Kommunion innerhalb der katholischen Kirche zugelassen werden sollte.

In Cordileones Brief richtete sich ein Abschnitt ausdrücklich an katholische Amtsträger, die sich für die Abtreibung einsetzen. "Sie sind in der Lage, etwas Konkretes und Entscheidendes zu tun, um das Töten zu stoppen", sagte der Erzbischof. "Bitte stoppen Sie das Töten. Und hören Sie bitte auf, so zu tun, als ob das Befürworten oder Praktizieren eines schweren moralischen Übels – eines, das ein unschuldiges menschliches Leben auslöscht, eines, das ein grundlegendes Menschenrecht verweigert – irgendwie mit dem katholischen Glauben vereinbar sei. Das ist es nicht. Bitte kehren Sie zurück in die Fülle Ihres katholischen Glaubens."

Gemäß der traditionellen Lehre der Kirche, die der Erzbischof skizzierte, schließt die formale und unmittelbare materielle Mitwirkung am Bösen, etwa die Mitwirkung am Übel der Abtreibung, vom Empfang der Heiligen Kommunion aus. "Die Lehre und die Disziplin der Kirche in Bezug auf die Würdigkeit, die Heilige Kommunion zu empfangen, ist in ihrer ganzen Geschichte gleich geblieben und geht bis zu den Anfängen zurück", so der Erzbischof.

"Die Lehre unseres Glaubens ist klar: Diejenigen, die das Kind töten oder dabei helfen, es zu töten (auch wenn sie persönlich gegen die Abtreibung sind), diejenigen, die die Mutter unter Druck setzen oder ermutigen, eine Abtreibung vorzunehmen, die dafür bezahlen, die Organisationen, die Abtreibungen anbieten, finanziell unterstützen oder die Kandidaten oder die Gesetzgebung unterstützen, um die Abtreibung zu einer leichter zugänglichen 'Wahl' zu machen, wirken alle an einem sehr schweren Übel mit", erklärte Erzbischof Cordileone. "Die formale und unmittelbare materielle Mitwirkung am Bösen ist niemals moralisch gerechtfertigt."

Der Erzbischof zitierte die Lehre des heiligen Paulus im Ersten Korintherbrief, um die Gefahr zu erklären, die darin besteht, die Heilige Kommunion zu empfangen, während man gleichzeitig an einem schweren Übel mitwirkt – eine Handlung, die in der Kirche seit jeher als "unwürdig" charakterisiert wurde: "Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn. Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. Denn wer davon isst und trinkt, ohne den Leib zu unterscheiden, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt." (1 Kor 11,27-29)

Cordileone nahm Bezug auf das Zeugnis des frühen Kirchenvaters St. Justin der Märtyrer, der lehrte: "Niemand darf die Eucharistie mit uns teilen, wenn er nicht glaubt, dass das, was wir lehren, wahr ist; wenn er nicht in den regenerierenden Wassern der Taufe zur Vergebung seiner Sünden gewaschen ist und wenn er nicht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen lebt, die uns von Christus gegeben wurden."

Der Erzbischof sprach die Bedeutung des Zeugnisses für die Wahrheit über die Abtreibung an. "Seit Jahrzehnten hat die westliche Kultur die harte Realität der Abtreibung verleugnet. Das Thema wird von seinen Befürwortern in Spitzfindigkeiten gehüllt und die Diskussion darüber ist an vielen Orten verboten.

"Im Fall von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die sich als katholisch bezeichnen und die Abtreibung befürworten, haben wir es nicht mit einer Sünde zu tun, die in menschlicher Schwäche begangen wurde, oder mit einem moralischen Fehltritt: es handelt sich um eine beharrliche, verstockte und öffentliche Ablehnung der katholischen Lehre", schrieb er. "Dies fügt der Rolle der Seelsorger der Kirche in der Sorge um das Heil der Seelen eine noch größere Verantwortung zu.

"Es ist meine Überzeugung, dass diese Verschwörung der Desinformation und des Schweigens von der Angst davor genährt wird, was es bedeuten würde, die Wirklichkeit anzuerkennen, mit der wir es zu tun haben.

"Das Recht auf Leben selbst ist die Grundlage für alle anderen Rechte. Ohne den Schutz des Rechts auf Leben macht kein anderes Gerede über Rechte Sinn", sagte er und merkte an, die Wissenschaft sei darüber "im Klaren", wann dieses Leben beginnt. "[Ein] neues, genetisch unterscheidbares menschliches Leben beginnt mit der Empfängnis."

Erzbischof Cordileone betonte, dass "Abtreibung niemals allein die Tat der Mutter ist. Andere, in größerem oder geringerem Maße, sind mitschuldig, wenn dieses Übel begangen wird."

Seine Verantwortung als Seelsorger und Hirte der Seelen erfordere, so Cordileone, dass er sich sowohl über die Schwere des Übels der Abtreibung als auch über die Gründe im Klaren sei, warum eine Person, die in irgendeiner Weise eine Abtreibung veranlasst, unterstützt oder fördert, die Heilige Kommunion nicht empfangen kann, wenn sie nicht vorher bereut und in der Beichte die Absolution erhält.

"Für mich selbst sprechend", sagte er, "habe ich immer die Worte des Propheten Ezechiel vor Augen [...] Ich zittere, dass, wenn ich die Katholiken unter meiner pastoralen Obhut, die für die Abtreibung eintreten, nicht offen herausfordere, sowohl sie als auch ich mich vor Gott für unschuldiges Blut verantworten müssen."

Am Ende seines Briefes dankte der Erzbischof denjenigen im öffentlichen Leben, die sich für die Sache der Ungeborenen einsetzen. "Ihr mutiger und unerschütterlicher Standpunkt im Angesicht einer oft heftigen Opposition gibt anderen Mut, die wissen, was richtig ist, sich aber sonst vielleicht zu schüchtern fühlen, es in Wort und Tat zu verkünden", meinte er.

Erzbischof Cordileone wandte sich auch an Frauen, die abgetrieben haben, und andere, die von der Abtreibung in irgendeiner Weise betroffen sind. "Gott liebt euch. Wir lieben euch. Gott will, dass ihr heilt, und wir auch, und wir haben die Mittel, um euch zu helfen. Bitte wenden Sie sich an uns, denn wir lieben Sie und wollen Ihnen helfen und wollen, dass Sie geheilt werden", sagte er und fügte hinzu, dass diejenigen, die von den Folgen einer Abtreibung geheilt wurden, großartige Zeugen für das Evangelium der Barmherzigkeit werden können. "Aufgrund dessen, was Sie erlitten haben, können Sie mehr als jeder andere eine mächtige Stimme für die Heiligkeit des Lebens werden."

Der Erzbischof von San Francisco schloss sein Schreiben, indem er alle Menschen guten Willens einlud, "für eine Gesellschaft zu kämpfen, in der jedes Neugeborene als kostbares Geschenk Gottes empfangen und in die menschliche Gemeinschaft aufgenommen wird".

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