Verfolgung im Kommunismus: Für die Zukunft ist Wahrheit über die Vergangenheit unabdingbar

Internationales Treffen im ehemaligen kommunistischen Arbeitslager Spac in Albanien von der Maximilian-Kolbe-Stiftung

Das ehemalige Lager Spac. Im linken, roten, Gebäude waren die politischen Gefangenen untergebracht.
Foto: Wikimedia / Attila Terbocs (CC BY-SA 4.0)

Unvorstellbare Gräuel und Ausbeutung haben die Kommunisten hier im Namen ihrer mörderischen Ideologie begangen - nun soll das Lager eine Gedenkstätte werden.

Vom 27. August bis 1. September 2018 fand dazu auf dem Gelände des kommunistischen "Arbeitslagers" Spac in Albanien ein erstes "Internationale Sommer-Camp" unter dem Titel "Umgang mit dem Erbe des Kommunismus. Lernen und Arbeiten für die Zukunft Europas" statt.

Das Camp war von der Maximilian-Kolbe-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Assoziation Museum Spac und dem Osteuropa-Hilfswerk Renovabis vorbereitet worden.

Die Veranstaltung stand im Zusammenhang mit Bemühungen um eine Umwandlung des ehemaligen Lagers in eine Gedenkstätte, die die Erinnerung an das Leid, Unrecht und die unmenschlische Gewalt der kommunistischen Epoche in Albanien wachhalten soll, der auch und gerade Katholiken zum Opfer fielen.

30 Teilnehmer aus Albanien, Bulgarien, Deutschland, Polen und der Ukraine trafen ehemalige Insassen und setzten sich intensiv mit den kommunistischen Verbrechen und deren Folgen auseinander. Als konkreter Beitrag zum Erhalt des Ortes beseitigten sie wuchernde Pflanzen und sammelten Müll ein – "damit kein Gras über die Sache wächst", so die Veranstalter. 

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Ludwig Schick von Bamberg, der auch den Vorsitz des Stiftungsrates der Maximilian-Kolbe-Stiftung innehat, nahm gemeinsam mit Erzbischof Angelo Massafra von Shkoder an dem Camp teil. Er erklärte am Rande des Camps in Spac: "Für die Zukunft ist Wahrheit über die Vergangenheit unabdingbar. Dazu gehört, dass die Geschichte aufgearbeitet wird, besonders die von 1944–1991".

Schick betonte: "Die Reste des Arbeitslagers Spac und andere müssen erhalten werden als Erinnerung an diese Zeit. Das kann dazu beitragen, die Überlebenden und ihre Angehörigen zu trösten, die Fakten dieser unseligen Geschichte aufzudecken und wichtige Orte des Nachdenkens zu schaffen."

Das ehemalige Arbeitslager Spac gehört zu den schlimmsten Orten der kommunistischen Gewaltherrschaft in Albanien. Es bestand von 1968 bis 1991. Die Häftlinge mussten unter unmenschlichen und lebensgefährlichen Bedingungen in einer Kupfermine arbeiten. Nachdem das ehemalige Arbeitslager nach 1991 lange dem Verfall, der Plünderung und der mutwilligen Zerstörung preisgegeben worden war, wurde 2013 mit Unterstützung der katholischen Kirche in Albanien, der Maximilian-Kolbe-Stiftung und Renovabis die Assoziation Museum Spac gegründet. Sie ist darum bemüht, dass das ehemalige Arbeitslager in eine Gedenkstätte umgewandelt wird.

Die katholische Kirche in Albanien, die durch das kommunistische Regime mit besonderer Schärfe verfolgt wurde, war wie alle Religionsgemeinschaften unter den kommunistischen Machthabern in Albanien seit 1967 verboten.

Die Kommunisten nahmen die Mehrzahl der Priester und Bischöfe fest und setzten sie in Haft, einige von ihnen auch in Spac. Zu den Opfern gehört auch der heutige Kardinal Ernest Simoni.

2016 sprach Papst Franziskus 38 albanische Märtyrer aus der Zeit der kommunistischen Verfolgung selig.

Hintergrund

Die Maximilian-Kolbe-Stiftung, benannt nach dem polnischen Franziskaner St. Maximilian Kolbe, der als Märtyrer der Nazis starb, wurde 2007 mit Unterstützung der Deutschen und der Polnischen Bischofskonferenz gegründet. Das Werk soll Beiträge zur Stärkung und Weiterentwicklung der kirchlichen Versöhnungsarbeit in Europa zu leisten. 

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