"Von Schönheit dankbar berührt": Benedikt XVI. würdigt Kirchenmusik mit Grußwort

Papst Benedikt XVI.
Foto: Vatican Media

Benedikt XVI. hat mit einem Grußwort zum Leipziger "Bachfest" im Jahr 2021 sowie dem Zyklus "Bachs Messias" die Musik des großen  Komponisten gewürdigt.

Wie das "Bachfest Leipizig" am 27. Juli mitteilte, schreibt darin der Papa emeritus: "Es ist das Besondere dieses Festes, dass es die auf Leben und Wirken Jesu Christi von Nazareth bezogenen Kompositionen Bachs zu einem Ganzen zusammenfügt und uns so eine Art 'Messias' von Bach schenkt".

Das Bachfest wird vom 12. bis 15. Juni 2021 veranstaltet und steht unter dem Motto "Erlösung". Im Zentrum steht mit "Bachs Messias" ein viertägiger Zyklus, in dem Bach-Interpreten die Lebensgeschichte von Jesus Christus, dem Erlöser, in 33 ausgewählten Kantaten, den drei Oratorien und der Matthäus-Passion nacherzählen werden.

Eingerahmt wird der Zyklus von zwei Aufführungen des Oratoriums "Messiah" von Georg Friedrich Händel, eine davon im Dom zu Halle, der ersten Wirkungsstätte des gebürtigen Hallensers, im Rahmen der dortigen Händel-Festspiele 2021.

Benedikt beschreibt die Rolle von Bachs Musik als zeitlose Bewahrerin der göttlichen Botschaft in einer Welt, in der der Glaube vielerorts "inzwischen erloschen ist und nur noch als kulturelle Kraft weiterwirkt. Diese Reduktion mag man als gläubiger Christ bedauern, aber sie trägt auch ein positives Element in sich. Denn es bleibt bestehen, daß etwas als Kultur angenommen wird, das Frucht gläubiger Begegnung mit Jesus ist und diesen Ursprung für immer in sich trägt". 

Gerade auch Menschen, die den Glauben von Bach teilen, könntent "sich darüber freuen und dafür dankbar sein, daß durch seine Musik die Atmosphäre des Glaubens, die Gestalt Jesu Christi auch dort aufleuchtet, wo der Glaube selbst nicht anwesend ist", so der Papa emeritus weiter.

Benedikt schreibt abschließend: "So können wir, wie mir scheint, einen zweiseitigen Vorgang feststellen: Glaube hat Kultur gezeugt, die weit über ihn hinaus leuchtet. Aber diese Kultur trägt nun umgekehrt auch heute noch in alle Welt hinein etwas von ihrem Ursprung. Sie ist so etwas wie der Wohlgeruch, der von Christus ausgeht (vgl. 2 Kor 2,14f). Sie hat keine missionarische Absicht, der 'Wohlgeruch' wird absichtslos um seiner selbst willen gegenwärtig und verbreitet gerade so die 'Ehre Gottes'.
So dürfen wir uns alle, Christen wie Nichtchristen, Gläubige wie Nichtgläubige, dankbar von der Schönheit berühren lassen, wissend, daß sie uns den rechten Weg weist."

Bei der Erstellung des Zyklus diente Bachfest-Intendant Michael Maul das Werk "Jesus von Nazareth« des emeritierten Papstes Benedikt XVI., das 2007 bis 2012 erschienen ist. Daher sei Maul mit Benedikt XVI. in einen Briefwechsel getreten, der in einem Grußwort des emeritierten Papstes für das Bachfest Leipzig 2021 mündete.

Das Grußwort wurde bereits im Juni 2019 verfasst, teilte die Veranstlatung mit. Benedikt habe dazu geschrieben, dass er nicht wisse, "wie lange meine Gesundheit noch standhält".

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