Warum zeigt ein Bild auf der Facebook-Seite der Bischofssynode eine "Priesterin"?

Facebook-Seite der vatikanischen Bischofssynode
Foto: screenshot / Facebook

Das Bild einer "Priesterin", das neben anderen künstlerischen Darstellungen auf der offiziellen Facebook-Seite der vatikanischen Bischofssynode gepostet wurde, hat in den sozialen Medien für Aufsehen gesorgt. Während unklar ist, ob die Betreiber der Facebook-Seite die Figur bemerkt haben, stammt das Kunstwerk von einer Versammlung von Studenten in Philadelphia, die sich dafür aussprachen, dass die Priesterweihe für Frauen offen sein sollte.

"In [Frascati] arbeiten unsere Experten an den Synthesen, die während der lokalen Konsultationsphase entstanden sind", heißt es auf der Facebook-Seite der Bischofssynode in einem Beitrag vom 24. September, der sich auf die italienische Stadt Frascati bezieht. Diese Versammlungen für die Synode der Synodalität umfassten "Seiten und Seiten voller Geschichten, Einsichten, aber auch in einigen Fällen echte Kunstwerke. Seht euch das an!"

Der Facebook-Post enthält mehrere ausgeschnittene Kunstwerke mit dem lateinischsprachigen Wasserzeichen der Bischofssynode in der oberen linken Ecke.

Ein Bild zeigt fünf junge Menschen, die sich vor einer Kirche an den Händen halten, darunter eine Frau in einem Priestergewand. Sie steht neben einer Person, die ein Mikrofon in der Hand hält und ein gelbes T-Shirt trägt, auf dem in regenbogenfarbenen Buchstaben "pride" steht. Die Person mit dem Mikrofon scheint zu sagen: "Wir sind die jungen Menschen der Zukunft, und die Zukunft ist jetzt." Das ungeschnittene Bild trägt den Untertitel "Chain of Discipleship" (Kette der Nachfolge).

Die Kommentare auf der Facebook-Seite der Bischofssynode konzentrierten sich auf die Frau im kirchlichen Gewand.

"Warum trägt eine Frau ein Messgewand?", fragt ein Kommentator.

"Das ist episch widerlich, ekelhaft", sagt ein anderer.

Obwohl die Bilder ohne Quellenangabe sind, hat die Catholic News Agency (CNA), die englischsprachige Partneragentur von CNA Deutsch, herausgefunden, dass sie von der Synode für katholische Hochschulbildung in Philadelphia stammen. Das Kunstwerk ist im zusammenfassenden Bericht dieser Synode vom 16. Mai enthalten, allerdings ohne Beschnitt. Die Bilder "spiegeln jedes der hier enthaltenen Leitthemen wider und sind ihnen vorangestellt", heißt es in dem Bericht.

Trotz der verbindlichen katholischen Lehre, dass die Kirche keine Frauen weihen kann, empfehlen die Autoren des Berichts, dass die Kirche "die Türen für Frauen in Führungspositionen und für die Weihe öffnet".

In dem Dokument Ordinatio sacerdotalis aus dem Jahr 1994 schloss Papst Johannes Paul II. die Möglichkeit der Priesterweihe von Frauen endgültig aus. In seinen Äußerungen von 2016 bezeichnete Papst Franziskus dies als "das letzte Wort".

An der Synode für katholische Hochschulbildung in Philadelphia nahmen etwa 400 Personen von 11 katholischen Hochschulen und drei katholischen Zentren nichtkatholischer Universitäten teil. Erzbischof Nelson Perez von Philadelphia nahm an der abschließenden Plenarsitzung mit mehr als 50 Studenten und einer fast ebenso großen Anzahl von Verwaltungsangestellten und Führungskräften der Hochschulen teil, so der Bericht.

Becky McIntyre, eine Künstlerin aus dem Nordwesten Philadelphias und Absolventin der St. Joseph's University, hat die Bilder gestaltet. Auf ihrer professionellen Website erklärte sie, sie sei "als visuelle Protokollantin beauftragt worden, eine interaktive Kunstinstallation zu ermöglichen und digitale, synthetische Notizen der campusübergreifenden Veranstaltung der Katholischen Hochschulbildungssynode von Philadelphia zu erstellen".

CNA wandte sich an einen Sprecher der Bischofssynode, erhielt aber bis zur Veröffentlichung des Artikels keine Antwort. CNA hatte auch McIntyre und die Synode von Philadelphia um eine Stellungnahme gebeten.

Übersetzt und redigiert aus dem Original von Catholic News Agency, der englischsprachigen Partneragentur von CNA Deutsch.

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