Willi Graf, Mitglied der Weißen Rose: Erzbistum bereitet Seligsprechung vor

Willi Graf
Foto: Wikimedia / (Csedition)

Das Erzbistum München und Freising ist "mitten in den Prozessvorbereitungen für ein Seligsprechungsverfahren" für Willi Graf von der Weißen Rose. Das hat eine Sprecherin der Diözese am heutigen Todestag Grafs, dem 12. Oktober, gegenüber CNA Deutsch bestätigt.

Die Prüfung einer Seligsprechung des Mitglieds der Widerstandsgruppe gegen den Nazi-Terror läuft seit drei Jahren: 2017 wurde die Voruntersuchung eröffnet, in der sich Theologen und Historiker mit dem Leben und den Schriften Grafs befassen. Am Ende der Voruntersuchung steht gegebenenfalls dann die Eröffnung eines Seligsprechungsprozesses. 

Willi Graf wurde am 2. Januar 1918 im rheinischen Kuchenheim geboren und engagierte sich früh im katholischen Schülerbund Neudeutschland und in der Liturgischen Bewegung. Ab 1937 studierte er in Bonn Medizin, wurde 1940 als Sanitäter zur Wehrmacht eingezogen und 1942 zur Fortsetzung des Medizinstudiums nach München geschickt. Hier schloss Graf sich der studentischen Gruppe der Weißen Rose an, die in Flugblättern zum Widerstand gegen Hitler und das nationalsozialistische Regime aufforderte. Am 18. Februar 1943 wurde er, gemeinsam mit seiner Schwester Anneliese, festgenommen, am 19. April zum Tode verurteilt und am 12. Oktober im Gefängnis München-Stadelheim hingerichtet.

Für die Voruntersuchung befasst sich ein Postulator mit Grafs Leben und seinem Ruf unter den Gläubigen. Theologische Gutachter prüfen die Schriften von Willi Graf, Gutachter aus den Archiv- und Geschichtswissenschaften machen unveröffentlichte Schriften und Schriften aus seinem Umfeld ausfindig. Nach Abschluss der Voruntersuchung kann ein Seligsprechungsverfahren eröffnet werden.

Für zwei weitere Gläubige aus dem Erzbistum München und Freising ist die Voruntersuchung bereits abgeschlossen: Am 16. Dezember 2017 wurde mit einer heiligen Messe im Münchner Liebfrauendom das Seligsprechungsverfahren für den Publizisten Fritz Michael Gerlich und den Religionsphilosophen Romano Guardini eröffnet. Im Rahmen des Verfahrens werden Zeugen befragt, die über die Persönlichkeit, die Biografie und das Wirken von Gerlich und Guardini Auskunft geben können.

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