Wir sind für das Paradies geschaffen, sagt Papst Franziskus

Pontifex würdigt am heutigen Sonntag bei Messe und Mittagsgebet auch Muttertag und 70. Jahrestag der Schuman-Erklärung

Papst Franziskus segnet den leeren Petersplatz am 10. Mai 2020.
Foto: Vatican Media / CNA Deutsch

Nicht "Macht, Weltlichkeit und Selbstbehauptung" sind der Weg, sondern allein die Nachfolge von Jesus Christus: Das hat Papst Franziskus am heutigen Sonntag gesagt. 

Er erklärte, dass Jesus zwei Heilmittel gegen die Unruhe, in der wir uns befinden, anbietet. Das erste ist eine Aufforderung, an ihn zu glauben, ihm zu vertrauen. Wer sich nur auf sich selbst stütze, der verstrickt sich in Schwierigkeiten und Angst.

"Deshalb bittet Jesus uns, an ihn zu glauben, das heißt, uns nicht auf uns selbst zu stützen, sondern auf ihn. Denn die Befreiung von der Angst geht durch Vertrauen", so Franziskus.  

Das zweite Heilmittel ist der Weg ins Paradies, so Franziskus am 10. Mai.

"Aber wie erreicht man das Paradies? Was ist der Weg? Hier ist der entscheidende Satz von Jesus. Heute sagt er: 'Ich bin der Weg' [Joh 14,6]. Um in den Himmel aufzusteigen, ist der Weg Jesus: Es bedeutet, eine lebendige Beziehung zu ihm zu haben, ihn in Liebe nachzuahmen, in seine Fußstapfen zu treten".

Katholiken sollten sich jeden Tag fragen: "Jesus, was hältst Du von meiner Entscheidung? Was würdest Du in dieser Situation, mit diesen Menschen tun?"

"Gott liebt uns. Wir sind seine Kinder. Und für uns hat er den würdigsten und schönsten Ort vorbereitet: das Paradies."

"Vergessen wir nicht: Die Heimat, die uns erwartet, ist das Paradies. Hier sind wir auf der Durchreise. Wir sind für den Himmel geschaffen, für das ewige Leben, um ewig zu leben."

Franziskus forderte alle Katholiken auf, sich zu fragen, welchen Weg sie gehen wollen.

"Es gibt Wege, die nicht in den Himmel führen: die Wege der Weltlichkeit, die Wege der Selbstbehauptung, die Wege der egoistischen Macht", warnte der Papst.

Nach dem Mittagsgebet wiederholte der Pontifex zudem seinen Aufruf zur Einheit Europas, der vergangenen Tage. Dieser war auch das Gebetsanliegen vor der Feier der heiligen Messe am heutigen 5. Sonntag der Osterzeit.

Anlass dafür war der 70. Jahrestag der Schuman-Erklärung am 9. Mai, die einen wichtigen Schritt in Richtung Europäischer Union darstellte. 

"Der Geist der Schuman-Erklärung kann nicht umhin, alle Verantwortlichen in der Europäischen Union zu inspirieren, die aufgerufen sind, die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie im Geiste der Harmonie und Zusammenarbeit zu bewältigen. 

Der Papst wies auch darauf hin, dass der 10. Mai in vielen Ländern Muttertag ist.

"Ich möchte aller Mütter mit Dankbarkeit und Zuneigung gedenken und sie dem Schutz Marias, unserer himmlischen Mutter, anvertrauen. Meine Gedanken gehen auch zu den Müttern, die in das andere Leben übergegangen sind und uns vom Himmel aus begleiten".

Dann rief er zu einem Moment des stillen Gebetes für die Mütter auf.

Abschließend trat der Papst, dessen Gebet und Ansprache aus dem Apostolischen Palast übertragen wurden, an das Fenster, um über den menschenleeren Petersplatz hinweg seinen Segen zu spenden.

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