Zum Tag der Migration: Papst warnt vor Gleichgültigkeit und Wegwerfkultur

Papst Franziskus begrüßt Migranten beim Besuch eines Aufnahmezentrums im italienischen Cesena am 1. Oktober 2017.
Foto: Vatican Media
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In einer Gesellschaft geprägt von "wachsendem Individualismus und der Gleichgültigkeit" sind Migranten und Flüchtlinge eine Erinnerung daran, sich zu bekehren und den Glauben zu leben.

Das schreibt Papst Franziskus in einer am heutigen Montag veröffentlichten Botschaft.

In dem bislang nicht auf Deutsch veröffentlichten Schreiben kritisiert der Papst einen "wachsenden Trend zum extremen Individualismus, der in Verbindung mit einer utilitaristischen Mentalität und verstärkt durch die Medien eine 'Globalisierung der Gleichgültigkeit'" hervorrufe.

Weiter schreibt der Papst, dass Gott die Menschen durch Migranten zur Bekehrung aufrufe, und dazu, von "Gleichgültigkeit und der Wegwerfkultur befreit zu werden". Durch Migranten lade Gott die Christen ein, "unser christliches Leben in vollem Umfang anzunehmen und zum Aufbau einer Welt beizutragen, die immer mehr im Einklang mit dem Plan Gottes steht", so Franziskus weiter.

Eine wohlhabende Gesellschaft könne sonst übersehen, wozu Gott sie einlade, schreibt der Papst.

Die Mitteilung wurde zum 105. Welttag der Migranten und Flüchtlinge veröffentlicht, der am 29. September 2019 veranstaltet wird. Anlässlich des Tages werde Franziskus eine Messe auf dem Petersplatz feiern, teilte der Vatikan mit.

Pater Michael Czerny SJ, Leiter der Abteilung für Migranten und Flüchtlinge des Vatikans, sagte vor Journalisten am 27. Mai, dass der Vatikan Priester und Bischöfe auf der ganzen Welt ermutige, an diesem Tag auch eine "besondere Messe in Solidarität mit Migranten und Flüchtlinge" zu feiern.

Dies, so der Jesuitenpater wörtlich weiter, werde "den Empfang sichtbar machen, den wir dem Fremden in Christus und Christus in dem Fremden bereiten ".

In seiner Botschaft schreibt Papst Franziskus, dass Auswanderer, Flüchtlinge, Vertriebene und andere Opfer von Menschenhandel nicht nur viele Härten ertragen. Sie würden oft auch für die Probleme der Gesellschaft verantwortlich gemacht, in die sie einwandern.

Das sei eine Folge der "Wegwerfkultur", schreibt Papst Franziskus weiter.

"Wenn das so weitergeht, ist bald jeder, für den nicht die akzeptierten Normen des körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens gelten, von Marginalisierung und Ausgrenzung bedroht."

Es geht zudem nicht nur um die Aufnahme von Einwanderern, sondern die ganze Gegenwart und Zukunft der Menschheitsfamilie, fährt Franziskus fort.

"Jesus Christus bittet uns, nicht der Logik der Welt nachzugeben, die Ungerechtigkeit gegenüber anderen zu meinem eigenen Vorteil oder dem meiner Gruppe rechtfertigt."

Schließlich heißt es in der von Franziskus unterschriebenen Botschaft, wenn Einwanderer aufgenommen werden, dann lasse sich dies in vier Verben zusammenfassen: willkommen, schützen, fördern und integrieren.

Doch diese Verben gelten für alle, die am Rand einer Gesellschaft leben, so der Papst weiter. "Wenn wir diese vier Verben in die Praxis umsetzen, werden wir helfen, die Stadt Gottes und des Menschen aufzubauen."

Dieser Bericht ist eine übersetzte und redigierte Fassung eines Artikels der CNA.

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