Römisch-katholisch und sympathisch klar

Was wir von "Maria 1.0" lernen können

Blick auf den Petersdom über den Tiber am Abend des 26. September 2019
Foto: Daniel Ibanez / CNA Deutsch
14 June, 2021 / 5:16 PM

Einige katholische Amtsträger denken heute, die Kirche brauche ein "Update", damit sie wieder konsens-, anschluss- und gesellschaftsfähig ist. Ungeniert spricht die Benediktinerin Philippa Rath im "Deutschlandfunk" auch von der "deutschen Kirche" über die Frage nach dem Zugang zum Weiheamt für Frauen: "Aber je mehr Ortskirchen, Teilkirchen – und dazu gehört auch die deutsche Kirche – sich einsetzen für eine Teilhabe der Frauen an den Ämtern, desto öfter oder desto mehr wird auch der Druck wachsen, dass sich die kirchliche Lehre ändert. Und die kirchliche Lehre ist kein Betonklotz; die hat sich in der Kirchengeschichte immer wieder verändert, und es ist offen." Wer gehört zur "deutschen Kirche"? Ich nicht. Was mich betrifft: Ich bin einfach bloß römisch-katholisch, und in anderen Ländern habe ich immer wieder gespürt, wenn ich eine katholische Kirche betreten habe: Hier bin ich zu Hause. Meine Nationalität ist da völlig egal, Gott sei Dank! Zur Kirche des Herrn also gehöre ich, dorthin und nirgendwo anders.

Auch Kardinal Walter Kasper hat in seinem bemerkenswerten Interview mit dem "Passauer Bistumsblatt” alle deutschkatholischen Nebelbildungen energisch abgewiesen hat. Er stellte klar: "Über den Synodalen Weg höre ich immer wieder: Das sind nicht unsere Probleme, und auch in Deutschland sind es nicht wenige Frauen und Männer, die ganz andere Probleme haben. Meine Freunde von S. Egidio, wahrlich keine Finsterlinge, sagen mir immer wieder: Was ihr da macht ist ​»fuori storia«, lebens, welt- und geschichtsfremd. Sind denn wirklich die Abschaffung des Zölibats und die Ordination von Frauen die Menschheitsprobleme von heute?"

Es gibt aber Stimmen der Vernunft aus Deutschland. Dazu gehört etwa Anna Diouf, die sich präzise, authentisch, sympathisch und weltoffen für die Erneuerung der Kirche in Christus ausgesprochen hat. Sie steht ein für die aufrichtige Freude am Glauben – und spricht einfach nur von Gott und Seiner Kirche, von der Kirche, die wir lieben und der wir dienen dürfen. Suchen Sie ermutigende Stimmen? Dann nehmen Sie sich einmal Zeit für diese erhellende, erfrischende Diskussionsrunde. Anna Diouf ist Mitglied der Glaubensbewegung "Maria 1.0" – und diese Gemeinschaft weiß, was Aufbruch im Glauben und Treue zum Credo der Kirche bedeuten. Auf ihrer Homepage "Katholisch ohne Furcht und Tadel" schreibt Anna Diouf: "Es ist die Verantwortung des einzelnen Gläubigen, Fallstricke in der eigenen Seele und im eigenen Denken zu identifizieren und unschädlich zu machen: Die Geschichte ist gepflastert mit Menschen, die den Überblick über die Zeit nicht hatten (und nicht haben konnten!), der Fügung Gottes misstrauten, die Dinge selbst in die Hand nahmen – und am Ende dann doch nie die Kirche reformierten oder besserten, sondern sich, ihre Anhänger und Nachkommen vom Felsen Petri abgeschnitten haben." Lesens- und bedenkenswert, finden Sie nicht auch?

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