Vertreter der Initiative „Neuer Anfang“ treffen mit Papst Leo zusammen

Papst Leo XIV.
Vatican Media

Mehrere Vertreter der Initiative „Neuer Anfang“, die besonders für ihre deutliche Kritik am deutschen Synodalen Weg bekannt ist, konnten am Mittwoch mit Papst Leo XIV. im Vatikan zusammentreffen.

Im Nachgang der Begegnung sagte der Theologe Martin Brüske gegenüber Vatican News, der Pontifex sei „ein wunderbarer Zuhörer“. Dies sei „keine Floskel“, sondern „tiefe Wahrheit“.

„Man spürt eine wohlwollende und sehr genau hinhörende Aufmerksamkeit“, fuhr Brüske fort. „Und dann den Übergang in ein ruhiges, aber unglaublich präzises und sofort auf den Punkt kommendes Gespräch. Es hat mich wirklich tief bewegt. Dann diese unprätentiöse, völlig klare, ganz sachlich ruhige Präzision, die trotzdem eine tiefe Wärme ausstrahlt.“

Inhaltlich wurde zu dem Gespräch, an dem neben Brüske auch Bernhard Meuser, der viele Jahre für das Youcat-Projekt verantwortlich war, und Franziska Harter, die Chefredakteurin der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“ ist, nicht viel bekannt.

„Im Mittelpunkt der Begegnung stand die Übergabe eines 20 Seiten langen Dokuments, das ausgewählte Stimmen katholischer Gläubiger aus Deutschland bündelt“, berichtete die Tagespost. „Die Beiträge stammen aus einer Aktion unter dem Motto ‚Schreibt dem Papst!‘, zu der die Initiative ‚Neuer Anfang‘ und die ‚Tagespost‘ im Vorfeld der Pilgerreise aufgerufen hatten. Die große Resonanz überraschte selbst die Initiatoren: ‚Eine Flut von Briefen‘, so Bernhard Meuser, bringe Dankbarkeit für den Glauben, Verbundenheit mit der Kirche, aber auch tiefe Sorge über die Entwicklung der katholischen Kirche in Deutschland zum Ausdruck.“

„Das Dokument, das Meuser, Brüske und Harter Papst Leo überreichten, gibt Einblick in die geistliche Lage vieler Gläubiger, die sich von der offiziellen Kirche in Deutschland – insbesondere im Kontext des Synodalen Weges – nicht mehr gehört fühlen“, hieß es. „Die Stimmen eint eine tiefe Liebe zur Kirche, Loyalität zu ihrer Lehre und Tradition sowie der Wunsch nach Erneuerung aus dem Evangelium heraus. Zugleich artikulieren sie eine wachsende Entfremdung von kirchlichen Reformansätzen, die primär auf strukturelle, parlamentarische und kulturelle Anpassung setzen.“

Harter, die Chefredakteurin der Tagespost, sagte, der Pontifex habe „uns liebevoll und mit großer Aufmerksamkeit zugehört und uns eine kleine Botschaft an die Mitglieder des Neuen Anfangs, die Leser der Tagespost und alle gläubigen Katholiken in Deutschland mitgegeben: ‚Stellt Jesus Christus ins Zentrum! Das war meine Botschaft vom ersten Tag an. Wir wollen uns gemeinsam bemühen, missionarische Jünger Christi zu sein.‘ Papst Leo XIV. erinnerte --- daran, dass es im Laufe der Kirchengeschichte immer wieder Laien gewesen seien, die das Leben der Kirche in einem Land gerettet hätten und sagte uns dann: ,Ihr könnt die Zukunft sein, mit der die Kirche vorwärts geht!‘“

Momentan wartet die Satzung der Synodalkonferenz, die den wegen zahlreicher Änderungsbestrebungen an der überlieferten kirchlichen Lehre umstrittenen Synodalen Weg fortsetzen soll, auf die vatikanische Gutheißung. Meuser hatte für die Initiative „Neuer Anfang“ vor rund einem Monat gewarnt: „Eine Zustimmung Roms wäre der Verrat an den eigenen Grundlagen in der Ekklesiologie und der Sexualethik. Es wäre die Toleranz der Lüge.“

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