Papst Leo schickt Grußwort an Marsch für das Leben in den USA

Papst Leo XIV.
Vatican Media

An den großen Marsch für das Leben („March for Life“), der am heutigen Freitag in der US-amerikanischen Hauptstadt Washington stattfindet, hat Papst Leo XIV. ein Grußwort geschickt. Der Pontifex kommt selbst ursprünglich aus den USA.

Leo ermutigte die zehntausenden Teilnehmer des Marsches, „sich weiterhin dafür einzusetzen, dass das Leben in all seinen Phasen durch geeignete Maßnahmen auf allen Ebenen der Gesellschaft, einschließlich des Dialogs mit zivilen und politischen Führern, respektiert wird“.

„Möge Jesus, der versprochen hat, immer bei uns zu sein (vgl. Mt 28,20), Sie heute begleiten, wenn Sie mutig und friedlich für die ungeborenen Kinder eintreten“, so der Pontifex in seinem Grußwort, das am späten Donnerstagabend römischer Zeit – was dem späten Nachmittag in Washington entspricht – veröffentlicht wurde.

Er fügte hinzu: „Seien Sie sich bewusst, dass Sie mit Ihrem Einsatz für sie den Auftrag des Herrn erfüllen, ihm in den Geringsten unserer Brüder und Schwestern zu dienen (vgl. Mt 25,31–46).“

Gleich zweimal zitierte Papst Leo aus seiner eigenen Ansprache an die beim Heiligen Stuhl akkreditierten Diplomaten. In dieser Ansprache, die im Grußwort nur in zwei Halbsätzen zitiert wurde, hieß es wörtlich: „Die Berufung zur Liebe und zum Leben, die sich in herausragender Weise in der ausschließlichen und unauflöslichen Verbindung zwischen Frau und Mann zeigt, erfordert eine grundlegende ethische Verpflichtung: Familien in die Lage zu versetzen, da ungeborene Leben anzunehmen und sich umfassend um es zu kümmern.“

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„Dies ist mehr denn je eine Priorität, insbesondere in jenen Ländern, die einen dramatischen Rückgang der Geburtenrate erleben“, so Leo am 9. Januar im Vatikan. „Das Leben ist nämlich ein unschätzbares Geschenk, das sich im Rahmen einer verbindlichen Beziehung entwickelt, die auf gegenseitiger Hingabe und Dienst beruht.“

Ausdrücklich kam er vor zwei Wochen auch auf die vorgeburtliche Kindstötung zu sprechen: „In Anbetracht dieser tiefgründigen Anschauung vom Leben als einem Geschenk, das es zu bewahren gilt, und von der Familie als seiner verantwortlichen Hüterin, ergibt sich die kategorische Ablehnung von Praktiken, die den Ursprung des Lebens und seine Entwicklung verhindern oder instrumentalisieren. Dazu gehört die Abtreibung, die ungeborenes Leben beendet und die Annahme des Geschenks des Lebens verweigert.“

„In diesem Sinne äußert der Heilige Stuhl tiefe Besorgnis über Projekte zur Finanzierung der grenzüberschreitenden Mobilität zwecks Zugangs zum sogenannten ‚Recht auf sichere Abtreibung‘ und hält es für beklagenswert, dass öffentliche Mittel für die Vernichtung von Leben verwendet werden, statt in die Unterstützung von Müttern und Familien investiert zu werden“, fügte er hinzu. „Das vorrangige Ziel muss weiterhin der Schutz eines jeden ungeborenen Kindes und die wirksame und konkrete Unterstützung einer jeden Frau sein, damit sie das Leben annehmen kann.“

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In den USA wurden 2024 laut Guttmacher Institute, einer Einrichtung der Abtreibungslobby, mehr als eine Million Kinder vor der Geburt im Mutterleib getötet – und das, obwohl mehrere Bundesstaaten Abtreibungen fast vollständig verboten haben. So wurden in Texas nur 78 Abtreibungen vorgenommen, und 7000 weitere texanische Mütter reisten in andere Bundesstaaten, um ihr Kind abzutreiben. In Texas leben etwa 31 Millionen Menschen. Die Bevölkerung der Vereinigten Staaten umfasst insgesamt etwa 335 Millionen Menschen.

Zum Vergleich: In Deutschland wurden 2024 rund 106.000 Kinder im Mutterleib getötet. Es lebten in dem Jahr etwa 83,6 Millionen Menschen dort.