Bischof Hanke sieht beim Synodalen Weg "einen Bruch"

Bischof Gregor Maria Hanke OSB
screenshot / YouTube / Bistum Eichstätt

Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke hat erklärt, beim Synodalen Weg sehe er "einen Bruch" und "keine Weiterentwicklung". Konkret bezog er sich am Dienstag im Interview mit der Kirchenzeitung seines Bistums auf den pro-LGBT-Grundtext, der am Donnerstag an einer Sperrminorität von 21 Bischöfen gescheitert war.

"Und den Bruch habe ich vor allem gesehen im Menschenbild, eben in dem, was wir christliches Menschenbild nennen", führte der ehemalige Abt des Benediktinerklosters Plankstetten aus. "Da ist irgendwo auch ein gewisser Abschied erfolgt, etwa in den Passagen zur Geschlechter-Binarität."

"Unser Ausgangspunkt war die ethische Verkündigung im weltkirchlichen Rahmen", so Hanke. "Wir wollten von dort aus diesen Weg gehen und keineswegs diskriminieren. Allerdings hat sich dann die Diskussion um das Papier und um die Positionierung doch so zugespitzt, dass uns entgegengehalten wurde, wenn ihr dem Papier nicht zustimmen könnt, dann diskriminiert ihr eigentlich de facto."

"Das mag der subjektiven Empfindung entsprechen", räumte der Benediktiner-Bischof ein. "Ich halte es allerdings für einen schwierigen Zuruf im Blick auf unsere Kontextualität mit der Weltkirche. Ich glaube, da bedarf es noch einiges an Klärung."

"Synodalität noch ein sehr vager Begriff"

Hanke sagte, das Scheitern des Grundtexts, der massive Änderungen in der kirchlichen Sexualmoral gefordert hatte, sei ein "Knall" gewesen, der "auch eine gewisse Klarheit gebracht" habe.

"Ich glaube, der Prozess hat auch offengelegt, dass bei uns Synodalität noch ein sehr vager Begriff ist", so der Eichstätter Oberhirte. "Wir wissen eigentlich nicht, was wir damit verbinden."

"Wir tun uns sehr schwer, aufeinander zu hören, andere Meinungen zu respektieren", diagnostizierte er. "Das Hören ist ja ein ganz wichtiger Aspekt der Synodalität. Und wir tun uns schwer oder haben uns vielleicht bisher schwergetan, uns auch öffentlich klar zu positionieren. Das betrifft vielleicht mehr die Bischöfe. Ich denke, wenn wir das Hirtenamt ausüben und ausüben wollen, dann gehört auch das dazu. Insofern bin ich persönlich jetzt in keiner Weise verletzt, dass meine Position bekannt geworden ist, ich habe sie ja auch selbst bekannt gemacht, weil ich dazu stehe. Das, was wir im Moment haben, ist aber noch nicht wirklich Synodalität."

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Mit Blick auf die beschlossene Einführung eines Synodalen Rats, wodurch der Synodale Weg für die deutsche Kirche verstetigt werden soll, sagte Hanke: "Da sind sehr viele Fragen zu klären, bis hin zu der Frage „Was ist Synodalität?“ Das wissen wir nicht, das wissen wir nur ansatzweise."

"Ich habe bei meinem Wortbeitrag zu diesem Thema auf einen Text der Internationalen Theologenkommission hingewiesen", erläuterte der Bischof. "Ich glaube, den sollte man mal als Grundlage studieren. Wir haben hier noch einen erheblichen Weg vor uns und nach den Erfahrungen jetzt mit all diesen Befindlichkeiten, Emotionen und auch Verletzungen, weiß ich nicht, ob dieser Weg gelingen wird, bin aber gespannt, was die Arbeitsgruppe erarbeiten wird."

Das Dokument der Kommission, deren Mitglieder vom Papst auf fünf Jahre ernannt werden, trägt den Titel "Die Synodalität in Leben und Sendung der Kirche" und wurde 2018 veröffentlicht.

Bischof Hanke hatte bei den vier namentlichen Schlussabstimmungen, die bei der vierten Synodalversammlung des Synodalen Wegs beantragt worden waren, dreimal mit "Nein" gestimmt und sich einmal enthalten.

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