Bischof Kohlgraf kritisiert vier Bischöfe, die Synodalen Ausschuss nicht mitfinanzieren

Bischof Peter Kohlgraf
Synodaler Weg / Maximilian von Lachner

Bischof Peter Kohlgraf hat die vier Bischöfe kritisiert, die im Juni gegen eine gemeinsame Finanzierung des Synodalen Ausschusses durch die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) votiert hatten. Der Synodale Ausschuss soll den Synodalen Rat vorbereiten, der wiederum zur Verstetigung des Synodalen Wegs dient.

„Die vier Bischöfe, die jetzt ausgestiegen sind aus der gemeinsamen Finanzierung des Synodalen Ausschusses, haben erklärt, dass sie bei Rom und dem weltsynodalen Weg bleiben wollen“, erklärte der Mainzer Bischof im Gespräch mit der Rheinischen Post am Freitagabend. „Aber niemand von den übrigen 23 Bischöfen will sich von dem weltsynodalen Weg trennen. Selbstverständlich werden wir uns dort einbringen, und dennoch können wir jetzt nicht zwei Jahre Pause machen!“

Der Ausstieg von Kardinal Rainer Maria Woelki und den Bischöfen Gregor Maria Hanke OSB, Stefan Oster SDB und Rudolf Voderholzer habe ihn „nicht überrascht“, sagte Kohlgraf. „Nur: Wer aus den Beratungen des synodalen Ausschusses jetzt aussteigt, wird inhaltlich künftig wenig Einfluss auf die Beratungen nehmen können. Das andere ist: Gerade auch die ehrenamtlich Beteiligten bekommen nach drei Jahren der intensiven Beratungen die Botschaft, dass diese Bischöfe sich nicht mehr beteiligen.“

Vor diesem Hintergrund glaube er, „dass die vier Bischöfe gut beraten gewesen wären, dabei zu bleiben – auch, um weiter Einfluss auf den weiteren Weg nehmen zu können“.

Kohlgraf kündigte mit Blick auf die Umsetzung der verschiedenen Beschlüsse des Synodalen Wegs an, es werde in der Kirche einen „Flickenteppich“ geben: „Bei der Frage nach der Verkündigung durch Nicht-Geweihte in der Eucharistiefeier sind wir jetzt in der Verantwortung.“

„Für die Taufspendung durch Nicht-Geweihte gibt es kein einheitliches Votum“, so der Bischof weiter. „Und bei der Segnung homosexueller Paare habe ich immer gesagt: Ich traue meinen Seelsorgern zu, im Rahmen einer Begleitung eine gute Form zu finden. Trotzdem braucht es darüber hinaus verlässliche Formen, um diese Feiern aus dem Hinterhof zu holen.“

Sowohl die Laienpredigt in der Messfeier als auch die Taufspendung durch Laien – egal ob durch Männer oder Frauen – wurde vom Heiligen Stuhl in diesem Jahr bereits ausdrücklich abgelehnt. Die Segnung homosexueller Verbindungen wurde 2021 durch den Heiligen Stuhl explizit ausgeschlossen. Trotzdem wurden beim Synodalen Weg entsprechende Beschlüsse gefasst, die nun von vielen deutschen Bistümern umgesetzt werden. Konsequenzen hatte diese Vorgehensweise bislang für keinen deutschen Bischof.