Familienerholungswerk Rottenburg-Stuttgart kritisiert Sparmaßnahmen der Bundesregierung

Familie (Symbolbild)
Patricia Prudente / Unsplash

Das Familienerholungswerk sowie die Caritas im Bistum Rottenburg-Stuttgart haben die Absicht der Bundesregierung kritisiert, im Jahr 2024 die Fördermittel für Familienerholung drastisch zu kürzen.

Die Förderung von Familienferienstätten ermögliche es belasteten oder kinderreichen Familien, zu günstigeren Preisen Urlaub zu machen und pädagogische Angebote zu nutzen, berichte das Bistum Rottenburg-Stuttgart. Den Plänen der Ampel-Regierung gemäß fallen „für die drei Familienferienstätten unter dem Dach der Caritas Rottenburg-Stuttgart“ die Zuschüsse „zu Bau, Modernisierung sowie für die Sanierung weg. Wichtige Investitionen etwa in Brandschutz oder Gebäudesanierungen kommen nicht mehr ausreichend voran.“

Annette Holuscha-Uhlenbrock für die Caritas und Andreas Hase für das Familienerholungswerk erklärten: „Wir sehen dadurch die Grundlage für die Arbeit der Familienferienstätten gefährdet.“ Letztlich würden belastete und kinderreiche Familien „weiter abgehängt. Denn die Familienferienstätten leisten einen wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien.“

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung, die bislang vom Familienministerium im niedrigen einstelligen Millionenbereich gefördert wurde, appellierte unterdessen an die Regierung, „den Erhalt der gemeinnützigen Familienferienstätten zu gewährleisten, um den steigenden Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden und Familienerholung mit ihrem unverzichtbaren sozialen und gesellschaftlichen Beitrag zu stärken“.

„Die Angebote der gemeinnützigen Familienerholung stehen prinzipiell allen Familien offen“, so die Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung, „in der Praxis richten sie sich zielgenau vor allem an Familien in besonderen Belastungssituationen, junge Eltern, Familien mit behinderten oder pflegebedürftigen Angehörigen, kinderreiche Familien, Alleinerziehende, Großelternfamilien, Familien mit Mehrlingsgeburten, Familien mit kleinem Einkommen und Familien in denen zum Beispiel Langzeitarbeitslosigkeit oder andere Umstände eine Belastung darstellen.“

Die Familienerholung sei „ein wichtiger, leistungsfähiger und tragender Bestandteil der sozialen Infrastruktur Deutschlands. Der Wegfall der Förderung würde bedeuten, dass eine wichtige Säule der unterstützenden Leistungen gerade für die Schwächeren eingespart wird und die Schere zwischen Arm und Reich sich in Deutschland weiter öffnet.“

Auf der Internetseite des Familienministeriums heißt es derzeit noch: „Für das Bundesfamilienministerium ist es ein wichtiges Anliegen, dass alle Familien Ausgleich und Auszeit im Urlaub finden können. Dazu müssen sie Angebote vorfinden, die ihren besonderen Bedürfnissen und finanziellen Möglichkeiten entsprechen. Mit diesem Ziel fördert das Bundesfamilienministerium die Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung, innovative modellartige Projekte sowie Baumaßnahmen in einzelnen Familienferienstätten.“