Papst Franziskus: Gott „drängt nicht auf“, sondern respektiert die Freiheit

Papst Franziskus
Vatican Media

Papst Franziskus hat die Gläubigen mit Blick auf das Sonntagsevangelium – das Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl – aufgerufen, sich zu fragen: „Wie reagiere ich auf die Einladungen Gottes? Welchen Raum gebe ich ihm in meinem Leben?“

Der König zeige seine Herzensgüte „vor allem darin, dass er niemanden zwingt, sondern alle einlädt, auch wenn er sich damit der Möglichkeit einer Ablehnung aussetzt“, erklärte Franziskus in seiner Ansprache beim Angelusgebet. „Man beachte: Er bereitet ein Festmahl vor, indem er aus freien Stücken eine Gelegenheit zur Begegnung bietet, ein Festmahl. Das ist es, was Gott für uns vorbereitet: ein Festmahl, um in Gemeinschaft mit ihm und unter uns zu sein. Und wir, wir alle, sind also von Gott eingeladen. Aber ein Hochzeitsmahl erfordert Zeit und Engagement unsererseits: Es erfordert ein ‚Ja‘.“

In diesem Zusammenhang zitierte der Pontifex den heiligen Augustinus, der gesagt hatte: „Er, der uns ohne unser Zutun erschaffen hat, wird uns nicht ohne unsere Zustimmung retten.“ Papst Franziskus ergänzte: „Und das sicher nicht, weil er dazu nicht in der Lage wäre – er ist allmächtig! –, sondern weil er, da er die Liebe ist, unsere Freiheit voll respektiert. Gott schlägt vor: Er drängt nicht auf, niemals.“

Das „Drama“ im Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl sei „das ‚Nein‘ zu Gott“. Direkt an die Gläubigen gewandt klagte der Papst: „Brüder und Schwestern, wie oft versäumen wir es, Gottes Einladung zu beherzigen, weil wir auf unsere eigenen Angelegenheiten bedacht sind!“

„Oft kämpfen wir darum, freie Zeit zu haben, aber heute lädt uns Jesus ein, die Zeit zu finden, die uns befreit, die unsere Herzen erhellt und heilt, die den Frieden, das Vertrauen und die Freude in uns wachsen lässt, die uns vor dem Bösen, der Einsamkeit und dem Verlust des Sinns bewahrt“, erklärte Papst Franziskus. „Es lohnt sich, denn es ist gut, mit dem Herrn zusammen zu sein, ihm Raum zu geben.“

„Und wo?“, fragte er dann, um sogleich zu antworten: „In der Messe, im Hören auf das Wort, im Gebet und auch in der Nächstenliebe, denn wenn man den Schwachen und Armen hilft, wenn man mit den Einsamen zusammen ist, wenn man den Bittenden zuhört, wenn man die Leidenden tröstet, ist man beim Herrn, der in den Bedürftigen gegenwärtig ist.“