Kardinal Zen: Weltsynode dient nicht „Wahrheitsfindung“, sondern „Austausch von Gefühlen“

Kardinal Joseph Zen SDB
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Kardinal Joseph Zen SDB, der emeritierte Bischof von Hongkong, hat seine Überzeugung zum Ausdruck gebracht, wonach die gegenwärtig im Vatikan stattfindende Weltsynode zur Synodalität nicht der „Wahrheitsfindung“ diene, „sondern nur ein Austausch von Gefühlen“ sei.

In einem von „La Nuova Bussola Quotidiana“ am Dienstag veröffentlichten Interview sagte Zen, der als einer der schärfsten und profiliertesten Kritiker des von Papst Franziskus lancierten synodalen Prozesses hervorgetreten ist: „Es geht nicht um die Wahrheit des Glaubens, es geht nur um Psychologie.“

Befragt zum Thema Homosexualität, das bei der Synode aufgrund von persönlichen Zeugnissen mit Wohlwollen behandelt worden sei, erklärte Zen, dies überrasche ihn nicht: „Dies ist keine Synode von Bischöfen, sondern von Befürwortern – oder zumindest von Befürwortern von Befürwortern – von aus der Kirche ‚herausgeworfenen‘ Homosexuellen.“

Zen hatte mit vier weiteren Kardinälen im Juli mehrere Dubia – Fragen – zu Lehre und Disziplin der Kirche an Papst Franziskus gerichtet. Eine prompte Antwort des Papstes ließ, so die Kardinäle, die nötige Klarheit vermissen, weshalb sie neu formulierte Dubia an den Pontifex richteten, die unbeantwortet blieben. Kurz vor Beginn der Synodenversammlung veröffentlichten die Kardinäle ihre Dubia, woraufhin der Vatikan auch die ursprünglichen Antworten des Papstes publizierte.

Wenig später ging Zen auch auf die Antwort des Papstes ein, indem er auf seiner Internetseite eine Stellungnahme veröffentlichte. Dieser Erklärung zufolge sind etwa die Hinweise des Papstes zur Segnung homosexueller Verbindungen „pastoral untragbar“, so Zen.