Papst Franziskus: „Was bedeutet es, ein Jünger des Herrn zu sein?“

Papst Franziskus
Vatican Media

Papst Franziskus hat in seiner Ansprache zum Angelus am Sonntagmittag die Frage gestellt: „Was bedeutet es, ein Jünger des Herrn zu sein?“ Seine Antwort ging konkret auf drei Schlagworte ein, nämlich „suchen, bleiben und verkünden“, indem er an die Begegnung Jesu mit seinen ersten Jüngern erinnerte.

„Der Herr will keine Proselyten machen, er will keine oberflächlichen Nachfolger, sondern Menschen, die sich selbst hinterfragen und sich von seinem Wort herausfordern lassen“, betonte der Pontifex. „Um Jünger Jesu zu sein, muss man ihn also vor allem suchen, ein offenes, suchendes Herz haben, das nicht satt und zufrieden ist.“

Sodann gelte: „Bei ihm zu bleiben, […] das ist das Wichtigste für den Jünger des Herrn. Wir sind seine Jünger in dem Maße, in dem wir ihn aufsuchen, auf sein Wort hören, uns mit ihm im Gebet unterhalten, ihn anbeten, ihn lieben und ihm in unseren Brüdern und Schwestern dienen. Kurz gesagt, der Glaube ist keine Theorie, sondern eine Begegnung: Er bedeutet, dorthin zu gehen, wo der Herr sich aufhält, und bei ihm zu verweilen.“

Die ersten Jünger, sagte Papst Franziskus, hätten sofort das Bedürfnis verspürt, „das empfangene Geschenk weiterzugeben. Einer der beiden, Andreas, beeilt sich sogar, es seinem Bruder Simon mitzuteilen, den Jesus Petrus nennen wird. Sobald er ihn trifft, sagt er: ‚Wir haben den Messias gefunden‘ und führt ihn zu Jesus. Die Freude des Evangeliums ist immer extrovertiert, ansteckend, niemals intim. Daher wird die Dynamik der Evangelisierung immer wieder neu geboren und wiedergeboren.“

Vor diesem Hintergrund lud der Papst die Gläubigen ein, sich zu fragen: „Sind wir noch verliebte Jünger, suchen wir den Herrn, oder richten wir uns in einem Glauben ein, der aus Gewohnheiten besteht? Bleiben wir im Gebet bei ihm, wissen wir, wie man mit ihm in der Stille bleibt? Und schließlich, haben wir das Bedürfnis, unsere Freude zu teilen?“