Vatikanstadt - Freitag, 31. Januar 2025, 11:30 Uhr.
Papst Franziskus gedenkt der Opfer des Holocaust, warnt vor den Auswüchsen der Künstlichen Intelligenz und bereitet einen Gipfel zum Thema Kinderrechte vor – dies alles und was sonst noch wichtig war im Vatikan hier im Wochenrückblick.
- Papst gedenkt Befreiung von Auschwitz
- Vatikan-Dokument zu Künstlicher Intelligenz
- Vatikan-Delegation in Syrien
- Grünes Licht für Seligsprechung von François Benjamin May
- Kinderrechtsgipfel am Montag im Vatikan
- Heilige Pforte: Schon eine Millionen Pilger
- VATICANO: Das Jubiläum der Kommunikatoren
Papst gedenkt Befreiung von Auschwitz
Beim diesjährigen Internationalen Holocaust-Gedenktag am 27. Januar wurde weltweit auch an den 80. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz erinnert. In seiner Botschaft mahnte der Papst, dass „die Schrecken der Vernichtung von Millionen Juden und Menschen anderen Glaubens in diesen Jahren niemals vergessen oder geleugnet werden dürfen.“
Der Papst wies darauf hin, dass auch viele Christen in den Todeslagern der Nazis getötet wurden, „unter ihnen zahlreiche Märtyrer“. Die vielleicht bekanntesten Opfer sind die heilige Schwester Teresa Benedicta vom Kreuz (Edith Stein) und der polnische Priester Maximilian Kolbe, der freiwillig in den sogenannten „Hungerbunker“ ging, um das Leben eines Familienvaters zu retten.
Vatikan-Dokument zu Künstlicher Intelligenz
Der Vatikan hat am Dienstag ein Dokument veröffentlicht, das sich mit der Thematik der Künstlichen Intelligenz (KI) auseinandersetzt. Es enthält Richtlinien, die sicherstellen sollen, dass die KI auch in Zukunft der Menschheit dienen und dabei die Menschenwürde wahren soll. In dem 30-seitigen Dokument mit dem Titel Antiqua et Nova unterstrich das Dikasterium für die Glaubenslehre einerseits die positiven Aspekte der neuen Technologie, warnte aber auch vor KI-gesteuerten Waffensystemen und Datensammlungen.
Im Schreiben wird die „Weisheit des Herzens“ als Gegenpol zu den Gefahren einer rein technologischen Denkweise dargestellt, die Effizienz und Kontrolle über die menschliche Würde und Beziehungen stellt und sich gegen die Vorstellung wendet, dass Technologie allein alle Probleme lösen kann.
Papst Franziskus hatte erst kürzlich in einer Botschaft an die Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums in Davos zu einem „ethischen Umgang“ mit künstlicher Intelligenz aufgerufen. „Technologische Entwicklungen, die das Leben nicht für alle verbessern, sondern Ungleichheiten und Konflikte schaffen oder verschärfen, können nicht als echter Fortschritt bezeichnet werden“, hieß es darin.
Vatikan-Delegation in Syrien
Papst Franziskus hat Kardinal Claudio Gugerotti, den Präfekten des Dikasteriums für die Ostkirchen, nach Syrien gesandt, um die Katholiken beim Wiederaufbau des Landes zu unterstützen. Dort besuchte Gugerotti nicht nur Damaskus und die Stadt Holms, sondern auch Aleppo.
Kardinal Gugerotti übermittelte den Menschen in Syrien die Solidarität und Verbundenheit von Papst Franziskus. „Ein Leib zu sein bedeutet, dass alle Glieder gleich wichtig sind“, so Gugerotti in seiner Predigt während einer Heiligen Messe in Aleppo am vergangenen Sonntag. „Es darf keinen Egoismus geben; das ist das Wesen des Christseins.“ Weiter sagte der Kardinal, dass das „neue“ Syrien „noch in der Entstehung begriffen“ sei und ergänzte: „Aber wenn es geboren wird, braucht es eine gute Hebamme, und das ist eine Aufgabe für Christen.“
Am 8. Januar hatten islamistische Rebellen nach einer Blitzoffensive den Sturz des Regimes von Syriens Präsident Baschar al-Assad bekanntgegeben. Papst Franziskus hatte zum Wiederaufbau eines „friedlichen Landes“ aufgerufen, das „die Freiheit, die Würde des Menschen und die Vielfalt respektiert“.
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Grünes Licht für Seligsprechung von François Benjamin May
Die Schweiz wird möglicherweise bald einen neuen Seligen erhalten. Am Montag gab das Dikasterium für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse bekannt, dass Papst Franziskus das Martyrium von François Benjamin May anerkannt habe. Der Maristenpater aus Bagnes im schweizerischen Wallis wurde im Juli 1909 während eines Aufstands in Barcelona ermordet. Der Mord sei „aus Hass auf den Glauben“ geschehen, so der Vatikan.
Kinderrechtsgipfel im Vatikan
Der Vatikan bereitet sich in diesen Tagen auf den Kinderrechtsgipfel vor, der am Montag in Rom stattfinden soll. Das internationale Treffen wird vom Päpstlichen Komitee für den Weltkindertag organisiert. Eingeladen sind Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft. Nach dem Wunsch von Papst Franziskus soll der Gipfel „eine Gelegenheit sein, neue Wege zu finden, um Millionen von Kindern zu helfen und zu schützen, die noch immer ohne Rechte sind, die in prekären Verhältnissen leben, ausgebeutet und missbraucht werden und unter den dramatischen Folgen von Kriegen leiden“.
Wie CNA Deutsch in der Vergangenheit berichtete, ist die Forderung nach sogenannten „Kinderrechten“ nicht umumstritten. Das geplante Treffen im Vatikan steht unter dem Motto „Lasst sie uns lieben und beschützen“ und wird unter dem Vorsitz von Papst Franziskus stattfinden.
Als Gäste werden unter anderem erwartet: Italiens Außenminister Antonio Tajani, Sheikha Moza bint Nasser (Präsidentin der Qatar Foundation for Education, Science and Community Development), Italiens ehemaliger Ministerpräsident Mario Draghi, aber auch die Friedensnobelpreisträger Al Gore und Kailash Satyarthi, Interpol-Präsident Naser Al-Raisi, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach und der Großimam der Kairoer Al-Azhar-Universität, Ahmad al-Tayyeb.
Heilige Pforte: Schon eine Millionen Pilger
Nach vier Wochen haben bereits eine Millionen Pilger die Heilige Pforte im Petersdom in Rom durchschritten. Das hat ein Sprecher des Petersdoms nun auf Anfrage hin bestätigt. Wie CNA Deutsch berichtete, wurden nach zwei Wochen bereits eine halbe Millionen Menschen gezählt.
Der Heilige Stuhl und die italienischen Behörden arbeiten zusammen, um die schätzungsweise 30 Millionen Menschen zu empfangen, die während des Heiligen Jahres von den Organisatoren in Rom erwartet werden.
VATICANO: Das Jubiläum der Kommunikatoren
Zum Schluss wieder ein Filmtipp: Am Samstag erscheint auf dem YouTube-Kanal des katholischen Fernsehsenders EWTN die neue Episode des wöchentlichen Nachrichtenmagazins VATICANO. In dieser Folge berichten die Kollegen von EWTN über das Jubiläum der Kommunikatoren in Rom und zeigen ein Exklusiv-Interview mit dem päpstlichen Mediendirektor Andrea Tornielli.
Die VATICANO-Folge von letzter Woche ist übrigens bereits online. Sie finden die ganze Folge hier: