Vilnius - Donnerstag, 22. Januar 2026, 7:00 Uhr.
Erzbischof Georg Gänswein ist der Ansicht, dass mit dem Pontifikat von Papst Leo XIV. „langsam wieder Normalität einkehrt“. Der Apostolische Nuntius in Litauen, Lettland und Estland sprach mit Rudolf Gehrig für EWTN News über den neuen Pontifex, der im Mai 2025 auf Papst Franziskus folgte.
Er habe, so Gänswein, bereits im Juni „einen ersten Kontakt“ mit Papst Leo aufnehmen können. Während er damals Teil einer großen Gruppe der Nuntien in aller Welt war, also der Botschafter des Papstes in den einzelnen Staaten, so konnte er Mitte Dezember dem Papst in einer Privataudienz persönlicher begegnen. „Beide Eckpunkte waren sehr, sehr gut“, so das Fazit des langjährigen Privatsekretärs von Papst Benedikt XVI.
Die ersten Monate des Pontifikats hätten ihm „sehr deutlich vor Augen geführt, dass – um es einmal etwas eigenwillig zu sagen – jetzt langsam wieder Normalität einkehrt“, konstatierte der Erzbischof. „Vor allem hat sich auch atmosphärisch eine Änderung zum Guten gezeigt, die meines Erachtens wichtig ist, weil die Schwierigkeiten, die da waren, durch den Pontifikatswechsel wirklich eine ganz neue positive Auswirkung bekommen haben. Das halte ich für hilfreich.“
Überhaupt sei dies alles für ihn selbst „ein Zeichen, dass der Glaube und dass der Heilige Geist tatsächlich auch wirkt und am Ball bleibt“.
Mit Papst Franziskus hatte Gänswein einige Schwierigkeiten: Als Präfekt des Päpstlichen Hauses hatte dieser ihn abgesetzt, und nach dem Tod des emeritierten Papstes Benedikt schickte Franziskus ihn gar ohne eine neue Aufgabe nach Deutschland zurück. Erst später machte er ihn dann zum Nuntius im Baltikum.
„Für mich ist zumindest einmal optisch und akustisch wichtig zu sehen, dass Papst Leo einfach einige Akzente gesetzt hat, die nicht neu sind, die aber in den letzten Jahren völlig unter den Tisch gefallen sind“, betonte Gänswein gegenüber EWTN News.
Außerdem habe Leo „eine klare Linie“, auch was „die Verkündigung betrifft. Wenn man seine Katechesen oder die Predigten nachliest, kann man spüren, dass hier ein Mann tätig ist, der das auch aus dem augustinischen Geist heraus lebt und verkündet.“
Der Pontifex zitiere „sehr viel“ den heiligen Augustinus. Leo sei somit „ein Geist, ein Mann, der aus dem Geist seines Ordens Vaters lebt und der nun in der Aufgabe des Bischofs von Rom, des Obersten Hirten der Kirche, weltweit die erste Rolle spielt und tatsächlich das Wort Gottes freudig und überzeugend verkündet“.





