Redaktion - Freitag, 30. Januar 2026, 14:15 Uhr.
Bischof Peter Kohlgraf hat mit Blick auf den deutschen Synodalen Weg eingeräumt, „die Einheit der Bischöfe ist nicht gestärkt worden, wenn ich es freundlich sagen soll“. Der Mainzer Bischof gehört zu denjenigen deutschen Bischöfen, die beim Synodalen Weg mit der großen Mehrheit für teils drastische Änderungen an der überlieferten kirchlichen Lehre stimmten.
Auf die Frage des Kölner Stadt-Anzeigers nach den Bischöfen, die aus dem Synodalen Weg ausgestiegen sind – neben dem inzwischen emeritierten Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke OSB waren dies Kardinal Rainer Maria Woelki von Köln sowie die Bischöfe Rudolf Voderholzer von Regensburg und Stefan Oster SDB von Passau – sagte Kohlgraf: „Ich will zunächst keinem der drei absprechen, dass auch er in seiner eigenen Diözese versucht, synodale Strukturen mit Leben zu füllen.“
„Die Stimme der drei ist im Konzert der deutschen Kirche eine wichtige“, betonte er. „Ich bedauere es, wenn sie in der künftigen Synodalkonferenz fehlt. Es gehört doch zur Synodalität, nicht nur die eigene Meinung zu bestätigen, sondern gemeinsam im Austausch zu bleiben.“
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Man müsse anerkennen, dass Stimmen aus dem eher konservativen Spektrum beim Synodalen Weg „weniger stark wahrnehmbar gewesen sind, auch weil etliche Synodale die Versammlung von sich aus verlassen und die genannten drei – ursprünglich vier – Bischöfe die weitere Mitarbeit verweigert haben“.
Tatsächlich waren die vier Bischöfe und einige eher konservative Laien aus dem Synodalen Weg ausgestiegen, nachdem die zuständigen vatikanischen Stellen mehrfach deutliche Kritik an dem Projekt geübt hatten. Von Anfang an waren konservative Positionen in der Minderheit, und selbst ein in der Satzung verankertes klassisches Minderheitenrecht – die geheime Abstimmung auf Antrag –, wurde unter Berufung auf die Geschäftsordnung und eine Mehrheitsabstimmung ausgesetzt. Der einzige abgelehnte Text des Synodalen Wegs wurde von den Bischöfen in geheimer Abstimmung zurückgewiesen. Bei den namentlichen Abstimmung passten sich jeweils mehr als zwei Drittel der Bischöfe dem Druck der Mehrheit an.
Trotz allem zeigte sich der Mainzer Bischof überzeugt, „dass wir alle – Bischöfe und Laien – zu einem besseren, konstruktiveren Stil des Miteinanders gefunden haben, den wir auf Bundesebene demnächst auch in der neuen Synodalkonferenz weiter pflegen wollen“.




