135. Geburtstag des katholischen Journalisten und Nazi-Gegners Fritz Gerlich

Fritz Gerlich und der in München stehende bayerische Löwe, der an ihn erinnert. Auf der Gedenktafel dazu steht "Die Freiheit verteidigen".
Foto: Wikimedia / Markus Siedler / Donaulustig (Gemeinfrei)
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Heute feiert einer der vehementesten Gegner von Adolf Hitler und seiner Schreckensherrschaft Geburtstag: Der Journalist, Konvertit und Märtyrer Fritz Gerlich. Vor – auf den Tag genau – 135 Jahren wurde er geboren.

Gerlich war studierter Jurist und später Journalist. Der geistige Kopf der Zeitschrift "Der gerade Weg", in die er sein gesamtes Vermögen investierte und in der er frühzeitig die falsche und menschenverachtende Mentalität des Nationalsozialismus hellsichtig entlarvte.

Ursprünglich deutschnational gesinnt wandte sich der studierte Jurist und spätere Journalist und Publizist Gerlich in den 1920 Jahren durch die Begegnung mit Therese Neumann, der "Resl von Konnersreuth", dem katholischen Glauben zu.  Sie ermutigte ihn außerdem in seinem publizistischen Engagement gegen Adolf Hitler und den allmählich erstarkenden Nationalsozialismus.

Im Gegensatz zu vielen Katholiken, die sich einer lebensfeindlichen Ideologie anbiederten oder gar als "Appeaser" versuchten, sich damit zu arrangieren, nannte er den totalitären Terror und seine falschen Prämissen von Anfang an  klar beim Namen. Und er geißelte die Lauheit der bürgerlichen Parteien. 

Sein heute noch aktuelles Zeugnis, sein Bekennermut beeindruckte auch Katholiken wie die Familie von Joseph Ratzinger, dessen Eltern nachweislich zu den Lesern des "Geraden Wegs" gehörten.

Gerlich, der am 9. November 1931 von Michael Kardinal Faulhaber katholisch gefirmt wurde, zahlte für seinen Mut und seine Standfestigkeit den höchsten Preis: Nur wenige Wochen nach der Machtübernahme 1933 wurde Gerlich von einem SA-Schlägertrupp brutal misshandelt und 18 Monate lang in München in sogenannte "Schutzhaft" genommen – ohne Anklage oder Anwalt.

In der Nacht vom 30. Juni zum 1. Juli 1934 wurde er im Zusammenhang mit dem "Röhm-Putsch" von der Münchner Polizeidirektion ins KZ Dachau verlegt und dort auf dem Schießstand des Lagers erschossen.

Vielen Katholiken gilt Fritz Gerlich heute als Märtyrer der Pressefreiheit. Die katholische Kirche hat ihn in das "Deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts" aufgenommen. Im Erzbistum München und Freising wurde für Gerlich ein Seligsprechungsverfahren eingeleitet.

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