Nach Amazonas-Synode: Bischof Bode schlägt "Europa-Synode" vor

Bischof Franz-Josef Bode
Foto: Bistum Osnabrück
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Kommt nach der Amazonas-Synode eine "Europa-Synode"? Das hat der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode vorgeschlagen. Er plädiert dafür, nach Abschluss eines "Synodalen Wegs" in Deutschland eine Synode für den "europäischen Kulturraum" zu veranstalten.

In einem Interview, das heute bei der Kirchenzeitung des Bistums Hildesheim erschien, erklärt Bode mit Blick auf die kürzlich in Rom zu Ende gegangenen Amazonas-Synode, dass aus seiner Sicht die Kirche in Europa "Wege finden" müsse, wie sie unter den derzeitigen und künftigen Bedingungen den Glauben verkündige.

Dabei müsse man auch über eine "Öffnung" des Weiheamtes nachdenken und die Rolle der Frau "stärken", sagt der Bischof.

Im Abschlusspapier der Amazonas-Synode wird die Zulassung von verheirateten Männern zur Priesterweihe ("viri probati") empfohlen. Als Grund wird der Priestermangel in den Amazonas-Gebieten angeführt. Zwar seien diese Forderungen nicht komplett auf die Situation in Europa übertragbar, könnten aber den "Horizont öffnen" für einen vielleicht "ergänzenden Typus von Priester mit Familie und Beruf", so Bode.

Das Christentum werde in absehbarer Zeit in eine Minderheitenposition gelangen, auf die sie sich "langfristig, schöpferisch und nicht resignativ" einstellen müsse.

"Für die Rolle der Frauen in unserer gesellschaftlichen und kirchlichen Situation sind die Empfehlungen Rückenwind für die bisherigen Bemühungen", meint der stellvertretende Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz. 

Außerdem "entfremde" der "Priestermangel" die Menschen von den Sakramenten, so Bode wörtlich:

"Der Priestermangel entfremdet die Menschen noch mehr von der Eucharistie und den anderen Sakramenten. Kirche wird nicht mehr überzeugen können, wenn nicht Frauen mehr und stärker in Diensten und Ämtern die Kirche entscheidend mitgestalten. Insofern sind die Themen Evangelisierung, Verständnis und Lebbarkeit des priesterlichen Dienstes und auch die Frage nach dem Diakonat der Frau von hoher Bedeutung."

Der "verbindliche synodale Weg" müsse "gut gelingen", fährt der Osnabrücker Hirte fort – und weiter "zu namhaften Voten und Beschlüssen führen".

Auch die Antwort aus Rom müsse anschließend "genauso synodal sein wie der bis dahin zurückgelegte Weg". Dann könnte der "europäische Kulturraum" einen "Synodalen Weg" beschreiten, schlägt Bode vor.

"Das alles könnte dann zu einer regionalen Bischofssynode führen für den europäischen Kulturraum, nicht nur für Deutschland allein. Das zentrale Thema müsste sein: Wie können Christen in dieser so geprägten Region und Zeit glaubwürdig ihren Glauben leben? Was braucht eine Kirche für die Evangelisation unter den derzeitigen und künftigen Bedingungen? Wie können Christen dazu befähigt und begleitet werden?"

Bei der Vorbereitung des "Synodalen Weges" leitet Bode das Forum "Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche".

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