Bischof Meier kritisiert politische Debatten "um Anfang und Ende des menschlichen Lebens"

Bischof Bertram Meier bei den Barmherzigen Brüdern in Neuburg an der Donau, 29. Juni 2022
Foto: Viktoria Zäch / pba

Bischof Bertram Meier hat beim 400-jährigen Jubiläum der Barmherzigen Brüder in Neuburg an der Donau im Bistum Augsburg "die jüngsten Debatten im Bundestag (24.6.22) um Anfang und Ende des menschlichen Lebens" kritisiert. Konkret bezog er sich auf "die ersatzlose Streichung des Werbeverbots für die Abtreibung und eine Lockerung der Bestimmungen zum assistierten Suizid".

Zwar geschehe dies "im Namen einer 'neuen Freiheit' (!) im Sinn der Selbstbestimmung des Menschen". Er deute es aber "als Wetterleuchten dafür, dass der vermeintlich angezielte Fortschritt letztlich ein Rückschritt ist im Blick auf die Würde eines jeden Menschen. Das muss uns zu denken geben."

Christen müssten in dieser Hinsicht "'nein' sagen, auch wenn die parlamentarische Mehrheit anders tickt", betonte der Bischof.

"Die öffentlichen Diskussionen über das vermeintliche Recht auf ein unbehindertes Kind offenbaren eine gefährliche Tendenz, die sich in unserer Gesellschaft der Macher immer mehr festbeißt: Es gibt anscheinend Menschen erster und zweiter Güteklasse", so Meier weiter. "Haben wir aus der Vergangenheit gerade unseres Volkes nichts gelernt?"

Neuburg an der Donau "wäre erheblich ärmer, wenn es die Barmherzigen Brüder nicht gäbe", sagte der Bischof mit Blick auf den Hauptgrund für seine Anwesenheit in der Stadt. "Sie gehören zu den größten Schätzen, die diese Stadt den alten und kranken Menschen bieten kann. Mögen Sie Neuburg und der Diözese Augsburg noch lange erhalten bleiben!"

Meier selbst wirkte als Kaplan in Neuburg an der Donau und zelebrierte oft im Alten- und Pflegeheim St. Augustin der Barmherzigen Brüder die Heilige Messe.

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