Bischof Meier: Mariä Himmelfahrt ist ihr "Geburtstag für das Ewige Leben"

Bischof Bertram Meier
Foto: Pressestelle Bistum Augsburg / Annette Zoepf

An gleich zwei Orten feierte der Augsburger Bischof Bertram Meier das Hochfest Mariä Himmelfahrt: Zunächst am Vormittag im Marienwallfahrtsort Wigratzbad und dann am Abend bei einer Lichterprozession in Steinerskirchen.

Meier bezeichnete den Festtag als "Geburtstag für das Ewige Leben". Entsprechend wolle er sie beglückwünschen "zu deinen offenen Ohren", "zu Deinem beherzten Ja" und "zu Josef, der Deinen Sohn, den Gottessohn, erzog".

Mit Blick auf den ersten Glückwunsch sagte er, er wünsche sich selbst als Priester, "immer mehr ein Hörender zu werden". Die Krise der Beichte sei möglicherweise "nicht zuletzt eine Krise der Priester: Wir sollen zuerst einmal hören und lauschen. Dann erst gilt es, selbst das Wort zu ergreifen und den Zuspruch zu geben."

Dies gelte auch für die gesamte Kirche: "Vielleicht reden wir deshalb so oft an den Menschen vorbei, weil wir antworten, wo wir gar nicht gefragt wurden und Fragen stellen, die die Menschen in ihren Freuden und Nöten nicht interessieren."

Maria indes "ruft uns in die Stille des Wartens und Lauschens auf Gottes Verkündigung; als Kirche mahnt sie uns zur Geduld, unsere Sendung gerade in Situationen zu erfüllen, die undankbar, hoffnungslos oder besonders konfliktgeladen sind."

Zum "beherzten Ja" der Muttergottes verwies der Augsburger Bischof auf die Ehe. "Wenn zwei Menschen heiraten, geben sie sich füreinander preis in Liebe", so Meier. "In Gesundheit und Krankheit, in der Jugend und im Alter, in guten und in bösen Tagen. Immer und überall sind sie einander preisgegeben und damit einander verbunden. Dieses Versprechen sollte sich nicht irgendwann als unüberlegter Versprecher entpuppen."

Dabei sei Maria ein Vorbild, "auch zu schwierigen und unkonventionellen Entscheidungen zu stehen".

Schließlich sprach Meier über den heiligen Josef: "Selbst abzunehmen, damit ein anderer zunehmen darf – so könnte man die Biographie Josefs auf einen Nenner bringen."

"Wenn Josef sein Evangelium geschrieben hätte, ein Evangelium nach Josef, dann hätte es wohl das eine große Thema der Liebe", zeigte sich der Bischof überzeugt. "Liebe heißt, bei größter Nähe auch Trennung und Distanz zulassen. Ohne Josef keine Gottesmutter, ohne Gottesmutter keinen menschlichen Erlöser."

Letztlich bleibe das Zentrum auch an Marienfesten Jesus Christus, denn dieser sei "der eigentliche Gastgeber: Er sorgt bei der Feier für die 'Himmelsspeise', indem er sich selber in Brot und Wein verschenkt für unsere Pilgerreise".

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