Bischofskonferenz veröffentlicht Absage aus Rom an "Mahlgemeinschaft"

Der Limburger Bischof Georg Bätzing ist seit März 2020 auch Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz.
Foto: Rudolf Gehrig / CNA Deutsch

Bischof Georg Bätzing, der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, hatte die Veröffentlichung der Absage des Vatikans an seinen Vorstoß zur Interkommunion eigentlich abgelehnt. 

Nun hat der Limburger Bischof offenbar seine Meinung geändert: Die Bischofskonferenz hat am Donnersag sowohl den Brief von Kardinal Luis Ladaria SJ an Bätzing sowie die "Lehrmäßigen Anmerkungen" des Vatikans veröffentlicht.

Darin erklärt der Vatikan – und begründet dies theologisch –, dass es zwischen Katholiken und Protestanten derzeit keine Interkommunion in Form einer "Mahlgemeinschaft" geben kann.

Bätzing hatte bislang eine Veröffentlichung abgelehnt, weil das Schreiben an ihn addressiert gewesen sei. Wie CNA Deutsch berichtete, hatte sich ein "sehr verärgerter" Bätzing auch mit einem empörten Schreiben an den "Botschafter des Papstes", Erzbischof Nikola Eterovic, über die Sendung der Absage an die anderen deutschen Bischöfe beschwert. 

Auch der Schweizer Kardinal Kurt Koch – der "Ökumene-Minister" des Vatikans – hat die Sorgen des Papstes über die generelle Situation in Deutschland vor wenigen Tagen mitgeteilt. 

Dabei bekräftigte der Präfekt des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, dass die Intervention des Vatikans eine klare Absage an den Vorstoß zur Interkommunion mit Protestanten durch Bischof Georg Bätzing darstellt.  Koch warnte mit deutlichen Worten, dass die Bischöfe "nicht zur Tagesordnung" übergehen könnten.

Genau dies haben die deutsche Bischöfe diese Woche jedoch getan: Sie veröffentlichten eine "Würdigung", die auf der Tagesordnung des letzten Bischofstreffens gestanden hatte – aber aufgrund des Vetos aus dem Vatikan kassiert worden war. 

Die "Würdigung" wird als "weiterführender Beitrag auf dem Weg zur Eucharistie- und Kirchengemeinschaft" bezeichnet. Tatsächlich hat der Vatikan – wie die nun veröffentlichten Dokumente zeigen – diesen Beitrag abgelehnt – das zeigt sowohl der Brief von Kardinal Luis Ladaria SJ an Bätzing sowie die "Lehrmäßigen Anmerkungen" des Vatikans.

Bischof Bätzing wurde am 3. März 2020 zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz gewählt. In seiner kurzen Amtszeit hat der  – als "Moderator" angetretene – Bischof unter anderem eine Synode in Rom gefordert: So sollten deutsche Beschlüsse des umstrittenen "Synodalen Wegs" dann weltkirchlich in Kraft gesetzt werden können.

Neben seiner Forderung nach einer Interkommunion mit Protestanten könnte der "Synodale Prozess" nach Einschätzung Bätzings so auch eine Weihe von Frauen zu Priestern und die Segnung homosexueller Partnerschaften einführen, so Bätzing im Mai 2020.

Theologen haben diese Einschätzung jedoch zurückgewiesen.

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