Das Treffen von Papst und US-Präsident (Update)

Die Augen der Welt waren auf diese Begegnung gerichtet: Papst Franziskus begrüßt US-Präsident Donald Trump im Apostolischen Palast des Vatikan am 24. Mai 2017.
Foto: CNA/L'osservatore Romano
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Eine halbe Stunde lang hat Papst Franziskus den US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump, begleitet von der "First Lady" Melania, am heutigen Mittwochmorgen im Vatikan empfangen. 

Lange und heftig wurde spekuliert über dieses "Treffen der Oberhäupter einer spirituellen Supermacht mit einer politischen", wie manche Beobachter es beschrieben. Letztlich war es eine kurze, freundliche Begegnung, dieses erste persönliche Treffen von Papst Franziskus mit US-Präsident Donald Trump.

Das amerikanische Staatsoberhaupt befindet sich auf seiner ersten Auslandsreise als Präsident: Trump kommt gerade aus Saudi-Arabien, wo er eine vielbeachtete Rede vor muslimischen Entscheidern hielt, in der er eine klare Absage an den Islamismus verlangte, sowie aus Israel. Dort besuchte er unter anderem die Holocaust-Gedächtnisstätte Yad Vashem. Noch heute geht es weiter nach Brüssel zu einem NATO Gipfeltreffen vor der G7-Zusammenkunft auf Sizilien.

Somit fand das Treffen mit Franziskus noch vor der Generalaudienz statt, um 8:30 Uhr in der Früh: Erzbischof Georg Gänswein, Präfekt des Päpstlichen Hauses, empfing die Gäste und brachte sie in den Apostolischen Palast, wo der Papst den US-Präsidenten und seine Frau freundlich begrüßte. Er spreche nicht sehr gut Englisch, so der Papst, deshalb brauche er einen Dolmetscher, doch er sei "sehr glücklich", Trump zu treffen.

Der Präsident dankte und sagte, es sei ihm eine Ehre; Trump - was er nicht immer tut - lächelte entspannt in die Kameras, bevor die beiden zu einem privaten Gespräch in der päpstlichen Bibliothek übergingen. Nur der Dolmetscher des Papstes, Msgr. Mark Miles, war dabei zugegen.

Nach dem Zweiergespräch gab es ein Treffen mit der gesamten US-Delegation sowie einen Austausch mitgebrachter Geschenke.

Dabei scherzte der Papst mit der First Lady, und fragte sie, ob sie ihrem Mann Potica gegeben habe - offenbar kennt der Papst den auch als Potitze bekannten slowenischen Hefekuchen mit Nussfüllung, der ein traditionelles Fest-Gebäck aus Melania Trumps Heimat ist. "Ja, Potica", antwortete Melania, und beide lachten.

Von Franziskus erhielt der US-Präsident eine Medaille eines römischen Künstlers, die ein Symbol des Friedens sei, so der Papst; außerdem Ausgaben einige seiner Schriften, darunter Amoris Laetitia und Laudato Si'.

Bei der Verabschiedung sagte Trump zu Franziskus: "Danke, danke. Ich werde nicht vergessen, was Sie gesagt haben". Der Papst wünschte dem Präsidenten "Buena suerte" - zu Deutsch "viel Glück".

Nach dem Treffen mit dem Papst führte Präsident Trump weitere Gespräche mit dem Kardinalstaatssekretär, Pietro Parolin und Erzbischof Paul Richard Gallagher - wie üblich bei Besuchen von Staatsoberhäuptern. 

Franziskus indessen ging direkt zur Generalaudienz auf dem Petersplatz - wie jeden Mittwoch - wo tausende Pilger bereits auf ihn warteten. 

Melania Trump indessen besuchte das vom Vatikan betriebene Kinderkrankenhaus Bambino Gesu, das auch als "Krankenhaus des Papstes" bekannt ist.

Gleichzeitig traf sich Trumps Tochter und Beraterin Ivanka Trump mit der Gemeinschaft Sant'Egidio in Trastevere, um Frauen zu treffen, die Opfer von Menschen-Schleppern wurden - und über die Probleme der Kriminalität zu besprechen, die ein wesentlicher Aspekt des Migrationsphänomens ist.

Dieser Artikel wurde im Laufe des Tages mehrfach aktualisiert.