Deutsche Lebensrechtsbewegung begrüßt Rückgang von Abtreibungen

Eine schwangere Frau
Foto: Pexels via Pixabay (Gemeinfrei)

Lebensschutzorganisationen haben den Rückgang von Abtreibungen im Jahr 2021 in Deutschland begrüßt. Das Statistische Bundesamt hatte am Donnerstag mitgeteilt, die Zahl der Abtreibungen sei gegenüber 2020 im letzten Jahr um 5,4 Prozent auf rund 94.600 zurückgegangen. Im Zehnjahresvergleich war gar ein Rückgang von 13,1 Prozent zu verbuchen.

In 52 Prozent der Abtreibungen wurde die sogenannte Absaugmethode verwendet. Dabei öffnet der Abtreibungsarzt den Muttermund, führt einen Schlauch in die Gebärmutter ein und saugt das ungeborene Kind samt Plazenta ab. Die Abtreibungspille Mifegyne ist fand Anwendung bei 32 Prozent der Abtreibungen im letzten Jahr.

Reaktionen von Lebensschützern

Als "besonders erfreulich" bezeichnete Cornelia Kaminski, die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA), gegenüber CNA Deutsch die Tatsache, dass "immer mehr junge Frauen" ein "'Ja' zu ihrem ungeborenen Kind" sagen. "Selbst unter Berücksichtigung der Tatsache, dass es einfach weniger junge Frauen in Deutschland gibt, zeichnet sich hier ein sehr deutlicher Trend ab: bei den jungen Müttern bis 24 Jahre ist es ein Rückgang von 2011 bis 2021 um ca. 33 Prozent."

Dr. Theresia Theuke von der Stiftung Ja zum Leben sagte gleichzeitig: "Ohne Spekulationen über eine mögliche Dunkelziffer machen zu müssen ist die verbleibende Anzahl von 94.600 Abtreibungen in 2021 jedoch immer noch erschreckend."

Alexandra Maria Linder erklärte als Vorsitzende des Bundesverbands Lebensrecht auf Anfrage von CNA Deutsch, die offizielle Abtreibungsstatistik sei nie vollständig gewesen. "Eine unserer Forderungen ist seit jeher, dies zu ändern und eine genaue Untersuchung zu Abtreibungsgründen zu unternehmen, um das Gesetz entsprechend den eigenen Vorgaben für die Frauen und Kinder verbessern zu können."

Laut Linder ist der deutliche Rückgang 2021 auch darauf zurückzuführen, "dass es keine Schützenfeste und keinen Karneval gab, dass Clubs, Diskotheken etc. geschlossen waren und so viele Begegnungsmöglichkeiten junger Leute fehlten."

Engagement der Lebensrechtsbewegung

In ihrer täglichen Arbeit erfahre die Stiftung Ja zum Leben, so Theuke gegenüber CNA Deutsch, "immer wieder, dass die allermeisten Frauen im Schwangerschaftskonflikt Menschen an ihrer Seite brauchen, die ihnen Zeit, Hilfe und längerfristige Unterstützung anbieten können. Auf diese Weise endet eine ungewollte Schwangerschaft oft in der Geburt eines geliebten Kindes."

Die Stiftung "leistet finanzielle Hilfe, finanziert Beratungsangebote und Aufklärungsprojekte, die schon die nachwachsenden Generationen dafür sensibilisieren, dass bei einer Abtreibung nicht ein Zellklumpen entfernt, sondern ein unschuldiges Kind getötet wird".

"Es ist in hohem Maße erstaunlich, dass dieser Werbefeldzug für vorgeburtliche Kindstötungen, den wir in den letzten Jahren erleben durften, nicht zu mehr, sondern zu weniger Abtreibungen geführt hat, und nicht weniger, sondern mehr Geburten zu verzeichnen sind", stellte Kaminski fest.

"Der Ansatz der Lebensrechtsbewegung, Abtreibungen dadurch zu beenden, dass sie schlicht unerwünscht werden, scheint laut diesen ermutigenden Zahlen erfolgversprechend zu sein", so die ALfA-Bundesvorsitzende weiter. "Je mehr über Abtreibungen diskutiert wird, desto mehr stellen Frauen sich eben doch auch die Frage, was bei Abtreibungen tatsächlich passiert, und suchen Informationen, die nicht für einen Schwangerschaftsabbruch werben, sondern ihnen tatsächlich eine begründete, informierte Entscheidung ermöglichen."

Auch Linder vom Bundesverband Lebensrecht betonte, zahlreiche Frauen könnten durch "Beratungs- und Hilfsangebote" von Lebensschützern erreicht werden. Gleiches gelte für verschiedene "Kampagnen, Veranstaltungen, Vorträge, Materialien" sowie den jährlichen Marsch für das Leben in Berlin.

"In Zeiten von Krisen, Leid und Verzicht um uns herum werden die wirklichen Werte wieder wichtiger: Lebensschutz, Familie, Zusammenhalt, Respekt, Hilfe", betonte Linder. "Gerade unter jüngeren Menschen findet auch ein Umdenken in Bezug auf Abtreibung statt: Sie wird zunehmend als ungerecht gegenüber den Kindern empfunden."

Unverhältnismäßige Verfügbarkeit von Abtreibungsärzten

Angesichts von Bestrebungen in der Politik, Abtreibungsärzte verstärkt in allen Regionen Deutschlands flächendeckend verfügbar zu machen, erklärte Kaminski, dies gehe "völlig an der Lebenswelt der Frauen in Deutschland" vorbei. "Schon jetzt stehen für knapp 800.000 Geburten nur 655 geburtshilfliche Kliniken in Deutschland zur Verfügung, während für die nun nur noch knapp 95.000 Abtreibungen immerhin über 1200 Abtreibungsärzte bereit stehen."

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