Die Seligpreisungen führen von Eigensucht zur Heiligkeit, sagt Papst Franziskus

Papst Franziskus bei seiner Katechese zur Generalaudienz am 29. April 2020.
Foto: Vatican Media

Christen gehören Jesus, nicht der Welt, und damit dürfen sie sich auf die wahre Glückseligkeit freuen – trotz aller irdischen Nachstellungen und Verfolgung: Daran hat Papst Franziskus in der heutigen Generalaudienz erinnert.

Doch dazu dürfen Christen auch nicht selber "Täuschungen und Kompromissen" auf den Leim gehen, warnte er, sondern als "Idealisten und Fanatiker" abgestempelte Katholiken konsequent im "Geben und Verzicht" leben – auch wenn sie dafür an den Rand gedrängt werden.

Nur so ist der Weg von der Eigensucht zur Heiligkeit gehbar, erklärte der Papst. 

In seiner aus dem Apostolischen Palast übertragenen Katechese am 29. April sprach Franziskus darüber, dass selig ist, wer "um der Gerechtigkeit willen verfolgt" wird. Dabei setzte der Pontifex einen dramatischen Schlusspunkt hinter seine Katechesenreihe über die Worte Jesu in der Berpredigt (Mt 5,3-12).

Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.  
Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. 
Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben. 
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden. 
Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. 
Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen. 
Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. 
Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich. 
Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. 
Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel. So wurden nämlich schon vor euch die Propheten verfolgt.

Franziskus legte allen Katholiken ans Herz, "dem demütigen Weg der Seligpreisungen treu" zu bleiben, "denn das allein führt dazu, dass wir Christus und nicht der Welt gehören".

"Ausgrenzung und Verfolgung, wenn Gott uns diese Gnade gewährt, lassen uns dem gekreuzigten Christus ähnlich werden und sind, indem sie uns Anteil haben lassen an seiner Passion, Ausdruck eines neuen Lebens. Dieses Leben ist das Leben Christi, der für uns Menschen und zu unserem Heil 'von den Menschen verachtet und abgelehnt' wurde".

Die weltweite Christenverfolgung heute prangerte der Papst am heutigen Mittwoch erneut deutlich an. 

"Es ist schmerzhaft, dass es in diesem Moment viele Christen gibt, die in verschiedenen Teilen der Welt verfolgt werden. Wir müssen hoffen und beten, dass ihre Qual so bald wie möglich beendet wird. Es sind viele: die Märtyrer von heute sind mehr als die Märtyrer der ersten Jahrhunderte. Wir bekunden diesen Brüdern und Schwestern unsere Nähe. Wir sind ein einziger Leib und diese Christen sind die blutenden Glieder des Leibes Christi, der die Kirche ist."

Wer sich nicht täuschen lasse von dieser Welt und mit ihr keine faulen Kompromisse eingehe, der dürfe dafür "das Leben des Himmelreiches, die größte Freude, die wahre Glückseligkeit" erwarten, betonte der Papst.

Was diese faulen Kompromisse sind? Eine Unterwerfung durch die Abhängigkeit vom Erfolg und Eitelkeit, so Franziskus, der auch vor Selbstmitleid warnte und dem "unbequemen Zeugnis" als Christen auf diesem "österlichen Weg" aufrief.

Die letzte Seligpreisung verspreche "dieselbe Glückseligkeit wie die erste", so Franziskus, denn "das Himmelreich gehört den Verfolgten ebenso wie denen, die arm sind vor Gott; so verstehen wir, dass wir am Ende eines Weges angekommen sind, der in den vorherigen Ankündigungen vorgezeichnet wurde."

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