Diese Frau wurde in der Sowjetunion wegen Ihrer Liebe zum Rosenkranz umgebracht

Rosenkranz
Foto: Pixabay / chrisdupe (CC BY 2.0)
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Janina Jandulska war 30 Jahre alt, als sie sich mit einer Gruppe Christen zum Rosenkranzgebet traf. Es war 1937. Die behinderte Ukrainerin wurde verhaftet und von der Sowjetunion angeklagt, eine "subversive politische Organisation" zu leiten – was sie letztendlich das Leben kostete.

Janina Jandulska (Quelle: National Catholic Register)

Über die Geschichte der katholischen Frau aus der Ukraine, einem Land, das nach der bolschewistischen Revolution 1917 Teil der Sowjetunion (UdSSR) geworden war, berichtet die Zeitung "National Catholic Register".

Zu ihren Lebzeiten hatten der Diktator Josef Stalin und die kommunistischen Obrigkeiten die Zügel des russischen Reiches in ihren Händen. Nach der Machtübernahme verfolgten sie alle Christen in ihrem Territorium. 

1937 lebte Janina Jandulska, zusammen mit ihrer Mutter, in dem ukrainischen Dorf Wierzbówiec. Wie viele andere aus ihrem Dorf schloss sie sich einer Gebetsgruppe an, die den Namen "Lebendiger Rosenkranz" trug.

Die Gruppen dieser von Laien organisierten Bewegung halfen bei der Katechese der Jugendlichen und unterstützten viele Katholiken in geistlicher und moralischer Hinsicht. Sie waren entstanden, nachdem die UdSSR begonnen hatte, die Priesterseminare zu schließen und die Priester zu verhaften.

Trotz der Gefahren, die damit verbunden waren, stimmte Janina zu, ein Treffen des "Lebendigen Rosenkranzes" in ihrem Haus abzuhalten. Jemand denunzierte die Christen jedoch, informierte den kommunistischen Diensthabenden davon, und dieser gab die Information an die Behörden des Terror-Regimes weiter.

Als die Polizei zum Haus Janinas kam, wurde sie verhaftet und ein Beamter verhörte sie. Der Verlauf des Verhörs wurde aufgezeichnet:

"Bist du die Verantwortliche des Rosenkranzes?"

"Ja, ich bin die Verantwortliche des Lebendigen Rosenkranzes. Aber das ist keine Organisation. Wir beten lediglich zu Gott."

"Wie viele von euch sind hier?"

"Fünfzehn."

"Fünfzehn! Und du sagst, es wäre keine Organisation. Wer hat dich rekrutiert und wer hat dir Literatur besorgt?"

Der Beamte akzeptierte die Antwort Janinas nicht, dass die Mitglieder des Lebendige Rosenkranzes sich nur versammelten, um zu Gott zu beten. Er sagte zu ihr:

"Aber es gibt keinen Gott!"

"Für dich gibt es keinen Gott, aber für uns existiert er."

Der Beamte betrachtete die behinderte Frau, die vor ihm stand und erklärte: "Bis jetzt bist  du hier, aber wer wird deinen Platz einnehmen?"

"Jemand, der an Gott glaubt", antwortete Janina.

Kurze Zeit danach wurde die Mutter Janinas informiert, dass ihre Tochter bereits gestorben sei. Als Todesursache wurde die falsche Angabe "Leberentzündung" eingetragen. Man fand jedoch später heraus, dass man Janina durch einen Kopfschuss getötet hatte.

Im Dorf Wierzbówiec gibt es eine einfache katholische Kirche und in ihrem Innenraum befindet sich ein Foto von Janina, vor dem die Menschen sie noch immer anrufen und ihrer gedenken.

(Erstveröffentlichung am 25. Oktober 2017)

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