Diskriminierung oder Religionsfreiheit? Christlicher Konditor erneut vor Gericht

Der Konditor Jack Phillips, Eigentümer des "Masterpiece Cakeshop" in Lakewood, Colorado.
Foto: Alliance Defending Freedom
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Darf ein Konditor einen Auftrag ablehnen, wenn es ihm aus Gewissensgründen nicht möglich ist, diesen zu erfüllen?

Selbst wenn es um ein "LGBT"-Thema geht?

Keine drei Monate, nachdem er vor dem Obersten Gerichtshof der USA sein Menschenrecht auf Religionsfreiheit erfolgreich verteidigen konnte, steht der christliche Konditor Jack Phillips aus Colorado erneut im Mittelpunkt eines Kultur- und Glaubenskampfes um diese Frage. 

Wie es dazu kam? Eine neue Beschwerde wurde gegen Phillips bei der Colorado Civil Rights Division eingereicht: Ein Anwalt bestellte von Phillips einen Kuchen, mit dem er den Jahrestag seiner Geschlechtsumwandlung feiern wollte. Der Anwalt forderte, dass der Kuchen innen rosa und außen blau sein sollte, was einen Übergang von männlich zu weiblich darstelle. Phillips lehnte - aufgrund seiner religiösen Überzeugungen - es ab, einen solchen "Gender Transitioning Cake" zu backen.

Diese Woche reichten die Menschenrechtsanwälte der Alliance Defending Freedom (ADF) Klage ein, die Phillips und seinen "Masterpiece Cakeshop" bereits im ersten Fall vertraten, um gegen diese neue Beschwerde-Aktion gegen ihren Mandanten vorzugehen.

Kristen Waggoner, Senior Vice President des US-amerikanischen ADF-Zweiges macht geltend, dass die der Staat Colorado, nicht nur anti-religiös agiere, sondern auch das Urteil des Obersten Gerichtshofes der USA ignoriere.  

"Obwohl Jack allen Kunden dient und es einfach ablehnt, maßgeschneiderte Kuchen zu kreieren, die Botschaften ausdrücken oder Ereignisse feiern, die gegen seinen tief verwurzelten Glauben verstoßen, ist die Regierung entschlossen, ihn zu vernichten - obwohl der Oberste Gerichtshof genau dies verboten hat. Weder Jack noch andere Kreative sollten von der Regierung angegriffen werden, nur weil sie konsequent mit ihren religiösen Überzeugungen leben."

Auch keine Kuchen für Halloween

Erst am 4. Juni dieses Jahres hatte der Oberste Gerichtshof dem Konditor sein Recht zugesprochen, aus religiöser Überzeugung nicht Kuchen zu kreieren, die gleichgeschlechtliche Hochzeiten feiern.

Der Oberste Gerichtshof entschied für den Eigentümer von "Masterpiece Cakeshop", und sagte, dass die staatliche Colorado Civil Rights Commission eine mit der Verfassung rechtlich nicht vereinbare Feindseligkeit gegenüber Religion an den Tag legte mit ihrer Entscheidung, dass der Konditor im Jahr 2012 gegen ein gleichgeschlechtliches Paar "diskriminiert" habe, weil er es ablehnte, einem gleichgeschlechtlichen Paar eine Hochzeitstorte zu backen.

Phillips, ein entschiedener Christ, sagte wiederholt, dass er gar kein Problem damit habe, schwule Kunden zu bedienen. Aufgrund seiner religiösen Überzeugung, dass eine Ehe nur zwischen einem Mann und einer Frau möglich ist, sei er aber nicht in der Lage, Torten für die Trauungen gleichgeschlechtlicher Paare herzustellen - so wie er auch keine Torten für Halloween oder alkoholhaltige Waren anbiete. Auch für Jungesellen-Abschiede stellt er keine eigenen Kuchen her.

Doch für die Beamten der Colorado Civil Rights Commission war das nicht akzeptabel. Als sich ein schwules Paar über den Konditor beschwerte, weil er ihnen keine Hochzeitstorte kreieren wollte, wollten diese den Konditor zwingen, solche zu backen - und sich einem "Antidiskriminierungstraining" zu unterziehen.

Alliance Defending Freedom hatte den Fall Phillips vor Gericht aufgegriffen. Der Fall war schließlich bis vor dem Obersten Gerichtshof angefochten worden und im Laufe des Winters und Frühjahrs 2017 wiederholt wieder aufgenommen worden, bevor das Gericht beschloss, den Fall anzunehmen.

Mehrere Bischöfe und die US-amerikanische Bischofskonferenz hatten das Urteil und seine Signalwirkung begrüßt, wie CNA Deutsch berichtete.

Phillips selber hatte von Anfang an betont, dass er 1993 sein Geschäft in Lakewood, Colorado gegründet habe, um seine beiden Leidenschaften - das Backen und die Kunst - in seiner täglichen Arbeit zu verknüpfen. Philips nannte sein Geschäft "Masterpiece" - also "Meisterwerk" - wegen der künstlerischen Ausrichtung seiner Arbeit, aber auch wegen seines christlichen Glaubens. Vor allem die Bergpredigt Christi im Matthäusevangelium, insbesondere die Gebote "Kein Mensch kann zwei Herren dienen" und "Du kannst nicht Gott und dem Mammon dienen", seien für ihn entscheidend, so der Konditor.

Die neue Klage, die im Namen von Phillips von ADF eingereicht wurde, besagt, dass die antireligiöse Ausrichtung der Regierung auf Phillips gegen die Verfassung der Vereinigten Staaten verstößt.

"Seit über sechs Jahren ist Colorado auf einem Kreuzzug, um den Kläger Jack Phillips zu vernichten", so die Anklageschrift, "weil seine Beamten verachten, was er glaubt und wie er seinen Glauben praktiziert".

Diese Klage sei notwendig, um Colorados anhaltende Verfolgung von Phillips zu stoppen, betonen die Menschenrechtsanwalt Jim Campbell: "Die willkürliche Grundlage, auf der der Staat sein Gesetz anwendet, macht deutlich, dass seine Beamten Jack ins Visier nehmen, weil sie seine religiösen Überzeugungen und Praktiken verachten".

"Jack sollte keine Angst vor einer feindseligen Regierung haben müssen, wenn er täglich sein Geschäft öffnet. Wir bitten das Gericht, dem ein Ende zu setzen."

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