Ende einer Ära: Sarajevo bekommt nach 31 Jahren einen neuen Erzbischof

Der neue Erzbischof von Sarajevo Vuskic, Monsignore Medina Blanco und Kardinal Puljic bei der Bekanntgabe der Nachfolge im Erzbistum Sarajevo, 29. Januar 2022
Foto: KATOLIČKI TJEDNIK

Nach 31 Jahren hat die Leitung der Erzdiözese Sarajevo gewechselt: Kardinal Vinko Puljic, der Erzbischof, der die Stadt auch unter den Bomben des Krieges nie im Stich gelassen hat, geht in den Ruhestand und beendet damit eine Ära. Eine reibungslose Nachfolge, die schon vor einiger Zeit angekündigt wurde: Tomo Vukšić wird seinen Platz einnehmen, wie es seit über einem Jahr geplant war, seit er zum Koadjutor-Bischof der Diözese ernannt wurde.

Vergangene Woche kündigte Kardinal Puljic bei der Verleihung eines kroatischen Preises an, dass er bald von der Leitung der Erzdiözese zurücktreten werde. In den letzten Jahren haben seine Bemühungen darauf abgezielt, einen versteckten Exodus von Katholiken aus Bosnien-Herzegowina zu verhindern, einem Land mit drei ethnischen Gruppen, das von einer Verfassung regiert wird, die nicht einmal in der Landessprache abgefasst ist, und das immer noch von ethnischen Spannungen geprägt ist.

Nach einem Jahr als Koadjutor hat es in der Erzdiözese Sarajewo einen Wachwechsel gegeben. Die Nachricht wurde gleichzeitig von der Pressestelle des Heiligen Stuhls und der Erzdiözese Sarajevo in der erzbischöflichen Residenz in Anwesenheit der beiden Erzbischöfe, der Mitglieder des Erzdiözesankapitels - in der Landessprache Vrhbosna - und mehrerer Mitarbeiter bekannt gegeben. Die Nachricht wurde von Monsignore Amaury Medina Blanco, Geschäftsträger der Apostolischen Nuntiatur in Sarajewo, verlesen.

Kardinal Puljic leitet die Erzdiözese Sarajevo seit seiner Ernennung durch Johannes Paul II. am 7. Dezember 1990. Am 6. Januar 1990 wurde er vom selben Papst zum Bischof geweiht und am 19. Januar 1991 in der Herz-Jesu-Kathedrale in Sarajewo inthronisiert.

Die ersten Jahre seines bischöflichen Dienstes waren durch den schrecklichen Krieg in Bosnien und Herzegowina geprägt. Er blieb während des Konflikts im belagerten Sarajevo, verließ die Stadt jedoch bei Bedarf gelegentlich. Eine Zeit lang war er der einzige religiöse Führer in der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina.

Er wurde 1994 zum Kardinal ernannt und war der erste Kardinal in der Geschichte von Bosnien und Herzegowina. Er nahm an den Konklaven von 2005 und 2013 teil. Er wurde 1997 von Johannes Paul II. und 2015 von Papst Franziskus besucht.

Als er am 8. September 2020 75 Jahre alt wurde, trat er zurück, und im Januar 2021 ernannte der Papst Monsignore Vukšić zu seinem Koadjutor.

Der 1954 geborene Monsignore Vukšić wurde am 29. Juni 1980 zum Priester für die Diözese Mostar-Duvno geweiht. In Rom promovierte er in Ökumenischer Theologie am Päpstlichen Orientalischen Institut und erwarb die Lizenz für Kirchenrecht an der Päpstlichen Urbanischen Universität. Am 1. Februar 2011 wurde er von Papst Benedikt XVI. zum Militärordinarius für Bosnien und Herzegowina ernannt.

Die Messe zum Beginn seines erzbischöflichen Dienstes ist für den 12. März 2022 in der Kathedrale von Sarajevo geplant.

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Übersetzt und redigiert aus dem Original der CNA Deutsch-Schwesteragentur ACI Stampa.