Diese Chemikerin wird als erste Frau des Opus Dei seliggesprochen

Guadalupe Ortiz de Landazuri
Foto: Opus Dei
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Die spanische Chemikerin Guadalupe Ortiz de Landazuri wird am morgigen Samstag, 18. Mai, seliggesprochen. Zu der Messe in Madrid werden rund 15.000 Pilger aus 62 Ländern erwartet.

Der Feier steht Kardinal Giovanni Angelo Becciu vor, Präfekt der vatikanischen Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen. Mit Opus-Dei-Prälat Fernando Ocariz werden zahlreiche weitere Kardinäle und Bischöfe bei dem Gottesdienst in der Multifunktionshalle Vista Alegre konzelebrieren. 

Ocariz schilderte die neue Selige, die von 1916 bis 1975 lebte, in einem Interview mit der spanischen Zeitung ABC als eine "fröhliche, mutige, entschlossene, unternehmungslustige und warmherzige Person".

Ihre tiefe Nähe zu Gott habe ihr große Gelassenheit auch in schwierigen Momenten ihres Lebens geschenkt. Dank ihres tiefen Gebetslebens sei Ortiz de Landazuri ein Vorbild, wie sich ein "intensives Berufsleben", der "Umgang mit Gott" und ein "großzügiger Dienst an anderen" miteinander vereinbaren lässt. 

Der Postulator des Seligsprechungsprozesses, Antonio Rodríguez de Rivera, charakterisierte Ortiz als eine "in Gott verliebte, tief gläubige Frau, die mit ihrer Arbeit und ihrem Optimismus anderen in ihren spirituellen und materiellen Bedürfnissen zur Seite stand".

Nach dem heiliggesprochenen Gründer des Opus Dei, Josefmaria Escriva (1902-1975), und dessen erstem Nachfolger, den seligen Bischof Alvaro del Portillo (1914-1994), ist Guadalupe Ortiz de Landazuri die erste Frau und erste Laiin des Opus Dei, die seliggesprochen wird.

Im Juni 2018 wurde das für die Seligsprechung erforderliche Wunder anerkannt: Es handelte sich um eine medizinisch nicht erklärbare Spontanheilung eines bösartigen Hauttumors neben dem rechten Auge bei einem 76-jährigen Mann.

Die am 12. Dezember 1916 in Madrid geborene Guadalupe Ortiz de Landazuri begegnete Opus-Dei-Gründer Escriva Anfang 1944, als sie gerade ihr Chemiestudium beendet hatte und schloss sich in der Folge als eine der ersten Frauen dem Opus Dei an. Ihre berufliche Karriere als Chemikerin verband die junge Frau mit verschiedenen Aufgaben, die ihr Escriva anvertraute. So half sie beim Aufbau des Opus Dei in Mexiko und arbeitete auch direkt mit Escriva in Rom zusammen.

In ihrer Zeit in Mexiko (1950-1956) galt Ortiz' besondere Sorge der Bildung von Frauen und Mädchen aller Gesellschaftsschichten, besonders jedoch in ländlichen Gegenden. So rief sie nachhaltige Bildungsinitiativen ins Leben, um Frauen aus der Armut zu führen, wie etwa die 1952 von ihr mitbegründete Landwirtschaftsschule Montefalco im mexikanischen Bundesstaat Morelos, an der bis heute Tausende Frauen eine Berufsausbildung erhalten haben. Mitte der 1950er Jahre erkrankte Ortiz an einem schweren Herzleiden, das sie über Jahre geduldig ertrug. Am 16. Juli 1975 starb sie im spanischen Pamplona.

Das 1928 von dem spanischen Geistlichen Josemaria Escriva (1902-1975) gegründete Opus Dei zählt nach dem Päpstlichen Jahrbuch aktuell rund 92.200 Laienmitglieder und über 2.100 Priester, die in 1.980 Zentren weltweit tätig sind. Ziel ist die Alltagsheiligung in Beruf und Familie. Seit 1982 ist das Opus Dei eine Personalprälatur.

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